
Wandern, Klettern und Bergsteigen ziehen immer mehr Menschen an. Gleichzeitig müssen Rettungskräfte regelmäßig ausrücken, wenn Touren anders verlaufen als geplant. Die MDR-Reportage Unfälle am Berg widmet sich am Mittwochabend, 30. September 2026, den Ursachen solcher Notfälle. Unter dem vollständigen Titel „Unfälle am Berg – Unterschätzen wir die Gefahr?“ läuft die Dokumentation um 20.15 Uhr im MDR Fernsehen. Der Sendeplatz reicht bis 20.45 Uhr. Die Fassung in der Mediathek hat eine Länge von rund 32 Minuten.
Im Mittelpunkt steht Reporterin Julia Schönfeld. Sie begleitet Menschen, die selbst schwere Situationen beim Bergsport erlebt haben, spricht mit der Bergwacht und untersucht, welche Rolle Vorbereitung, Orientierungstechnik und der Einfluss sozialer Netzwerke spielen können. Ausgangspunkt der Reportage ist die Sächsische Schweiz.
Einer der Fälle betrifft Stefanie. Die erfahrene Kletterin stürzte etwa ein Jahr vor den Dreharbeiten mehrere Meter in die Tiefe und musste mit einem Hubschrauber gerettet werden. Für die Reportage kehrt sie gemeinsam mit ihren Seilpartnern erstmals wieder an den Felsen und damit an den Ort des damaligen Unfalls zurück.
Auch Anne und Judith kommen in der Dokumentation vor. Die Schwestern entdeckten den Bergsport vor einigen Jahren für sich. Ein Absturz unterbrach später ihre intensive Beschäftigung mit immer anspruchsvolleren Touren und veränderte ihren Umgang mit Risiken am Berg.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Bergwacht in der Sächsischen Schweiz. Dort beginnt Schönfelds Suche nach den Gründen dafür, warum Wanderer und Kletterer trotz moderner Ausrüstung und leicht verfügbarer Informationen immer wieder in Situationen geraten, in denen professionelle Hilfe benötigt wird.
Dass der Bergsport eine große Reichweite erreicht hat, zeigen auch Zahlen des Deutschen Alpenvereins. Bei einer Mitgliederbefragung 2025 gaben 95 Prozent der Befragten an, zumindest gelegentlich zu wandern oder bergzuwandern. 2017 waren es noch 83 Prozent. Zugleich stieg die Mitgliederzahl des DAV von rund 1,13 Millionen im Jahr 2015 auf etwa 1,63 Millionen im Jahr 2025.
Die hohe Zahl von Unfällen beim Bergwandern muss allerdings in diesem Verhältnis betrachtet werden. Nach Angaben des DAV entfiel in seiner Unfallstatistik für 2022 rund ein Drittel der registrierten Unfälle und Notfälle auf das Bergwandern. Der Verband weist zugleich darauf hin, dass es sich um seine mit Abstand am häufigsten ausgeübte Bergsportdisziplin handelt.
Auch internationale Zahlen zeigen, dass Bergrettungen nicht automatisch mit schweren Verletzungen verbunden sein müssen. In der Schweiz wurden 2025 fast 4000 Menschen aus Bergnot gerettet. Viele Einsätze betrafen Personen, die unverletzt waren, aber beispielsweise wegen Erschöpfung oder einer blockierten Situation nicht mehr selbstständig weiterkamen. Stürze und Abstürze blieben zugleich eine zentrale Ursache für Rettungseinsätze.
Die MDR-Reportage beschäftigt sich außerdem mit digitalen Navigationshilfen. Routen lassen sich heute in wenigen Sekunden auf das Smartphone laden. Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass eine vorgeschlagene Strecke zu Erfahrung, Kondition und Ausrüstung des Nutzers passt.
Der Film untersucht deshalb, wie solche Routenvorschläge entstehen und welche Verantwortung Anbieter von Navigations-Apps tragen. Auch Hersteller kommen zu Wort. Ein weiterer Aspekt ist der mögliche Einsatz künstlicher Intelligenz bei künftigen Navigationsangeboten für Wanderer und Bergsportler.
Der Deutsche Alpenverein empfiehlt für Bergtouren eine Vorbereitung, die über das bloße Abrufen einer digitalen Route hinausgeht. Zu den vermittelten Fähigkeiten gehören Tourenplanung, Wetterbeurteilung und Orientierung mit Karte oder App. Der Verband verweist zudem darauf, dass es immer wieder Bergwachteinsätze wegen sogenannter Blockierungen gibt. Dabei handelt es sich um Situationen, in denen unverletzte Menschen wegen Überforderung oder ungeeigneter Verhältnisse nicht mehr weiterkommen.
Wie schwierig eine Notsituation werden kann, wenn kein Mobilfunkempfang vorhanden ist und Hilfe nicht unmittelbar erreichbar ist, zeigt ein weiterer Teil der Dokumentation. Julia Schönfeld nimmt dafür an einem speziellen Outdoor-Erste-Hilfe-Kurs teil. Dabei geht es darum, wie Verletzte fernab gut erreichbarer Straßen oder Gebäude versorgt werden können, bis professionelle Rettungskräfte eintreffen.
Die Reportage verbindet damit persönliche Erfahrungen mit praktischen Fragen: Wie gut können Menschen ihre eigenen Fähigkeiten einschätzen? Wie sinnvoll ist eine digitale Route ohne Kenntnis der tatsächlichen Bedingungen? Und was passiert, wenn eine Tour anspruchsvoller wird als erwartet?
Auch soziale Netzwerke gehören zum Themenkomplex. Spektakuläre Gipfelbilder können Ziele bekannt machen, während Schwierigkeiten und Risiken einer Tour in kurzen Videos oder Fotos nicht unbedingt sichtbar werden. Als Beispiel begleitet der Film den Content Creator Adrian Fusco, der unter dem Namen „Alpine Summits“ Bergtouren dokumentiert und nach MDR-Angaben bereits mehr als 16 Mal das eigentliche Gipfelkreuz der Zugspitze erreicht hat.
Die Zugspitze bildet damit einen weiteren Drehort beziehungsweise Schauplatz der Reportage. Der MDR greift dort auch den Umgang mit stark frequentierten Gipfelzielen auf. Die Dokumentation verbindet diese Entwicklung mit der Frage, welchen Einfluss Inhalte in sozialen Netzwerken auf Erwartungen und Vorbereitung von Bergbesuchern haben können.
„Unfälle am Berg – Unterschätzen wir die Gefahr?“ gehört zur MDR-Reihe „exactly“. Die Fernsehausstrahlung beginnt am Mittwoch um 20.15 Uhr. Im linearen Programm sind 30 Minuten eingeplant. Der MDR weist für das Onlinevideo eine Laufzeit von rund 32 Minuten aus. Die Dokumentation ist bereits in der ARD Mediathek abrufbar und soll dort bis zum 28. September 2028 verfügbar bleiben. Eine weitere Ausstrahlung ist in der Nacht zum Donnerstag um etwa 1.25 Uhr vorgesehen.
Damit richtet die Sendung den Blick weniger auf einzelne spektakuläre Unglücke als auf wiederkehrende Situationen beim modernen Bergsport. Persönliche Erfahrungen, Bergrettung, Erste Hilfe, digitale Navigation und Social Media ergeben zusammen das Bild einer Freizeitbeschäftigung, bei der moderne Technik viele Möglichkeiten bietet, die eigene Vorbereitung aber nicht ersetzen kann.






Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu