Şahin und Türeci gründen Arife und verlassen BioNTech

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Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Die BioNTech-Gründer Uğur Şahin und Özlem Türeci bereiten ihren nächsten unternehmerischen Schritt vor. Ihr neues Biotechnologieunternehmen trägt den Namen Arife und hat seinen Hauptsitz wie BioNTech in Mainz. Bestätigt ist außerdem, dass beide bis Ende 2026 aus dem Management von BioNTech ausscheiden und künftig die neue Gesellschaft führen wollen. Die Arife von Şahin und Türeci soll sich auf die nächste Generation von mRNA-Technologien konzentrieren.

Arife soll neue mRNA-Technologien entwickeln

BioNTech hatte die Gründung eines eigenständigen Unternehmens bereits im März 2026 angekündigt. Damals war der Name der neuen Gesellschaft noch nicht bekannt. Das Unternehmen soll nach den bisher veröffentlichten Plänen neue Plattformtechnologien auf Basis von Boten-RNA entwickeln und daraus neue medizinische Anwendungen vorantreiben.

Der Name Arife wurde nun bestätigt. Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Mainz. Damit bleiben Şahin und Türeci dem Biotechnologiestandort treu, an dem sie auch BioNTech aufgebaut haben. Welche konkreten Wirkstoffe oder Forschungsprogramme zuerst bei Arife verfolgt werden, wurde bislang nicht umfassend öffentlich bekanntgegeben.

Şahin und Türeci gründen damit ihr drittes Biotechnologieunternehmen. Bereits 2001 hatten sie Ganymed Pharmaceuticals mit aufgebaut. BioNTech folgte im Jahr 2008. International bekannt wurden die beiden während der Corona-Pandemie, als BioNTech gemeinsam mit Pfizer einen der ersten breit zugelassenen mRNA-Impfstoffe gegen Covid-19 entwickelte.

Şahin und Türeci verlassen das BioNTech-Management

Der Wechsel zu Arife bedeutet nicht, dass sich das Gründerpaar vollständig von BioNTech trennt. Şahin und Türeci wollen ihre Funktionen im Management nach Ablauf ihrer derzeitigen Dienstverträge bis Ende 2026 abgeben. Anteilseigner von BioNTech sollen sie weiterhin bleiben.

Şahin ist derzeit Vorstandsvorsitzender von BioNTech, Türeci Chief Medical Officer. Für die Unternehmensspitze steht bereits ein Nachfolger fest. Guido Oelkers soll spätestens zum 1. Februar 2027 den Vorstandsvorsitz übernehmen. Oelkers kommt vom schwedischen Biopharmaunternehmen Swedish Orphan Biovitrum, kurz Sobi, das er seit 2017 als Vorstandsvorsitzender geführt hat.

BioNTech richtet sich unterdessen stärker auf die Entwicklung und mögliche Vermarktung einer breiten Onkologie-Pipeline aus. Dazu gehören neben mRNA-basierten Krebsimmuntherapien auch Immunmodulatoren und Antikörper-Wirkstoff-Konjugate. Im August meldete das Unternehmen 14 laufende zulassungsrelevante klinische Studien.

Verhältnis zwischen BioNTech und Arife noch nicht abschließend geklärt

Von besonderer Bedeutung ist die Frage, wie Technologien, Rechte und Forschungsprogramme künftig zwischen BioNTech und Arife verteilt werden. BioNTech hatte im März angekündigt, bestimmte Rechte und mRNA-Technologien in das neue Unternehmen einzubringen. Im Gegenzug sollte BioNTech eine Minderheitsbeteiligung erhalten. Außerdem wurden mögliche Meilensteinzahlungen und Lizenzgebühren sowie spätere Kooperationen zwischen den Unternehmen in Aussicht gestellt.

Damals war vorgesehen, eine verbindliche Vereinbarung bis zum Ende des ersten Halbjahres 2026 zu unterzeichnen. Weitere Einzelheiten sollten danach veröffentlicht werden. Eine entsprechende umfassende Bekanntgabe zu einem abgeschlossenen Vertrag lag zunächst nicht vor.

Das Handelsblatt berichtet inzwischen unter Berufung auf Personen aus dem Umfeld der Beteiligten über schwierige und länger als erwartet laufende Verhandlungen. Dabei soll es unter anderem um Patente, Vermögenswerte und Beschäftigte gehen. Diese Darstellung wurde von BioNTech bislang nicht in vergleichbarer Form öffentlich bestätigt. Aussagen über einen persönlichen Konflikt oder ein Zerwürfnis zwischen dem Gründerpaar und Führungsgremien des Unternehmens sind deshalb nicht als gesicherter Sachverhalt anzusehen.

BioNTech und Arife könnten künftig zusammenarbeiten

Trotz der organisatorischen Trennung war das ursprüngliche Konzept ausdrücklich nicht auf einen vollständigen Bruch angelegt. BioNTech hatte erklärt, dass beide Gesellschaften unterschiedliche strategische Schwerpunkte verfolgen und zugleich Möglichkeiten für gemeinsame Behandlungsansätze offenbleiben sollen.

Arife soll sich stärker auf frühe mRNA-Innovationen und neue Technologieplattformen konzentrieren. BioNTech verfolgt dagegen das Ziel, seine bereits weiter fortgeschrittene Pipeline in Richtung Zulassung und Vermarktung zu entwickeln und bis 2030 zu einem Unternehmen mit mehreren zugelassenen Produkten zu werden.

Damit beginnt für das Mainzer Biotechnologieunternehmen ein tiefgreifender Führungswechsel. Gleichzeitig starten Şahin und Türeci erneut mit einer eigenen Gesellschaft. Wie eng Arife und BioNTech künftig wirtschaftlich und wissenschaftlich miteinander verbunden sein werden, hängt vor allem von den noch auszugestaltenden Vereinbarungen über Technologien, Rechte und mögliche Kooperationen ab.

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