
Ein Dachstuhlbrand an den Michaelsschulen in Paderborn hat am Dienstagvormittag einen Großeinsatz in der Innenstadt ausgelöst. Das Feuer brach im Dachbereich des sogenannten A-Gebäudes der Schulen St. Michael an der Michaelsstraße 17 aus. Mehr als 80 Einsatzkräfte waren mit den Löscharbeiten beschäftigt. Ein 57-jähriger Mann wurde leicht verletzt, außerdem musste ein Feuerwehrmann in ein Krankenhaus gebracht werden.
Der Alarm bei Feuerwehr und Polizei ging gegen 9.40 Uhr ein. Beim Eintreffen der ersten Kräfte war im obersten Geschoss des Gebäudes bereits Rauch zu erkennen. Im weiteren Verlauf entwickelte sich der Einsatz zu einer umfangreichen Brandbekämpfung im Dachbereich.
Betroffen ist ein Gebäude des Gymnasiums und der Realschule St. Michael. Der Schulträger, das Erzbistum Paderborn, bezeichnete den betroffenen Gebäudeteil als A-Gebäude. Die Schulen liegen gemeinsam mit weiteren Einrichtungen des Campus an der Michaelsstraße 17 in der Paderborner Innenstadt.
Eine erste Mitteilung der Polizei, wonach das Feuer zeitnah gelöscht worden sei, wurde später korrigiert. Der Dachstuhlbrand war gegen Mittag noch nicht vollständig gelöscht. Die Feuerwehr rechnete damit, dass sich der Einsatz bis in den Nachmittag ziehen würde.
Nach Angaben der Polizei befanden sich drei Personen in dem betroffenen Gebäude und konnten es selbstständig verlassen. Bei ihnen handelte es sich nach weiteren Angaben aus Paderborn um Handwerker. Ein 57 Jahre alter Mann hatte Rauch eingeatmet und wurde vom Rettungsdienst behandelt. Die Polizei stufte seine Verletzungen als leicht ein. Er wurde in ein Krankenhaus gebracht.
Im Laufe des Einsatzes wurde auch ein Feuerwehrmann verletzt und zur Behandlung in eine Klinik gebracht. Welche Verletzung er erlitt, war zunächst nicht näher bekannt. Gesicherte Angaben zur Art oder Schwere seiner Verletzung lagen zunächst nicht vor.
Die Feuerwehr setzte zwei Drehleitern ein. Insgesamt waren mehr als 80 Einsatzkräfte mit der Brandbekämpfung beschäftigt. Zusätzlich wurden Spezialkräfte aus Bielefeld angefordert. Auch Höhenretter sowie eine Drohne aus Hövelhof kamen beziehungsweise sollten zum Einsatz kommen.
Eine vollständige Aufstellung aller beteiligten Löschzüge und Feuerwehren lag am frühen Dienstagnachmittag noch nicht vor. Der Einsatz gestaltete sich vor allem wegen der Lage des Feuers im Dachbereich aufwendig.
Wegen der Rauchentwicklung wurden Menschen in der Umgebung vorsorglich aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Eine darüber hinausgehende Gefahr für die Bevölkerung war zunächst nicht bekannt. Der Feuerwehreinsatz führte im Umfeld der Michaelsschulen zu Behinderungen. Konkrete Angaben zu einzelnen Straßensperrungen oder deren Dauer lagen zunächst nicht vor.
Zum Zeitpunkt des Brandes lief an den Michaelsschulen kein regulärer Unterricht. In Nordrhein-Westfalen dauern die Sommerferien noch bis einschließlich 1. September. Auf der Internetseite der Realschule St. Michael ist der Beginn des neuen Schuljahres mit Veranstaltungen ab dem 2. September angekündigt.
Nach Angaben der Polizei befanden sich drei Personen im betroffenen Gebäude. Schülerinnen und Schüler gehörten nach den bislang bekannten Angaben nicht dazu. Ob sich zu diesem Zeitpunkt Lehrkräfte in anderen Teilen des Schulkomplexes aufhielten, war zunächst nicht konkret mitgeteilt worden.
Das Erzbistum Paderborn steht als Schulträger nach eigenen Angaben mit den Einsatzkräften und Behörden in Kontakt. Die Eltern sollen über die Situation und das weitere Vorgehen informiert werden. Ob der Brand Auswirkungen auf den Unterrichtsbeginn in der kommenden Woche hat, war zunächst nicht bekannt.
Am Dach des Schulgebäudes finden derzeit Arbeiten statt. Die Polizei erklärte, dass das Feuer möglicherweise in einem Bereich ausgebrochen sei, in dem Dacharbeiten durchgeführt werden. Daraus ergibt sich bislang jedoch keine gesicherte Brandursache.
Brandsachverständige der Polizei nahmen den Brandort in ihre Ermittlungen auf. Der Bereich wurde beschlagnahmt. Die genaue Ursache blieb zunächst offen. Auch das Erzbistum erklärte, die Brandursache sei noch unklar. Eine Schadenshöhe war am frühen Dienstagnachmittag ebenfalls noch nicht bekannt. Die Ermittlungen zum Gesamtschaden dauern an.
Ein weiterer großer Dachstuhlbrand in Paderborn-Sennelager ereignete sich nicht am 25. August, sondern bereits am Abend des 29. Juni 2026. Damals brannte der Dachstuhl eines leerstehenden Mehrfamilienhauses der britischen Streitkräfte an der Lösekestraße.
Rund 40 Einsatzkräfte waren dort etwa zweieinhalb Stunden im Einsatz. Ein Teil des Dachstuhls stürzte ein, verletzt wurde niemand. Die Polizei bezifferte den Schaden anschließend auf rund 100.000 Euro und ging nach ihren damaligen Erkenntnissen von vorsätzlicher Brandstiftung aus.
Zwischen diesem Brand und dem Feuer an den Michaelsschulen liegen damit fast zwei Monate. Hinweise auf einen Zusammenhang gibt es nicht.
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