
Die Deutsche Post will das Briefporto zum 1. Januar 2027 deutlich erhöhen. Besonders stark soll der Preis für den Maxibrief steigen. Statt bisher 2,90 Euro wären künftig 5 Euro fällig. Auch Standardbriefe, Postkarten und weitere Versandformate werden nach den Plänen des Unternehmens teurer. Die Bundesnetzagentur muss die neuen Preise allerdings noch genehmigen.
Die geplante Portoerhöhung der Deutschen Post fällt je nach Briefart unterschiedlich aus. Für den Standardbrief mit einem Gewicht von bis zu 20 Gramm sieht das Unternehmen künftig 1,15 Euro vor. Gegenüber den bisherigen 95 Cent entspricht das einer Erhöhung um gut 21 Prozent. Damit wäre es der bislang größte absolute Preissprung beim Standardbrief.
Noch deutlicher fällt die Veränderung beim Maxibrief aus. Dessen Preis soll um 2,10 Euro auf 5 Euro steigen. Das entspricht einer Verteuerung um rund 72 Prozent. Für einen Großbrief wären künftig 2,35 Euro statt bisher 1,80 Euro zu bezahlen. Der Kompaktbrief soll sich von 1,10 Euro auf 1,25 Euro verteuern. Auch eine Postkarte würde künftig 1,15 Euro kosten und damit genauso viel wie ein Standardbrief.
Die neuen Preise sollen ab dem 1. Januar 2027 gelten und bis Ende 2028 Bestand haben. Nicht alle Leistungen werden teurer. Die zusätzlichen Entgelte für Einschreiben, einschließlich Einschreiben Einwurf und Rückschein, sollen unverändert bleiben.
Die Deutsche Post kann ihre regulierten Briefpreise nicht eigenständig erhöhen. Zuständig für die Genehmigung ist die Bundesnetzagentur. Sie hatte am 12. Oktober einen Entwurf veröffentlicht, der für Privatkundenbriefe einen durchschnittlichen Preiserhöhungsspielraum von 20,35 Prozent vorsieht. Bei der vorherigen Anpassung lag dieser Wert bei 10,48 Prozent.
Der Spielraum gilt für das gesamte regulierte Briefangebot und nicht für jede Versandart einzeln. Deshalb kann die Post einzelne Produkte deutlich stärker verteuern, solange die Berechnung für den gesamten Produktbereich innerhalb der genehmigten Vorgaben bleibt. Das erklärt auch, weshalb der Maxibrief wesentlich stärker im Preis steigen soll als der Standardbrief.
Bis zum 30. Oktober können Unternehmen, Verbraucherschützer und weitere Beteiligte Stellung zum Entwurf nehmen. Die Bundesnetzagentur rechnet im November mit einer endgültigen Entscheidung über den Preisrahmen. Anschließend müssen die konkreten Briefpreise genehmigt werden. Eine abschließende Zustimmung lag am 20. Oktober noch nicht vor.
Neben den Preisen will die Deutsche Post auch die Versandformate verändern. Ein Großbrief darf ab Januar 2027 bis zu drei Zentimeter dick sein und ein Kilogramm wiegen. Bislang sind höchstens zwei Zentimeter und 500 Gramm erlaubt. Damit können künftig umfangreichere Dokumente zum Großbriefporto verschickt werden.
Beim Maxibrief steigt das zulässige Gewicht von einem auf zwei Kilogramm. Außerdem werden größere Längen- und Breitenmaße erlaubt. Die maximale Dicke sinkt allerdings von fünf auf drei Zentimeter. Sendungen, die diese neue Höhengrenze überschreiten, können künftig nicht mehr als normaler Maxibrief verschickt werden. Je nach Inhalt kommen stattdessen eine Warensendung, ein Päckchen oder ein Paket infrage. Der bisherige nationale Maxibrief mit Zusatzentgelt entfällt.
Auch beim internationalen Versand sind Änderungen vorgesehen. Der Standardbrief ins Ausland soll künftig 1,45 Euro statt 1,25 Euro kosten. Der bisherige internationale Maxibrief entfällt. Neu eingeführt wird ein Midibrief für Dokumente bis 500 Gramm.
Die Deutsche Post begründet die geplanten Preissteigerungen mit rückläufigen Briefmengen und höheren Kosten für Personal, Energie und Infrastruktur. Unternehmen, Behörden und Privatpersonen verlagern einen wachsenden Teil ihrer Kommunikation auf digitale Kanäle. Gleichzeitig muss das Unternehmen weiterhin ein bundesweites Netz zur Briefannahme und Zustellung betreiben.
Die Bundesnetzagentur sieht ebenfalls im Rückgang der Sendungsmengen den wesentlichen Grund für die steigenden Stückkosten. Nach Angaben der Behörde wurden in Deutschland im Jahr 2005 noch 16,9 Milliarden Briefe verschickt. Für 2025 lag die Menge nur noch bei knapp 9,4 Milliarden Sendungen. Die Post verweist zudem auf jährliche Investitionen von rund einer Milliarde Euro in ihre Infrastruktur.
Im europäischen Vergleich bleibt das geplante Standardbriefporto nach Angaben des Unternehmens unter dem Durchschnitt von 1,52 Euro. Die Preisentwicklung ist dabei kein ausschließlich deutsches Phänomen. Auch in anderen europäischen Ländern sinken die Briefmengen, während die Kosten für die flächendeckende Versorgung bestehen bleiben. Für Verbraucher in Deutschland bedeutet die geplante Anpassung dennoch eine spürbare Verteuerung, insbesondere beim Versand größerer Briefe.
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