Wohnungsbau bekommt mehr Nachschub: Genehmigungen legen zu

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Die Baugenehmigungen in Deutschland sind im ersten Halbjahr 2026 deutlich gestiegen. Im Juni genehmigten die Behörden den Bau von rund 21.600 Wohnungen. Damit setzte sich die positive Entwicklung der vergangenen Monate fort. Im Mai waren 21.000 Wohnungen genehmigt worden, im April 20.200 und im März 21.800. Die Zahlen umfassen Wohnungen in neuen Wohngebäuden und Nichtwohngebäuden sowie neue Wohnungen, die durch Baumaßnahmen an bestehenden Gebäuden entstehen.

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Der Zuwachs ist für den deutschen Wohnungsmarkt ein wichtiges Signal, allerdings noch kein Beleg für einen entsprechenden Anstieg der Bautätigkeit. Zwischen einer erteilten Genehmigung und der Fertigstellung einer Wohnung können Monate oder Jahre liegen. Zudem werden nicht alle genehmigten Projekte tatsächlich realisiert.

Rund 126.300 genehmigte Wohnungen im ersten Halbjahr

Von Januar bis Mai 2026 waren bundesweit bereits 104.700 Wohnungen genehmigt worden. Zusammen mit den rund 21.600 Genehmigungen im Juni summiert sich die Zahl im ersten Halbjahr auf etwa 126.300 Wohnungen. Im Vergleich zum entsprechenden Zeitraum 2025 bedeutet das einen Anstieg von rund 15 Prozent. Im ersten Halbjahr 2025 hatte das Plus gegenüber dem besonders schwachen Vorjahreszeitraum lediglich 2,9 Prozent betragen.

Auch der Juni liegt deutlich über dem Vorjahreswert. Im Juni 2025 waren rund 19.000 Wohnungen genehmigt worden. Damals hatte Destatis bereits einen Anstieg von 7,9 Prozent gegenüber Juni 2024 registriert. Mit rund 21.600 Einheiten liegt der aktuelle Monatswert nochmals um knapp 14 Prozent höher. Damit hat sich der seit dem vergangenen Jahr erkennbare Anstieg der Genehmigungen zunächst fortgesetzt.

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Neubau bleibt der wichtigste Teil der Entwicklung

Ein großer Teil der Genehmigungen entfällt weiterhin auf Neubauten. Die aktuelle Destatis-Reihe weist für Juni 2026 insgesamt 17.756 genehmigte Wohnungen in neu zu errichtenden Wohngebäuden und Nichtwohngebäuden aus. Im Mai waren es 17.780, im April 16.938 und im März 17.605 Wohnungen.

Bereits in den ersten fünf Monaten des Jahres hatte sich der Zuwachs durch mehrere Gebäudetypen gezogen. In neu zu errichtenden Wohngebäuden wurden von Januar bis Mai insgesamt 86.000 Wohnungen genehmigt, 16,6 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Genehmigungen für Einfamilienhäuser lagen 12,6 Prozent höher, bei Zweifamilienhäusern betrug das Plus 21,6 Prozent und bei Wohnungen in Mehrfamilienhäusern 18,9 Prozent. Gerade der Geschosswohnungsbau ist für das Angebot in größeren Städten und Ballungsräumen von besonderer Bedeutung.

Genehmigungen und Fertigstellungen entwickeln sich zeitversetzt

Die zunehmende Zahl der Genehmigungen trifft auf eine Bauwirtschaft, die noch stark von dem Einbruch der vergangenen Jahre geprägt ist. 2025 wurden in Deutschland rund 206.600 Wohnungen fertiggestellt. Das waren 18 Prozent weniger als ein Jahr zuvor und der niedrigste Wert seit 2012. In neu errichteten Wohngebäuden entstanden 172.600 Wohnungen, 20 Prozent weniger als 2024.

Besonders deutlich war der Rückgang bei neuen Einfamilienhäusern. Dort sank die Zahl der Fertigstellungen 2025 um 23,3 Prozent auf 41.800 Wohnungen. In Mehrfamilienhäusern wurden 109.800 Wohnungen fertiggestellt, 18,9 Prozent weniger als im Vorjahr. Damit zeigt sich, warum höhere Genehmigungszahlen kurzfristig noch keine entsprechend höhere Zahl neuer Wohnungen bedeuten.

Hinzu kommt ein großer Bestand bereits genehmigter, aber noch nicht fertiggestellter Wohnungen. Ende 2025 umfasste dieser sogenannte Bauüberhang rund 760.700 Wohnungen. Davon befanden sich rund 307.200 bereits im Bau. Gleichzeitig erloschen im Laufe des Jahres 35.700 Genehmigungen, der höchste Wert seit 2002.

Wohnungsbau kommt von einem niedrigen Niveau

Die jüngsten Zahlen markieren damit eine Erholung bei den Planungen, nicht jedoch bereits eine vollständige Erholung des Wohnungsbaus. Besonders deutlich wird das beim längerfristigen Vergleich. Im ersten Halbjahr 2024 waren lediglich 85.300 Neubauwohnungen in neuen Wohngebäuden genehmigt worden. Das waren damals 23,5 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

2025 drehte die Entwicklung allmählich nach oben. Für das Gesamtjahr registrierte Destatis wieder deutlich mehr Baugenehmigungen als 2024. Die nun vorliegenden Zahlen für das erste Halbjahr 2026 verstärken diesen Trend. Ob daraus auch dauerhaft höhere Fertigstellungszahlen entstehen, hängt davon ab, wie viele der genehmigten Projekte tatsächlich begonnen und abgeschlossen werden.

Für den Wohnungsmarkt ist die Entwicklung dennoch relevant. Genehmigungen bilden den Bestand möglicher künftiger Bauprojekte ab und geben damit einen frühen Hinweis auf die Bautätigkeit der kommenden Jahre. Nach dem starken Rückgang der Fertigstellungen im Jahr 2025 wächst diese Projektpipeline im laufenden Jahr wieder.

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