BASF und Highsun prüfen gemeinsames Polyamid-6-Geschäft

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Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Der Chemiekonzern BASF und die chinesische Highsun Holding Group (HSCC) prüfen die Gründung eines gemeinsamen Unternehmens für Teile ihres Polyamid-6-Geschäfts. Beide Unternehmen haben dazu eine unverbindliche Absichtserklärung unterzeichnet, wie BASF am Montag, 19. Oktober 2026, mitteilte. Vorgesehen ist ein Gemeinschaftsunternehmen, an dem beide Partner jeweils 50 Prozent halten würden. Im Mittelpunkt stehen die europäischen Aktivitäten entlang der Polyamid-6-Wertschöpfungskette. Eine verbindliche Vereinbarung liegt bislang nicht vor.

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BASF und HSCC wollen europäische Polyamid-Geschäfte bündeln

Das mögliche BASF HSCC Joint Venture soll die jeweiligen europäischen Aktivitäten der beiden Chemiekonzerne entlang der Wertschöpfungskette von Polyamid 6 zusammenführen. Dabei geht es um die Herstellung von Vorprodukten und Kunststoffen, die unter anderem in der Verpackungs- und Textilindustrie eingesetzt werden. Polyamid 6, auch als Nylon 6 bekannt, ist ein vielseitiger Kunststoff, der beispielsweise für Folien, Fasern und andere industrielle Anwendungen benötigt wird.

Darüber hinaus untersuchen BASF und HSCC, ob auch ihre weltweiten Geschäfte mit Polyamiden für Extrusionsanwendungen außerhalb Nordamerikas eingebracht werden könnten. Dabei handelt es sich um Kunststoffe, die unter anderem zur Herstellung von Folien und anderen durch Extrusion gefertigten Produkten verarbeitet werden. Ausdrücklich nicht Bestandteil der Gespräche sind die nachgelagerten Geschäfte beider Unternehmen mit technischen Kunststoffen. Für die weiteren Prüfungen wurden bereits gemeinsame Projektteams eingerichtet. Angaben zum finanziellen Umfang oder zu einem möglichen Abschlusszeitpunkt machte BASF zunächst nicht.

Standorte in Deutschland, Belgien und den Niederlanden relevant

BASF betreibt Produktionsanlagen für Polyamid 6 und entsprechende Vorprodukte in Ludwigshafen sowie im belgischen Antwerpen. Weitere Produktionsstandorte befinden sich in Caojing bei Shanghai und im US-amerikanischen Freeport in Texas. Welche dieser Anlagen tatsächlich in ein Gemeinschaftsunternehmen eingebracht würden, ist bislang nicht festgelegt. Die europäischen Produktionsaktivitäten stehen jedoch im Mittelpunkt der Gespräche. Die mögliche Einbeziehung weiterer Geschäfte außerhalb Europas wird gesondert geprüft.

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Die Highsun Holding Group hat ihren Hauptsitz im chinesischen Fuzhou und gehört zu den führenden Herstellern von Caprolactam, einem wichtigen Ausgangsstoff für Polyamid 6. Das Unternehmen betreibt nach eigenen Angaben insgesamt 31 Produktionsstandorte in China und Europa. Zu seinem internationalen Produktionsnetz gehört auch ein Industriestandort in der niederländischen Provinz Limburg. HSCC verfügt über eine weitgehend integrierte Produktionskette von chemischen Vorprodukten bis zu weiterverarbeiteten Materialien. Welche europäischen Betriebe des chinesischen Konzerns in die mögliche Partnerschaft einbezogen werden sollen, wurde zunächst nicht konkretisiert.

Geplante Kooperation ist Teil des BASF-Umbaus

Die Gespräche stehen im Zusammenhang mit der strategischen Neuausrichtung des Ludwigshafener Chemiekonzerns. BASF arbeitet seit geraumer Zeit daran, Kosten zu reduzieren, seine Produktionsstrukturen effizienter zu gestalten und die Wettbewerbsfähigkeit insbesondere in Europa zu verbessern. Vorstandschef Markus Kamieth erklärte zur möglichen Zusammenarbeit: „Die europäische Chemieindustrie muss wettbewerbsfähiger werden.“ Mit einer Bündelung ausgewählter Anlagen, Technologien und Vertriebsaktivitäten verbinden die Unternehmen die Erwartung, Produktionskapazitäten besser auszulasten und Kosten zu senken.

Bereits im Mai 2026 hatte BASF eine weitere Phase seiner Unternehmensstrategie „Winning Ways“ vorgestellt. Im Rahmen des Programms „CoreShift“ sollen die zahlungswirksamen Fixkosten im Kerngeschäft bis 2029 gegenüber dem Basisjahr 2024 um bis zu 20 Prozent sinken. Im Mittelpunkt stehen die vier Konzernsegmente Chemicals, Materials, Industrial Solutions sowie Nutrition & Care. Die mögliche Zusammenarbeit mit HSCC würde diesen Ansatz um eine industrielle Partnerschaft entlang einer wichtigen chemischen Wertschöpfungskette ergänzen.

Auch die wirtschaftliche Entwicklung unterstreicht die Bedeutung der laufenden Restrukturierung. Im ersten Halbjahr 2026 hatte BASF seine weltweiten Kostenmaßnahmen weiter vorangetrieben. Zwischen Januar 2024 und Ende Juni 2026 verringerte sich die Beschäftigtenzahl nach Konzernangaben um rund 7.000, wobei Veränderungen durch Unternehmensverkäufe und der Personalaufbau am neuen chinesischen Verbundstandort Zhanjiang in dieser Zahl nicht enthalten waren. Ob sich aus dem nun geprüften Gemeinschaftsunternehmen zusätzliche personelle Veränderungen ergeben könnten, ist bislang offen. Zunächst müssen BASF und HSCC klären, welche Geschäfte, Anlagen und wirtschaftlichen Verpflichtungen Bestandteil einer möglichen Vereinbarung werden könnten.

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