Arte zeigt heute die Geschichte von Byzanz und seinem Einfluss auf Europa

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Das Byzantinische Reich existierte mehr als tausend Jahre und hinterließ Spuren, die bis heute in Europas Architektur, Kunst und Religion sichtbar sind. Am Samstag, 17. Oktober 2026, zeigt arte um 20:15 Uhr erstmals im deutschen Fernsehen den Dokumentarfilm „Byzanz, goldenes Erbe Europas“. Die französische Produktion von Regisseur Jacques Plaisant erzählt von einer Zivilisation, deren kultureller Einfluss weit über ihre politischen Grenzen hinausreichte. Ein weiterer Anlass ist die Neuordnung byzantinischer Kunstsammlungen im Pariser Louvre.

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Byzanz, goldenes Erbe Europas: Das zeigt die neue arte-Dokumentation

Der 90-minütige Dokumentarfilm begleitet die Entwicklung des Byzantinischen Reiches von der Spätantike bis zur Eroberung Konstantinopels im Jahr 1453. Dabei stehen nicht allein Kaiser, Kriege und politische Umbrüche im Mittelpunkt. Die Produktion beschäftigt sich vor allem damit, wie sich im östlichen Mittelmeerraum eine eigenständige Kultur entwickelte und welche Bedeutung ihre künstlerischen und religiösen Traditionen für Europa gewannen.

Ausgangspunkt ist das vierte Jahrhundert. Unter Kaiser Konstantin rückte der Osten des Römischen Reiches stärker in den Mittelpunkt der politischen Macht. Am Bosporus entstand Konstantinopel, das heutige Istanbul. Die Stadt entwickelte sich zu einem bedeutenden Zentrum von Verwaltung, Handel, Religion und Kunst.

Das Reich verband römische Herrschaftstraditionen mit griechischer Sprache und Kultur sowie dem zunehmend prägenden Christentum. Daraus entstand eine Zivilisation, die über Jahrhunderte Beziehungen nach Europa, Asien und Nordafrika unterhielt.

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Der Film veranschaulicht diese Geschichte anhand von Bauwerken, Mosaiken, Ikonen, Handschriften und archäologischen Funden. Er zeigt zugleich, dass die Entwicklung von Byzanz nicht geradlinig verlief, sondern von religiösen Auseinandersetzungen, territorialen Verlusten und politischen Konflikten geprägt war.

Von Istanbul über Ravenna bis zum Katharinenkloster

Für seine historische Spurensuche führt Jacques Plaisant die Zuschauer an mehrere bedeutende Orte byzantinischer Geschichte. Zu den Schauplätzen gehören Istanbul, Ravenna in Italien, Griechenland, Serbien und das Katharinenkloster auf der Sinai-Halbinsel in Ägypten. Auch der Louvre in Paris spielt eine wichtige Rolle.

Ein zentrales Bauwerk ist die Hagia Sophia in Istanbul. Die unter Kaiser Justinian im sechsten Jahrhundert errichtete Kirche wurde zu einem herausragenden Beispiel byzantinischer Architektur. Ihre mächtige Kuppel und ihre aufwendige künstlerische Gestaltung dokumentieren den politischen und religiösen Anspruch des damaligen Kaiserreiches.

In Ravenna wiederum gehören die frühchristlichen und byzantinischen Mosaiken zu den bedeutendsten erhaltenen Zeugnissen dieser Epoche. Sie zeigen, wie eng religiöse Bildsprache und kaiserliche Repräsentation miteinander verbunden waren.

Auch das Katharinenkloster am Sinai besitzt für die Geschichte christlicher Bildkunst besondere Bedeutung. Dort sind frühe Ikonen erhalten, die Einblicke in religiöse Traditionen und künstlerische Entwicklungen ermöglichen.

Die unterschiedlichen Schauplätze verdeutlichen, dass sich der Einfluss von Konstantinopel nicht auf die Hauptstadt beschränkte. Byzantinische Kunst und Ideen verbreiteten sich über Handelswege, religiöse Beziehungen und politische Kontakte in weiten Teilen des Mittelmeerraums.

Neue Louvre-Abteilung soll 2028 eröffnen

Ein besonderer Bezug zur Gegenwart entsteht durch das Louvre-Projekt zur byzantinischen und ostchristlichen Kunst. Das Pariser Museum hat dafür einen eigenen Sammlungsbereich geschaffen, dessen neue Ausstellungsräume nach aktuellem Planungsstand 2028 eröffnet werden sollen.

Der neunte Fachbereich des Louvre wurde bereits 2022 offiziell eingerichtet. Er umfasst inzwischen mehr als 20.000 Werke aus unterschiedlichen Regionen und Epochen. Die Bestände reichen von den Anfängen christlicher Bildkunst bis ins frühe 20. Jahrhundert.

Die geografische Spannweite ist erheblich. Sie reicht von Äthiopien über den östlichen Mittelmeerraum und den Kaukasus bis nach Russland. Dadurch soll nicht nur die Kunst des eigentlichen Byzantinischen Reiches präsentiert werden, sondern auch das kulturelle Erbe verschiedener christlicher Gemeinschaften des Ostens.

Für die künftige Ausstellung sind mehr als 2.200 Quadratmeter im Denon-Flügel des Louvre vorgesehen. Die Räume sollen die Verbindungen zwischen römischer Antike, byzantinischer Kultur und islamischer Kunst deutlicher sichtbar machen.

Geleitet wird der Fachbereich von Maximilien Durand. Er gehört auch zu den Fachleuten, die im Zusammenhang mit dem Dokumentarfilm genannt werden. Die Produktion greift damit ein Museumsprojekt auf, das einen neuen Zugang zu einem bislang auf verschiedene Sammlungen verteilten Kulturerbe schaffen soll.

Religionskonflikte und das Ende des Byzantinischen Reiches

Neben den künstlerischen Leistungen behandelt die Dokumentation wichtige politische und religiöse Wendepunkte.

Im siebten Jahrhundert verlor das Reich durch arabische Eroberungen große Gebiete. Im achten und neunten Jahrhundert führte der sogenannte Bilderstreit zu schweren inneren Auseinandersetzungen. Dabei ging es um die Zulässigkeit religiöser Bilder und ihre Verehrung, zugleich aber auch um das Verhältnis zwischen weltlicher und geistlicher Macht.

Eine weitere Zäsur folgte 1204, als Kreuzfahrer des Vierten Kreuzzugs Konstantinopel eroberten und plünderten. Die Ereignisse schwächten das Reich dauerhaft und vertieften die Konflikte zwischen dem lateinischen Westen und der griechisch geprägten Welt.

1453 wurde Konstantinopel schließlich von den Osmanen erobert. Damit endete das Byzantinische Reich als eigenständiger Staat.

Seine kulturellen Traditionen verschwanden jedoch nicht. Byzantinische Handschriften, religiöse Bildformen und das Wissen griechischer Gelehrter wirkten über die politischen Grenzen des Reiches hinaus. Auch die italienische Renaissance entwickelte sich in einem Umfeld, das von der Wiederentdeckung und Weitergabe antiker und griechischer Texte geprägt war.

Historiker und Kunstexperten begleiten den Film

Die französische Produktion aus dem Jahr 2026 entstand unter der Regie von Jacques Plaisant, der auch für das Drehbuch verantwortlich zeichnet.

Zu den genannten Mitwirkenden gehören die Historiker Olivier Delouis, Jonathan Bardill und Claudia Rapp sowie die Kunsthistorikerinnen Catherine Jolivet-Levy und Maria-Christina Carile. Hinzu kommen Fachleute aus Museen und der Denkmalforschung, darunter Maximilien Durand vom Louvre und Pater Justin Sinaites, Bibliothekar des Katharinenklosters.

Die wissenschaftlichen Beiträge ergänzen die Aufnahmen historischer Stätten und erhalten gebliebener Kunstwerke. Dadurch verbindet die Dokumentation eine chronologische Darstellung der Geschichte mit der Betrachtung einzelner Kulturgüter.

Arte zeigt die TV-Premiere heute um 20:15 Uhr

„Byzanz, goldenes Erbe Europas“ wird am Samstag, 17. Oktober 2026, von 20:15 bis 21:45 Uhr auf arte ausgestrahlt. Der Dokumentarfilm stammt aus Frankreich und hat eine Laufzeit von 90 Minuten.

Im Anschluss folgt um 21:45 Uhr die Dokumentation „Denkmäler der Ewigkeit: Hagia Sophia“, die sich ausführlich mit dem berühmten Bauwerk in Istanbul und seiner wechselvollen Geschichte beschäftigt. Der Sender setzt damit seinen historischen Themenabend fort.

Eine Wiederholung von „Byzanz, goldenes Erbe Europas“ ist für Dienstag, 20. Oktober, um 8:25 Uhr vorgesehen. Darüber hinaus führt arte den Film in seinem Onlineangebot und nennt als Ende der Verfügbarkeit den 16. Dezember 2026.

Die TV-Premiere bietet damit einen Überblick über ein Reich, dessen politische Geschichte 1453 endete, dessen Kunst, Architektur und religiöse Traditionen aber weiterhin zum kulturellen Erbe Europas gehören.

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