Binance nach Milliardenangriff: Erste Auszahlungen wieder möglich, FBI benennt Nordkorea

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Die Kryptobörse Binance hat am Sonntag, 1. November 2026, damit begonnen, Kundenauszahlungen nach einem Hackerangriff schrittweise wieder freizugeben. Zunächst wurden unter anderem Auszahlungen von Bitcoin, Ethereum und bestimmten Stablecoins ermöglicht. Gleichzeitig teilte das Unternehmen mit, inzwischen rund 95 Prozent der gestohlenen Kryptowerte durch eigene Mittel ersetzt zu haben. Das FBI ordnete den Angriff einer nordkoreanischen Cyberoperation zu.

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Binance ermöglicht erste Auszahlungen nach dem Hackerangriff

Die Auszahlungen bei Binance waren nach dem Sicherheitsvorfall vorübergehend vollständig ausgesetzt worden. Am Sonntag begann die Wiederaufnahme zunächst mit ausgewählten Kryptowährungen und Netzwerken. Bitcoin-Auszahlungen waren nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters kurz nach 7 Uhr deutscher Zeit wieder möglich. Auch für Ethereum, BNB und einzelne Stablecoins wurden Auszahlungen freigegeben.

Binance hatte zuvor angekündigt, die erste Phase zwischen 7 und 10 Uhr mitteleuropäischer Zeit zu starten. Insgesamt umfasst der Plan 15 Blockchain-Netzwerke, darunter Bitcoin, Ethereum, Solana, XRP und Dogecoin. Die Freigabe erfolgt schrittweise und abhängig von weiteren Sicherheitsprüfungen.

Das Unternehmen wies darauf hin, dass einzelne Transaktionen während der Wiederaufnahme länger dauern könnten. Für noch nicht freigegebene Kryptowährungen und Netzwerke gelten weiterhin Einschränkungen. Einzahlungen seien von der Unterbrechung nicht betroffen gewesen.

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Binance ersetzt inzwischen rund 95 Prozent der Kryptowerte

Nach dem Angriff vom 29. Oktober hatte Binance den Wert der entwendeten digitalen Vermögenswerte auf rund 6,3 Milliarden US-Dollar beziffert. Am 30. Oktober erklärte die Börse, bereits etwa 80 Prozent der betroffenen Werte durch eigene Mittel abgesichert zu haben. Am 31. Oktober stieg dieser Anteil nach Unternehmensangaben auf 90 Prozent.

In der jüngsten Mitteilung vom Sonntag nennt Binance mittlerweile rund 95 Prozent. Für die zehn aufgeführten Kryptowährungen, darunter Bitcoin, Ethereum, BNB, Solana und mehrere Stablecoins, meldet das Unternehmen eine vollständige Deckung der entsprechenden Kundenguthaben.

Die verbleibenden fünf Prozent betreffen nach Angaben der Börse weniger liquide Kryptowährungen, die nicht in beliebiger Menge kurzfristig beschafft werden können. Binance kaufe diese weiterhin am Markt und über direkte Handelsgeschäfte.

Die Wiederbeschaffung bedeutet allerdings nicht, dass die gestohlenen Vermögenswerte bereits vollständig zurückgeholt wurden. Binance ersetzt die fehlenden Bestände zunächst aus eigenen Finanzmitteln und Sicherungsreserven. Das Unternehmen bekräftigte seine Zusage, den finanziellen Schaden nicht an die Kunden weiterzugeben.

FBI macht nordkoreanische Cyberoperation verantwortlich

Eine weitere Entwicklung betrifft die Ermittlungen zur Herkunft des Angriffs. Das FBI erklärte am 31. Oktober, dass nach seinen Erkenntnissen Nordkorea hinter dem Diebstahl von mehr als sechs Milliarden US-Dollar an Kryptowerten stehe. Die Behörde ordnet den Vorfall der als TraderTraitor bezeichneten nordkoreanischen Cyberoperation zu.

Nach Angaben des FBI beobachteten amerikanische Ermittlungsbehörden, wie entwendete Vermögenswerte überwiegend in Ethereum umgewandelt wurden. Weitere Verschiebungen über dezentrale Finanzdienste und Plattformen zum schnellen Tausch von Kryptowährungen seien zu erwarten.

Das FBI veröffentlichte zudem Wallet-Adressen, die mit den entwendeten Geldern in Verbindung stehen sollen. Gemeinsam mit weiteren US-Behörden forderte es Unternehmen der Kryptobranche auf, entsprechende Transaktionen zu blockieren.

US-Präsident Donald Trump äußerte sich am Samstag zurückhaltender. Er erklärte gegenüber Reportern, die Vereinigten Staaten wüssten noch nicht sicher, ob Nordkorea verantwortlich sei. Damit blieb die öffentliche Einschätzung des Präsidenten vorsichtiger als die offizielle Zuschreibung durch das FBI.

Milliardenverlust und Sicherheitsprüfungen bei Binance

Der Angriff hatte sich nach Unternehmensangaben am 29. Oktober gegen sogenannte Hot Wallets gerichtet. Dabei handelt es sich um digitale Geldbörsen, die mit dem Internet verbunden sind und für laufende Transaktionen genutzt werden.

Binance zufolge deuteten erste Untersuchungen auf einen kompromittierten Laptop hin. Später seien weitere Angriffspunkte festgestellt worden. Der vollständige Ablauf des Sicherheitsvorfalls war zunächst nicht abschließend geklärt.

Zur Finanzierung des Ersatzes setzt Binance nach eigenen Angaben unter anderem Mittel aus seinem Kundenschutzfonds SAFU, einem Sicherungsfonds für den Terminhandel und der Unternehmenskasse ein. Der Kundenschutzfonds soll anschließend wieder auf rund eine Milliarde US-Dollar aufgefüllt werden.

Mit der schrittweisen Freigabe der Auszahlungen erhalten Kunden wieder Zugang zu Teilen ihrer digitalen Vermögenswerte. Die vollständige Wiederherstellung sämtlicher Auszahlungsdienste und der Ersatz der noch fehlenden Kryptowährungen stehen weiterhin aus. Auch ein abschließender technischer Untersuchungsbericht liegt noch nicht vor.

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