Feuer in Spandauer Geflüchtetenunterkunft: Hunderte verlassen Gebäude

Ein Schild zeigt Warnung
Symbolbild mit KI erstellt

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Bei einem Brand in einer Unterkunft für Geflüchtete in Berlin-Spandau sind am frühen Samstagmorgen vier Menschen durch Rauch verletzt worden. Drei von ihnen wurden in Krankenhäuser gebracht. Mehrere hundert Bewohner verließen das sechsgeschossige Gebäude und hielten sich während des Einsatzes vor der Unterkunft und in deren Umgebung auf. Rund 50 Menschen können zunächst nicht in ihren bisherigen Bereich zurückkehren und müssen vorübergehend anderweitig untergebracht werden.

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Die Berliner Feuerwehr war mit 74 Einsatzkräften und 26 Fahrzeugen in der Straße Freiheit im Einsatz. Das Feuer war im vierten Obergeschoss eines ehemaligen Hotel beziehungsweise Hostelgebäudes ausgebrochen, das derzeit als Unterkunft für geflüchtete Menschen genutzt wird. Das Haus ist nach Angaben der Feuerwehr für knapp 1.200 Menschen ausgelegt.

Brandmeldeanlage löst in der Nacht Alarm aus

Die Feuerwehr wurde um 3.43 Uhr über eine ausgelöste Brandmeldeanlage alarmiert. Beim Eintreffen bestätigten die ersten Einsatzkräfte einen Brand im Flur des vierten Obergeschosses. Dort brannten Einrichtungsgegenstände und Unrat. Der Rauch breitete sich anschließend umfangreich innerhalb des Gebäudes aus. Betroffen waren nach Angaben der Feuerwehr unter anderem Flure, Treppenräume und Unterkunftszimmer.

Nach Angaben mehrerer auf die Feuerwehr gestützter Berichte zog Rauch auch bis in die fünfte und sechste Etage. Die hohe Zahl der Bewohner machte den Einsatz besonders aufwendig. Mehrere hundert Menschen brachten sich selbst ins Freie und sammelten sich vor dem Gebäude sowie im unmittelbaren Umfeld. Beschäftigte des Sicherheitsdienstes hatten vor dem Eintreffen der Feuerwehr bereits Löschversuche mit Feuerlöschern unternommen.

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Die Einsatzleitung erhöhte wegen des Schadensbildes die Alarmstufe. Zusätzlich wurde das für einen möglichen Massenanfall von Verletzten vorgesehene Einsatzmodul aktiviert. Damit standen zusätzliche Kräfte und Fahrzeuge für die Sichtung, medizinische Versorgung, Betreuung und einen möglichen Transport einer größeren Zahl von Menschen bereit.

Vier Menschen durch Rauch verletzt

Insgesamt registrierte die Feuerwehr vier durch Rauch verletzte Menschen. Drei von ihnen wurden zur weiteren Versorgung in ein Krankenhaus gebracht. Zu einer darüber hinausgehenden Einstufung der Verletzungsschwere machte die Feuerwehr zunächst keine Angaben. Hinweise auf lebensgefährliche Verletzungen lagen am Samstagmorgen nicht vor.

Der Rundfunk Berlin Brandenburg berichtete ebenfalls von mindestens vier Verletzten und drei Krankenhaustransporten. Damit decken sich die wesentlichen Angaben zur Zahl der Verletzten mit der offiziellen Einsatzbilanz der Feuerwehr.

Die eigentlichen Löscharbeiten zeigten nach Darstellung der Feuerwehr schnell Wirkung. Eine weitere Ausbreitung des Feuers konnte verhindert werden. Deutlich zeitaufwendiger waren anschließend die Kontrolle des weitläufigen Gebäudes und die Belüftung der verrauchten Bereiche. Die Feuerwehr verwies dabei auch auf die hohe Zahl der betroffenen Menschen und teilweise bestehende Sprachbarrieren.

74 Kräfte und 26 Fahrzeuge im Einsatz

Insgesamt setzte die Berliner Feuerwehr 74 Einsatzkräfte und 26 Fahrzeuge ein. Dazu gehörten acht Lösch- und Hilfeleistungsfahrzeuge, zwei Drehleitern, sechs Rettungswagen, ein Notarzteinsatzfahrzeug, drei Sonderfahrzeuge sowie mehrere Führungsdienste. Auch ein Leitender Notarzt war vor Ort. Bei der Brandbekämpfung kamen unter anderem ein Löschrohr, 19 Pressluftatmer und ein Drucklüfter zum Einsatz.

Die Feuerwehr schloss ihre technischen Maßnahmen nach etwa zwei Stunden ab. Anschließend wurde der Brandort der Polizei übergeben. Damit endete der unmittelbare Feuerwehreinsatz, während die Ermittlungen zur Entstehung des Feuers begannen.

Rund 50 Bewohner brauchen vorübergehend andere Unterkunft

Der unmittelbar vom Brand betroffene Gebäudebereich ist zunächst nicht bewohnbar. Nach Angaben der Feuerwehr betrifft dies etwa 50 Bewohner. Die Feuerwehr nahm deshalb Kontakt mit dem Bezirksamt Spandau auf, das bei Bedarf die Organisation einer vorübergehenden Ersatzunterbringung übernehmen kann. In ersten Agenturmeldungen war von etwa 50 bis 60 Menschen die Rede, die nicht unmittelbar in ihre Unterkunft zurückkehren konnten.

Der überwiegende Teil der mehreren hundert Menschen, die das Gebäude während des Brandes verlassen hatten, ist davon nicht zwangsläufig dauerhaft betroffen. Die Evakuierung beziehungsweise das selbstständige Verlassen des Hauses während des Einsatzes ist deshalb von der wesentlich kleineren Zahl der Bewohner zu unterscheiden, die wegen des Brandschadens vorerst anderweitig untergebracht werden müssen.

Ursache des Feuers noch nicht geklärt

Wie das Feuer im Flur des vierten Obergeschosses entstand, war am Samstagvormittag noch nicht geklärt. Die Berliner Feuerwehr machte hierzu keine Festlegung. Nach Abschluss ihrer Arbeiten übergab sie den Einsatzort ausdrücklich zur Ermittlung der Brandursache an die Polizei.

Gesicherte Angaben dazu, ob das Feuer fahrlässig, vorsätzlich oder aufgrund eines technischen Defekts entstand, lagen zunächst nicht vor. Auch zu einem möglichen strafrechtlichen Hintergrund gab es zunächst keine bestätigten Informationen. Entsprechende Schlussfolgerungen wären daher verfrüht.

Der Einsatz macht zugleich deutlich, welche besonderen Anforderungen Brände in großen Gemeinschaftsunterkünften an Rettungskräfte stellen können. In dem Spandauer Gebäude können knapp 1.200 Menschen untergebracht werden. Schon die Räumung beziehungsweise Selbstrettung mehrerer hundert Bewohner, die medizinische Sichtung und die Kontrolle verrauchten Bereiche erforderten deshalb einen erheblichen Personaleinsatz, obwohl der eigentliche Brand auf einen vergleichsweise begrenzten Bereich des vierten Obergeschosses beschränkt blieb.

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