
RB Leipzig kann nach mehr als vier Monaten Verletzungspause wieder auf Christoph Baumgartner zurückgreifen. Der 27 Jahre alte österreichische Nationalspieler hat seine schwere Oberschenkelverletzung überwunden und steht erstmals in dieser Saison wieder im Spieltagskader. Trainer Martín Demichelis bestätigte, dass der offensive Mittelfeldspieler zunächst als Einwechselspieler eingeplant ist. Die Rückkehr von Christoph Baumgartner beendet eine lange Zwangspause, die für den Profi bereits vor der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 begonnen hatte. Für Leipzig bedeutet seine Genesung vor allem zusätzliche Qualität und Erfahrung im offensiven Mittelfeld.
Die entscheidenden Fortschritte gelangen Baumgartner in den vergangenen Wochen. Am Dienstag, 20. Oktober, absolvierte der Österreicher das vollständige Abschlusstraining am Leipziger Cottaweg. Anschließend reiste er mit der Mannschaft nach Madrid. Damit war erstmals seit seiner Verletzung wieder eine Berufung in den Spieltagskader möglich.
Demichelis bestätigte gegenüber der Leipziger Volkszeitung am Mittwoch, dass Baumgartner wieder einsatzbereit sei. Der Trainer verwies auf die intensive Rehabilitationsarbeit des Mittelfeldspielers und den erfolgreichen Verlauf seiner Rückkehr ins Mannschaftstraining. Für den Wiedereinstieg ist zunächst ein Platz auf der Ersatzbank vorgesehen.
Ein tatsächlicher Pflichtspieleinsatz stand zum Zeitpunkt der Ankündigung noch aus. Die vollständige Teilnahme am Mannschaftstraining und die erneute Kadernominierung markieren jedoch zwei wichtige Schritte nach einer mehrmonatigen Verletzungspause.
Baumgartners Ausfall begann am 1. Juni 2026. Vor dem Testspiel der österreichischen Nationalmannschaft gegen Tunesien verletzte er sich beim Aufwärmen am rechten Oberschenkel. Die anschließenden Untersuchungen ergaben eine Muskelverletzung, die eine Teilnahme an der Weltmeisterschaft unmöglich machte.
Am 3. Juni wurde der Leipziger Mittelfeldspieler operiert. Der Eingriff verlief nach Angaben seines Vereins erfolgreich. Für Baumgartner bedeutete die Verletzung dennoch einen erheblichen sportlichen Rückschlag. Österreich hatte sich erstmals seit 1998 wieder für eine Weltmeisterschaft qualifiziert, musste bei dem Turnier aber ohne seinen offensiven Leistungsträger auskommen.
Wenige Tage nach der Operation begann Baumgartner mit seiner Rehabilitation. In Abstimmung zwischen RB Leipzig und dem Österreichischen Fußball-Bund durfte er einen Teil seiner Genesung im Umfeld der Nationalmannschaft verbringen. Am 10. Juni informierte der Bundesligist darüber, dass der Spieler seine Reha im österreichischen WM-Quartier im kalifornischen Santa Barbara fortsetzen werde. Die medizinische Betreuung erfolgte in enger Zusammenarbeit zwischen Verein und Verband.
Der Weg zurück auf den Fußballplatz nahm mehrere Monate in Anspruch. Während der Sommervorbereitung konnte Baumgartner noch nicht regulär mit seinen Mannschaftskollegen trainieren. Stattdessen standen individuelle Belastungsprogramme sowie Kraft- und Ausdauereinheiten auf dem Plan.
Auch Ende September arbeitete der Österreicher noch abseits des vollständigen Mannschaftstrainings. RB Leipzig berichtete am 29. September, dass Baumgartner sein individuelles Programm fortsetze. Gleichzeitig näherten sich weitere verletzte Spieler wie Rocco Reitz und Castello Lukeba ihrer Rückkehr.
Anfang Oktober folgte der nächste Fortschritt. Baumgartner nahm erstmals wieder am Teamtraining teil. Die Belastung wurde anschließend schrittweise erhöht, bevor er am 20. Oktober die gesamte Abschlusseinheit absolvieren konnte.
Zwischen der Verletzung am 1. Juni und seiner Rückkehr in den Kader liegen damit mehr als viereinhalb Monate. Noch offen ist, wann Baumgartner wieder über die gesamte Spielzeit eines Pflichtspiels belastbar sein wird.
Welche Bedeutung Baumgartner für die Leipziger Mannschaft besitzt, verdeutlichen seine Leistungen aus der Saison 2025/26. In 33 Bundesliga-Partien erzielte der Österreicher 13 Treffer und bereitete acht weitere Tore vor. Damit war er der erfolgreichste Leipziger Torschütze und gehörte auch bei den Vorlagen zu den wichtigsten Spielern des Vereins.
Die insgesamt 21 direkten Torbeteiligungen in der Bundesliga bedeuteten für Baumgartner persönliche Bestwerte. Besonders im offensiven Mittelfeld entwickelte er sich unter dem damaligen Trainer Ole Werner zu einer festen Größe. Neben seiner Torgefahr übernahm der 1,80 Meter große Profi Verantwortung innerhalb der Mannschaft.
Dass Baumgartner nicht ausschließlich über seine Offensivstatistik definiert wird, zeigen weitere Leistungsdaten. In der vergangenen Bundesliga-Spielzeit gewann er 329 Zweikämpfe und legte insgesamt mehr als 369 Kilometer zurück. Die Zahlen unterstreichen seine hohe Beteiligung am Spielgeschehen.
In der laufenden Bundesliga-Saison 2026/27 steht Baumgartner dagegen noch ohne Einsatz da. Auch Tore und Vorlagen sind entsprechend bislang nicht verzeichnet. Seine Rückkehr eröffnet ihm nun die Möglichkeit, erstmals in der neuen Spielzeit wieder aktiv ins Wettbewerbsgeschehen einzugreifen.
Trotz der langen Ausfallzeit hatte RB Leipzig im Sommer darauf verzichtet, einen unmittelbaren Ersatz für Baumgartner zu verpflichten. Sportgeschäftsführer Marcel Schäfer erklärte im Juli, dass der Klub mit einer mehrmonatigen Pause rechne, aber weiterhin großes Vertrauen in den Offensivspieler habe.
Die Verantwortlichen hofften damals, dass Baumgartner einen wesentlichen Teil der Hinrunde bestreiten könnte. Mit seiner Rückkehr im Oktober besteht nun die Aussicht, ihn bereits vor der Winterpause wieder regelmäßig in den Mannschaftsbetrieb einzubinden.
Schäfer hob während der Rehabilitationsphase wiederholt Baumgartners Bedeutung hervor. Dabei ging es nicht nur um seine Leistungen auf dem Platz, sondern auch um seine Rolle innerhalb der Mannschaft. Der österreichische Nationalspieler gehört seit 2023 zum Leipziger Kader und hatte sich insbesondere in der vergangenen Saison zu einem wichtigen Führungsspieler entwickelt.
Der damalige Verzicht auf eine direkte Ersatzverpflichtung zeigt, dass der Klub auch über die Verletzungspause hinaus mit ihm plante. Bei seinem Wechsel von der TSG Hoffenheim im Sommer 2023 unterschrieb Baumgartner einen Vertrag bis Juni 2028.
Die Rückkehr erfolgt in einer Phase, in der Leipzig zuletzt mehrfach auf wichtige Spieler verzichten musste. Neben Baumgartner waren unter anderem Rocco Reitz, Brajan Gruda und Assan Ouédraogo von Verletzungen betroffen. Auch Angreifer Marc Guiu stand wegen muskulärer Probleme nicht zur Verfügung.
Zuletzt entspannte sich die Situation teilweise. Reitz kehrte bereits im Oktober zurück, auch Gruda konnte wieder am Mannschaftsbetrieb teilnehmen. Bei Ouédraogo dauert die Genesung nach einer Schulterverletzung dagegen an. Demichelis erklärte am 21. Oktober, dass der 20-Jährige noch mehrere Wochen benötigen werde.
Mit Baumgartner gewinnt Leipzig nun eine weitere personelle Alternative. Der österreichische Nationalspieler kann unterschiedliche offensive Mittelfeldpositionen übernehmen und bringt Bundesliga-Erfahrung aus seiner Zeit bei Hoffenheim und Leipzig mit.
Wie schnell er nach der langen Pause wieder regelmäßige Einsatzzeiten erhält, hängt von seiner weiteren körperlichen Entwicklung und den Entscheidungen des Trainerteams ab. Seine Rückkehr in den Kader steht jedoch fest. Damit ist ein wichtiger Schritt geschafft, um einen der erfolgreichsten Leipziger Offensivspieler der vergangenen Saison wieder dauerhaft in die Mannschaft einzubinden.
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