BSW-Spitze kritisiert gemeinsames Abendessen mit AfD-Politikern

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Symbolbild mit KI erstellt

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Ein gemeinsames Abendessen von Politikern des Bündnisses Sahra Wagenknecht (BSW) und der AfD bei einer Veranstaltung des rechtsextremen Magazins Compact sorgt für deutliche Kritik innerhalb des BSW. Die stellvertretende BSW-Fraktionsvorsitzende in Sachsen-Anhalt, Claudia Wittig, hat ihre Teilnahme inzwischen als Fehler bezeichnet. Zuvor hatten Parteigründerin Sahra Wagenknecht und Bundesvorsitzender Fabio De Masi öffentlich Distanz zu dem Treffen gefordert.

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BSW-Abgeordnete besuchen Compact-Veranstaltung in Magdeburg

Das Compact-Treffen in Magdeburg fand am Donnerstag, 8. Oktober 2026, anlässlich der Eröffnung eines neuen TV-Studios statt. An der Veranstaltung nahmen alle fünf Mitglieder der BSW-Landtagsfraktion Sachsen-Anhalt teil, darunter Fraktionschef Thomas Schulze und seine Stellvertreterin Claudia Wittig.

Unter den Gästen befanden sich auch mehrere führende AfD-Politiker. Dazu gehörten der neue Landtagspräsident Tobias Rausch, AfD-Fraktionschef Oliver Kirchner und Landtagsvizepräsident Hans-Thomas Tillschneider. Veröffentlichte Fotos zeigen Vertreter beider Parteien bei einem gemeinsamen Abendessen.

Compact-Herausgeber Jürgen Elsässer erklärte, bei der Veranstaltung seien auch strategische Fragen angesprochen worden. Welche konkreten Inhalte dabei besprochen wurden, blieb offen. Politische Vereinbarungen zwischen den Beteiligten waren zunächst nicht bestätigt.

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Claudia Wittig räumt nach Kritik Fehler ein

Wittig hatte das gemeinsame Essen zunächst verteidigt. Auf der Plattform X argumentierte sie, dass Menschen unterschiedlicher politischer Überzeugungen auch gemeinsam essen und miteinander sprechen könnten.

Am Sonntag änderte die BSW-Politikerin ihre öffentliche Position. Gegenüber dem Spiegel erklärte sie, dass es unklug gewesen sei, nach der Studioeröffnung auch am anschließenden Essen teilzunehmen. Die Fraktion bedauere diesen Fehler und wolle eine Wiederholung vermeiden.

Gleichzeitig widersprach Wittig dem Eindruck einer besonderen politischen Nähe zur AfD. Das BSW werde weiterhin mit sämtlichen im Landtag vertretenen Parteien sprechen und bei politischen Sachfragen nach Mehrheiten suchen.

Wagenknecht und De Masi ziehen Grenzen

Parteigründerin Sahra Wagenknecht kritisierte das Abendessen gegenüber dem Spiegel deutlich. Gespräche mit allen parlamentarisch vertretenen Parteien seien aus ihrer Sicht richtig. Gemeinsame Abendessen mit AfD-Politikern lehnte sie dagegen ab.

Bereits am Freitag hatte Bundesvorsitzender Fabio De Masi auf X vor dem Eindruck einer bevorzugten Zusammenarbeit zwischen BSW und AfD gewarnt. Er bezeichnete die AfD als politischen Gegner und betonte die Ablehnung von Geschichtsrevisionismus, völkischem Gedankengut und der Abwertung gesellschaftlicher Gruppen.

Auch der stellvertretende Parteivorsitzende Christian Leye kritisierte gemeinsam mit dem BSW-Landesverband Nordrhein-Westfalen die Nähe einzelner Parteivertreter zur AfD. Innerhalb der Partei verlangte zudem der Politikwissenschaftler Johannes Varwick, Mitglied der BSW-Grundwertekommission, eine Korrektur des politischen Kurses.

Compact gilt als gesichert rechtsextremistisch

Die hinter dem Magazin stehende Compact-Magazin GmbH wurde vom Bundesamt für Verfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestuft. Das Unternehmen veröffentlicht neben dem Magazin auch Beiträge über seinen Videokanal Compact-TV.

Im Juli 2024 hatte das damalige Bundesinnenministerium die Compact-Magazin GmbH und eine verbundene Gesellschaft verboten. Das Bundesverwaltungsgericht hob dieses Verbot im Juni 2025 auf. Die Richter stellten zwar verfassungswidrige Positionen innerhalb der Organisation fest, sahen jedoch die hohen rechtlichen Voraussetzungen für ein Vereinsverbot nicht als erfüllt an.

Zusammenarbeit mit der AfD beschäftigt das BSW weiter

Die Auseinandersetzung über das Abendessen fällt in eine Phase verstärkter parlamentarischer Kontakte zwischen BSW und AfD in Sachsen-Anhalt. Die BSW-Fraktion hatte zuvor angekündigt, den AfD-Politiker Tobias Rausch bei der Wahl zum Landtagspräsidenten zu unterstützen. Rausch wurde am 6. Oktober mit 48 Ja-Stimmen gewählt.

Darüber hinaus haben AfD und BSW einen gemeinsamen Antrag zur Ukrainepolitik eingebracht. Darin setzen sich beide Fraktionen für eine Abkehr von Sanktionen gegen Russland sowie für diplomatische Verhandlungen ein. Der Landtag soll am 14. Oktober in einer Sondersitzung darüber beraten.

Die unterschiedlichen Reaktionen auf das Compact-Abendessen verdeutlichen die politische Differenz innerhalb des BSW. Während die Landtagsfraktion die parlamentarische Zusammenarbeit mit der AfD fortsetzen will, lehnt die Bundesspitze eine darüber hinausgehende politische Annäherung ausdrücklich ab.

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu