
Bei einem Brand in einer psychiatrischen Klinik in Neuss sind am Samstag, 17. Oktober 2026, acht Menschen verletzt worden. Das Feuer brach am Morgen in einem Zimmer des Alexius-Krankenhauses aus. Nach Angaben der Feuerwehr waren auch angrenzende Bereiche von Rauch betroffen. Pflegekräfte brachten Menschen bereits vor dem Eintreffen der Einsatzkräfte aus den gefährdeten Gebäudeteilen. Insgesamt untersuchte der Rettungsdienst 26 Personen. Acht von ihnen mussten in umliegende Krankenhäuser gebracht werden.
Der Brand im Alexius-Krankenhaus beschäftigt auch die Polizei. Nach ersten Erkenntnissen soll eine Patientin das Feuer selbst verursacht haben. Das erklärte ein Polizeisprecher gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Die genauen Umstände der Brandentstehung blieben zunächst offen.
Der Feuerwehreinsatz begann am Samstagmorgen um 8.28 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt ging bei der Leitstelle ein Alarm der automatischen Brandmeldeanlage des Alexius-Krankenhauses an der Augustinusstraße ein. Die Einrichtung befindet sich im Augustinusviertel von Neuss. Als die ersten Feuerwehrkräfte eintrafen, stellten sie einen Zimmerbrand im Souterrain fest. Der Rauch hatte sich bereits in benachbarte Bereiche ausgebreitet.
Aufgrund der Situation veranlasste die Feuerwehr eine Verstärkung des Einsatzes. Die Alarmstufe wurde auf die Kategorie „Feuer Krankenhaus“ angehoben. Damit wurden zusätzliche Kräfte angefordert. Gleichzeitig bereiteten die Einsatzkräfte die Brandbekämpfung vor. Zwei Trupps gingen mit Atemschutzgeräten gegen die Flammen vor. Weitere Feuerwehrleute kontrollierten das Erdgeschoss und die übrigen Etagen auf eine mögliche Ausbreitung des Rauchs.
Gegen 9 Uhr hatten die Einsatzkräfte das Feuer unter Kontrolle. Anschließend überprüften sie das betroffene Zimmer auf verbliebene Glutnester und entfernten den Rauch aus dem Raum. Die Feuerwehr kontrollierte damit nicht nur den eigentlichen Brandort, sondern auch weitere Gebäudebereiche. Hinweise auf zusätzliche Brandherde enthielt die Einsatzmeldung nicht. Welche Gegenstände in dem Zimmer gebrannt hatten und wie hoch der entstandene Sachschaden ist, wurde zunächst nicht mitgeteilt.
Eine wesentliche Rolle bei dem Einsatz spielte das Pflegepersonal des Krankenhauses. Bereits bevor die Feuerwehr eintraf, hatten Beschäftigte die vom Brand betroffenen Bereiche geräumt. Die eintreffenden Rettungskräfte konnten sich dadurch auf die Brandbekämpfung, die Kontrolle der Rauchentwicklung und die medizinische Versorgung konzentrieren. Wie viele Patientinnen, Patienten und Beschäftigte unmittelbar aus den betroffenen Gebäudeteilen gebracht werden mussten, geht aus den bisherigen Angaben nicht hervor.
Der Rettungsdienst untersuchte insgesamt 26 Personen, die von dem Ereignis betroffen waren. Bei acht Menschen wurden Verletzungen festgestellt. Nach Angaben eines Feuerwehrsprechers gegenüber dpa hatten sie Rauch eingeatmet und wurden als leicht verletzt eingestuft. Zur weiteren medizinischen Abklärung brachte der Rettungsdienst sie vorsorglich in andere Krankenhäuser der Umgebung. Über ihren weiteren Gesundheitszustand und die Dauer der Behandlung lagen zunächst keine Informationen vor.
Bei Bränden in Krankenhäusern ist neben dem Löschen der Flammen insbesondere die Sicherheit der Menschen im Gebäude entscheidend. Rauch kann sich auch außerhalb des unmittelbar brennenden Raums ausbreiten. Hinzu kommt, dass manche Patientinnen und Patienten beim Verlassen eines Gebäudes Unterstützung benötigen. In Neuss hatte das Klinikpersonal die betroffenen Bereiche bereits geräumt, als die Feuerwehr eintraf. Ob weitere Stationen vorsorglich verlegt werden mussten, wurde nicht bekannt.
Neben dem Feuerwehreinsatz rückte am Samstag auch die Ursache des Brandes in den Mittelpunkt. Nach Angaben eines Polizeisprechers gegenüber dpa deuten erste Erkenntnisse darauf hin, dass eine Patientin das Feuer in einem Zimmer selbst gelegt haben soll. Eine abschließende Klärung der Umstände war damit zunächst nicht verbunden. Offen blieb insbesondere, auf welche Weise das Feuer ausgelöst wurde.
Auch zu einem möglichen Motiv, zur weiteren Behandlung der betroffenen Patientin oder zu konkreten strafrechtlichen Maßnahmen wurden zunächst keine gesicherten Angaben veröffentlicht. Ebenso war nicht bekannt, ob die Frau selbst unter den Verletzten war. Die bisherigen Erkenntnisse lassen keine abschließende Beurteilung zu, ob eine vorsätzliche oder fahrlässige Handlung vorlag. Eine strafrechtliche Verantwortung steht damit nicht fest.
Das betroffene Alexius/Josef Krankenhaus gehört zur St. Augustinus Gruppe und ist auf die psychiatrische und psychotherapeutische Versorgung spezialisiert. Nach eigenen Angaben verfügt die Einrichtung über rund 400 Plätze im vollstationären und teilstationären Bereich. Zum Angebot gehören außerdem ambulante und weitere therapeutische Behandlungen. Ob einzelne Angebote durch den Brand vorübergehend eingeschränkt werden mussten, war zunächst nicht bekannt.
Nach Abschluss der Löscharbeiten und der anschließenden Kontrollen übergab die Feuerwehr die Einsatzstelle wieder an den Betreiber des Krankenhauses. Gegen 11.30 Uhr war ihr Einsatz beendet. Die Maßnahmen des Rettungsdienstes dauerten zu diesem Zeitpunkt noch an. Damit lagen zwischen der automatischen Alarmierung am Morgen und dem Ende des Feuerwehreinsatzes rund drei Stunden. Über die Wiederbelegung des betroffenen Zimmers und mögliche Reparaturarbeiten gab es zunächst keine Angaben.
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