
Die Dating-App Bumble soll für rund 1,3 Milliarden US-Dollar an die Investmentgesellschaft Ithaca Holdings verkauft werden. Das Unternehmen aus den USA gab am Dienstag, 13. Oktober 2026, eine verbindliche Übernahmevereinbarung bekannt. Nach Abschluss des Geschäfts soll Bumble von der Börse genommen werden. Für den Betreiber der einst stark wachsenden Dating-Plattform bedeutet der geplante Eigentümerwechsel einen tiefgreifenden Einschnitt.
Ithaca Holdings bietet den Aktionären 6,05 US-Dollar je Aktie in bar. Das entspricht einem Aufschlag von rund 138 Prozent auf den Schlusskurs vom 9. Oktober, bevor die Übernahmegespräche öffentlich bekannt wurden. Bereits am Montag hatte die Bumble-Aktie um knapp 50 Prozent zugelegt. Am Dienstag folgte ein weiterer Kurssprung von rund 57 Prozent auf 5,95 Dollar.
Trotz des deutlichen Kursanstiegs bleibt die Unternehmensbewertung weit unter früheren Höchstständen. Beim Börsendebüt 2021 erreichte Bumble zeitweise einen Marktwert von rund 14 Milliarden Dollar. Vor Bekanntwerden der Übernahmegespräche war dieser auf wenige Hundert Millionen Dollar geschrumpft.
Hinter dem geplanten Börsenrückzug stehen erhebliche wirtschaftliche Herausforderungen. Im zweiten Quartal 2026 sank der Umsatz des Bumble-Konzerns im Vergleich zum Vorjahr um 15,2 Prozent auf 210,5 Millionen Dollar. Gleichzeitig ging die Zahl zahlender Nutzer um 16,4 Prozent von rund 3,8 auf 3,2 Millionen zurück.
Bumble hatte in den vergangenen Jahren mehrfach versucht, sein Angebot attraktiver zu gestalten. Dazu gehörten neue Funktionen für die Kontaktaufnahme, Veränderungen beim Nutzererlebnis und der verstärkte Einsatz Künstlicher Intelligenz. Eine nachhaltige Erholung der Geschäftszahlen blieb bislang aus.
Die Schwierigkeiten von Bumble stehen im Zusammenhang mit Veränderungen auf dem internationalen Dating-Markt. Auch Wettbewerber wie Tinder und Hinge, die zum US-Konzern Match Group gehören, müssen sich auf veränderte Erwartungen einstellen. Besonders jüngere Menschen zeigen zunehmend Vorbehalte gegenüber dem klassischen Prinzip, bei dem Nutzer fortlaufend Profile durchsehen und nach links oder rechts wischen.
Bumble hatte sich seit seiner Gründung 2014 durch ein besonderes Konzept von der Konkurrenz abgegrenzt. Ursprünglich durften bei heterosexuellen Kontakten nur Frauen eine Unterhaltung beginnen. Diese Regel wurde im August 2026 gelockert. Damit veränderte das Unternehmen eines seiner bekanntesten Merkmale.
Während Bumble an zahlenden Kunden verliert, konnte sich insbesondere Hinge im Wettbewerb vergleichsweise gut behaupten. Die Entwicklung verdeutlicht, dass die Probleme der Dating-Branche nicht alle Anbieter im gleichen Ausmaß treffen.
Mit der Übernahme soll auch die Unternehmensführung neu aufgestellt werden. Die Ithaca-Gründer Ravi Gupta und John Hegeman sollen nach Abschluss der Transaktion gemeinsam die Führung von Bumble übernehmen. Hegeman war zuvor in leitender Position beim Facebook-Mutterkonzern Meta tätig.
Bumble-Gründerin Whitney Wolfe Herd, die 2025 auf den Chefposten zurückgekehrt war, soll weiterhin eng in die Entwicklung des Unternehmens eingebunden bleiben. Ithaca Holdings verfolgt nach eigenen Angaben das Ziel, etablierte Technologieunternehmen mithilfe neuer Technologien und Künstlicher Intelligenz weiterzuentwickeln.
Die erforderliche Zustimmung wichtiger Anteilseigner liegt bereits vor. Dazu gehören Beteiligungsgesellschaften des Finanzinvestors Blackstone sowie Whitney Wolfe Herd. Auch der Verwaltungsrat stimmte der Transaktion nach einer Prüfung durch ein unabhängiges Gremium zu.
Der Vollzug hängt allerdings noch von weiteren Voraussetzungen ab, darunter behördliche Freigaben. Bis dahin bleibt Bumble an der US-Technologiebörse Nasdaq notiert. Nach Abschluss der Übernahme soll das Unternehmen privat geführt werden und seinen Hauptsitz im texanischen Austin behalten.
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