Alexander Blessin übernimmt Borussia Mönchengladbach

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Borussia Mönchengladbach hat Alexander Blessin als neuen Cheftrainer verpflichtet. Damit ist Alexander Blessin Gladbach Trainer und übernimmt den Bundesligisten nach einem schwachen Saisonstart. Der Verein bestätigte die Personalentscheidung am Dienstag, 22. September 2026. Einen Tag später wurde der 53-Jährige im Borussia-Park offiziell vorgestellt und nahm seine Arbeit mit der Mannschaft auf. Blessin erhält einen Vertrag bis 2028 und folgt auf Eugen Polanski, von dem sich der Verein nach einem schwachen Start in die Bundesliga-Saison getrennt hatte.

Borussia bestätigt Blessin-Verpflichtung am 22. September

Damit ist die Personalie vollständig offiziell. Borussia Mönchengladbach veröffentlichte die Verpflichtung am 22. September auf der eigenen Vereinsseite. Auch Reuters, ZDFheute, die Sportschau beziehungsweise der WDR und weitere überregionale Medien berichteten anschließend über den Trainerwechsel. Bereits zuvor hatte es Meldungen über eine bevorstehende Einigung gegeben.

Nach Angaben des Vereins unterschrieb Blessin einen Vertrag bis 2028. Ein gesondertes Datum für die eigentliche Vertragsunterschrift wurde in der offiziellen Mitteilung nicht genannt. Belastbar festgehalten ist damit der 22. September als Tag der offiziellen Verpflichtung. Die Vorstellung folgte am Mittwoch, 23. September, um 13.30 Uhr im Borussia-Park gemeinsam mit Sportchef Rouven Schröder.

Der gebürtige Stuttgarter war bei seinem Amtsantritt 53 Jahre alt. Seine vorherige Station war der FC St. Pauli. Blessin hatte den Hamburger Klub zwei Jahre trainiert. In der Saison 2024/25 gelang St. Pauli unter ihm nach dem Aufstieg der Bundesliga-Klassenerhalt, ein Jahr später stieg die Mannschaft ab. Anschließend endete seine Tätigkeit beim Verein. Zuvor arbeitete Blessin unter anderem bei KV Oostende, Royale Union Saint-Gilloise und dem CFC Genua sowie mehrere Jahre im Nachwuchsbereich von RB Leipzig.

Blessin: Aus schwieriger Phase wieder eine gute Zeit machen

Bei seiner Vorstellung machte Blessin deutlich, dass zunächst die unmittelbare sportliche Situation im Mittelpunkt steht. „Wir müssen die Opferrolle schnell wegschieben“, sagte der neue Trainer nach Angaben des WDR. Zugleich erklärte er: „Ich gehe die Aufgabe mit Demut an, weil ich um die Strahlkraft des Vereins weiß.“ Sein Ziel formulierte Blessin ebenfalls deutlich: „Wir wollen aus einer Scheißzeit eine gute Zeit machen.“

Sportchef Rouven Schröder stellte zugleich klar, dass die Verpflichtung nicht ausschließlich als kurzfristige Reaktion auf die Tabellenlage gedacht sei. „Es war nie ein Feuerwehrmann gesucht“, sagte Schröder bei der Vorstellung. Borussia wolle langfristig mit Blessin arbeiten. Nach Darstellung von TORfabrik erklärte der Sportchef außerdem, er sei mit dem Trainer in den Gesprächen „relativ schnell auf einer Wellenlänge“ gewesen. Blessin brenne sowohl für seinen Beruf als auch für die Aufgabe in Mönchengladbach.

Blessin selbst verwies darauf, dass der Kader grundsätzlich Möglichkeiten biete. Bei seiner Vorstellung erklärte er, die Mannschaft habe Potenzial, zugleich gebe es Probleme, „die man nicht wegdiskutieren kann“. Kurzfristige Stabilisierung und die weitere Entwicklung des Teams sollen deshalb nacheinander angegangen werden.

Eugen Polanski musste nach drei Bundesliga-Spielen gehen

Blessin folgt auf Eugen Polanski. Borussia und der damalige Cheftrainer trennten sich am 13. September 2026 nach drei Spieltagen. Zu diesem Zeitpunkt hatte Mönchengladbach alle drei Bundesliga-Partien verloren und stand mit null Punkten sowie 3:12 Toren auf dem letzten Tabellenplatz. Unmittelbar zuvor hatte die Mannschaft beim SC Freiburg mit 0:5 verloren.

Eine weitergehende interne Begründung für die Trennung muss davon unterschieden werden. Öffentlich dokumentiert ist vor allem die sportliche Krise. Polanski selbst erklärte nach seinem Abschied, die Mannschaft habe sich für die neue Saison viel vorgenommen, dies jedoch nicht umgesetzt bekommen. Über nicht öffentlich bestätigte interne Ursachen hinaus gibt es keine belastbare Grundlage für weitergehende Feststellungen.

Bis zur Verpflichtung Blessins übernahm Jan-Moritz Lichte interimistisch. Auch unter ihm gelang gegen den FSV Mainz 05 keine Wende. Nach vier Bundesliga-Spieltagen stand Borussia damit weiter ohne Punkt am Tabellenende. Das Torverhältnis betrug zu diesem Zeitpunkt 6:16. Nach Angaben von ZDFheute handelte es sich um den schlechtesten Saisonstart des Vereins in der Bundesliga.

Neuer Trainer übernimmt einen deutlich veränderten Gladbach-Kader

Der Trainerwechsel fällt zugleich in eine Phase größerer Veränderungen innerhalb des Kaders. Borussia hatte die Mannschaft im Sommer 2026 umfangreich umgebaut. Die offizielle Transferübersicht der Bundesliga führt unter anderem Isac Lidberg, David Herold, Ko Itakura, Nicolas Kühn, Enzo Leopold und Yukhym Konoplia als Zugänge auf. Gleichzeitig verließen unter anderem Nico Elvedi und Rocco Reitz den Verein.

Gerade in der Defensive gab es Veränderungen. Nach Elvedis Wechsel zu Leeds United holte Borussia den japanischen Nationalspieler Ko Itakura von Ajax Amsterdam zurück. Sportchef Schröder bezeichnete ihn damals ausdrücklich als Spieler, der hinsichtlich Qualität und Erfahrung zum gesuchten Profil nach Elvedis Abgang passe.

Blessin übernimmt damit keinen unveränderten Kader, sondern eine Mannschaft, deren Zusammensetzung im Sommer an mehreren Positionen verändert wurde und die sich zu Saisonbeginn dennoch am Tabellenende wiederfand. Hinzu kamen Ausfälle mehrerer Spieler. ZDFheute berichtete zum Zeitpunkt der Trainerverpflichtung von insgesamt zehn neuen Spielern und mehreren derzeit nicht einsatzfähigen Akteuren.

Für Borussia bildet die Länderspielpause nun den zeitlichen Rahmen für den Neustart. Blessin hat bereits mit der Mannschaft gearbeitet und saß beim Testspiel gegen die Sportfreunde Siegen erstmals an der Seitenlinie. Sein erstes Bundesliga-Spiel als Gladbacher Cheftrainer ist für den 11. Oktober beim 1. FC Köln vorgesehen. Angesichts von null Punkten aus den ersten vier Ligaspielen beginnt seine Amtszeit damit aus einer klar definierten sportlichen Ausgangslage heraus.

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