
Der FC Bayern München und Nils Schmadtke beenden ihre Zusammenarbeit früher als vorgesehen. Der bisherige Leiter der Scouting-Abteilung wird den deutschen Fußball-Rekordmeister zum 31. Januar 2027 verlassen. Dies teilte der Verein am Montagabend, 2. November, mit. Nach Angaben der Münchner wurde die vorzeitige Beendigung des Arbeitsverhältnisses einvernehmlich vereinbart. Einen Nachfolger nannte der Klub zunächst nicht.
Die Trennung von Nils Schmadtke betrifft einen Bereich, der für die langfristige Kaderplanung und die Förderung junger Spieler wichtig ist. Der 37-Jährige verantwortete seit Oktober 2024 das Scouting sowohl für die Profimannschaft als auch für den FC Bayern Campus. Sportvorstand Max Eberl würdigte seinen Beitrag zur Planung des Lizenzkaders und die Weiterentwicklung der Abteilung. Er bedankte sich ausdrücklich für die geleistete Arbeit.
Schmadtke selbst äußerte sich ebenfalls in der Vereinsmitteilung. Er bezeichnete die Tätigkeit in München als besondere Aufgabe, hob die Neuausrichtung der Spielerbeobachtung bei den Profis und im Nachwuchs hervor und dankte seinem Team.
Der FC Bayern nannte keine konkreten Gründe für das vorzeitige Ende der Zusammenarbeit. Die offizielle Mitteilung verweist auf Gespräche zwischen den Beteiligten und eine einvernehmliche Vereinbarung. Eberl stellte in seiner Abschiedserklärung die fachlichen Beiträge Schmadtkes in den Vordergrund.
Unklar blieb zunächst, welche weiteren Umstände zu der Entscheidung geführt hatten. Der Verein machte dazu keine näheren Angaben. Offiziell bestätigt ist die vorzeitige Beendigung der Zusammenarbeit zum 31. Januar 2027. Ob und in welcher Form die Aufgaben des bisherigen Scouting-Leiters bis zu diesem Zeitpunkt neu verteilt werden, teilte der FC Bayern zunächst nicht mit.
Schmadtke hatte sein Amt beim FC Bayern am 1. Oktober 2024 angetreten. Er folgte auf Markus Pilawa, dessen Zusammenarbeit mit dem Verein damals ebenfalls endete. Bei der Verpflichtung hatte Sportdirektor Christoph Freund betont, wie wichtig es sei, geeignete Spieler frühzeitig zu identifizieren und die Profiabteilung enger mit dem Nachwuchsbereich zu verbinden.
Schmadtke brachte Erfahrung aus mehreren Bundesligavereinen mit. In der Saison 2016/17 begann er als Scout beim 1. FC Köln und wechselte drei Jahre später zu Borussia Mönchengladbach. Im Sommer 2020 übernahm er die Leitung der Scouting-Abteilung des VfL Wolfsburg. Nach zwei Spielzeiten kehrte er als Sportdirektor nach Mönchengladbach zurück, bevor er sich dem FC Bayern anschloss.
Die zuletzt vorgesehene Vertragslaufzeit reichte nach Berichten der Abendzeitung und von SPORT1 bis zum Sommer 2027. Sky hatte im Oktober 2025 noch einen Vertrag bis September 2026 genannt und berichtete inzwischen über eine zwischenzeitliche Verlängerung. Der Verein machte in seiner Trennungsmitteilung keine Angaben zur ursprünglichen Laufzeit oder zu finanziellen Modalitäten.
Laut Sky Sport soll der bisherige Chefscout Christoph Kresse vorerst die Aufgaben des Leiters der Scouting-Abteilung übernehmen. Der Sender berichtete außerdem, Schmadtke sei bereits von seinen Aufgaben freigestellt worden und nicht mehr in das Tagesgeschäft eingebunden. Beides wurde vom FC Bayern zunächst nicht offiziell bestätigt.
Kresse ist seit Dezember 2024 für die Münchner tätig und arbeitete zuvor unter anderem beim FC Schalke 04, beim VfL Wolfsburg und beim 1. FC Köln. Bei Bayern stieg er nach Angaben von Sky unter Schmadtke zum Chefscout auf. Ob er die übergeordnete Position dauerhaft erhalten soll, blieb zunächst offen.
In Medienberichten wird zudem Christopher Vivell als mögliche externe Personalie genannt. Vivell ist bei Manchester United tätig. Eine Zusage oder offizielle Entscheidung über seine mögliche Verpflichtung wurde nicht bekannt. Damit ist weiterhin offen, ob der FC Bayern die Scouting-Leitung langfristig intern oder extern besetzen will.
Der personelle Wechsel könnte nicht auf die Leitung der gesamten Scouting-Abteilung beschränkt bleiben. Nach Informationen des kicker soll auch die Zusammenarbeit mit Florian Zahn enden, der für die Talentbeobachtung im Nachwuchsbereich verantwortlich ist. Zahn ist seit 2020 in verschiedenen Funktionen beim FC Bayern beschäftigt.
Eine Bestätigung des Vereins für eine Trennung von Zahn lag zunächst nicht vor. Ebenso wenig waren ein Zeitpunkt oder eine Nachfolgeregelung offiziell bekannt. Damit betrifft die Diskussion über mögliche Veränderungen neben dem Profiscouting auch die Strukturen am Nachwuchscampus.
Unter Sportvorstand Eberl und Sportdirektor Freund hat der FC Bayern die Verzahnung zwischen der Profiabteilung und dem Campus in den vergangenen Jahren betont. Schmadtke war 2024 ausdrücklich mit dem Auftrag gekommen, die frühzeitige Erkennung interessanter Spieler zu stärken und beide Bereiche enger zusammenzuführen. Eine 2025 von Sky beschriebene Neuordnung setzte dabei auf internationale Spielerbeobachtung und datenbasierte Analysen.
Auch an anderer Stelle wurde die Nachwuchsführung bereits verändert. Im April 2026 übernahm Michael Wiesinger die sportliche Leitung am Campus von Markus Weinzierl. Zugleich steht die übergeordnete Führung personell auf längere Sicht fest. Der Verein verlängerte im August den Vertrag von Eberl und im September den von Freund jeweils bis zum 30. Juni 2029.
Die Bedeutung des Scoutings reicht dabei über die Suche nach möglichen Neuzugängen hinaus. Die Abteilung bewertet Spieler für unterschiedliche Positionen, beobachtet internationale Märkte und liefert Grundlagen für sportliche Personalentscheidungen. Gleichzeitig ist die Entwicklung eigener Nachwuchsspieler für die langfristige Kaderplanung wichtig.
Mit Schmadtkes Ausscheiden muss nun geklärt werden, wer künftig die übergreifende Verantwortung für die Spielerbeobachtung trägt. Die Entscheidung über die dauerhafte Leitung ist damit auch für die weitere Personal- und Kaderplanung des FC Bayern von Bedeutung.
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