
Stephen Kings Horrorklassiker „Carrie“ bekommt eine neue Serienfassung. Seit Mittwoch, 7. Oktober 2026, ist die Carrie-Serie bei Prime Video auch in Deutschland verfügbar. Der Streamingdienst hat die komplette erste Staffel auf einmal veröffentlicht. Sie umfasst acht Episoden. Die Titelrolle übernimmt Summer H. Howell, während Mike Flanagan als Showrunner, Autor und Executive Producer hinter der Neuinterpretation steht.
Anders als bei zahlreichen aktuellen Streamingserien müssen Zuschauer damit nicht mehrere Wochen auf das Ende der Staffel warten. Prime Video führt auf seiner deutschen Seite bereits alle acht Episoden als verfügbar. Der deutsche und der englische Originaltitel sind identisch: „Carrie“. Für Deutschland weist der Dienst die Serie mit der Altersangabe „AB 16“ aus.
Grundlage ist Stephen Kings 1974 erschienener Debütroman „Carrie“. Im Mittelpunkt steht Carrie White, eine Jugendliche, die bislang weitgehend abgeschirmt mit ihrer Mutter Margaret gelebt hat. Nach dem plötzlichen Tod ihres Vaters kommt Carrie auf eine öffentliche Highschool und muss sich dort in einer für sie völlig neuen Umgebung zurechtfinden. Gleichzeitig entdeckt sie ungewöhnliche telekinetische Fähigkeiten.
Die neue Serie übernimmt diese Grundkonstellation, verlegt sie aber deutlich in die Gegenwart. Eine zentrale Rolle spielen digitales Mobbing, soziale Netzwerke und die Geschwindigkeit, mit der Demütigungen innerhalb einer Schulgemeinschaft öffentlich werden können. Damit greift Flanagans Version Themen auf, die es in Kings Roman in dieser Form noch nicht geben konnte. Auch Reuters beschreibt die Neuinterpretation als ausdrücklich auf heutige Erfahrungen von Jugendlichen zugeschnitten.
Über die offizielle Ausgangslage hinaus müssen Neueinsteiger keine Vorkenntnisse aus dem Roman oder früheren Verfilmungen mitbringen. Prime Video vermarktet die Produktion als erste Serienadaption von Kings Stoff. Die acht Folgen geben den Figuren und ihrem Umfeld entsprechend deutlich mehr Raum als eine klassische Spielfilmfassung.
Im Zentrum der Serie steht Summer H. Howell als Carrie White. Amazon zufolge wurde die Schauspielerin nach einer umfangreichen Besetzungssuche ausgewählt, bei der mehr als 1.000 Darstellerinnen für die Rolle vorsprachen. Carries Mutter Margaret wird von Samantha Sloyan gespielt, die bereits mehrfach mit Mike Flanagan zusammengearbeitet hat.
Zum weiteren Hauptensemble gehören Siena Agudong als Sue Snell, Alison Thornton als Chris Hargensen, Joel Oulette als Tommy Ross, Josie Totah als Tina, Arthur Conti als Billy und Thalia Dudek als Emaline. Amber Midthunder übernimmt die Rolle von Miss Desjardin, Matthew Lillard spielt Principal Grayle. Diese Besetzung wird sowohl von Amazon als auch auf der deutschen Prime-Video-Seite geführt.
Die kreative Leitung liegt bei Mike Flanagan, der vor allem durch Horrorproduktionen wie „The Haunting of Hill House“, „Midnight Mass“ und die Stephen-King-Verfilmung „Doctor Sleep“ bekannt geworden ist. Bei „Carrie“ arbeitet er als Showrunner, Autor und Executive Producer. Außerdem führt er bei vier der insgesamt acht Folgen Regie. Stephen King ist ebenfalls als Executive Producer beteiligt. Produziert wird die Serie von Amazon MGM Studios.
Für die weiteren Episoden nennt Prime Video Kate Siegel, Axelle Carolyn, Kyra Sedgwick und Hiromi Kamata als Regisseurinnen. Dadurch verteilt sich die Inszenierung der achtteiligen Staffel auf insgesamt fünf Namen.
Prime Video hatte den 7. Oktober bereits im Sommer als weltweiten Starttermin angekündigt. Amazon sprach dabei von einer Veröffentlichung in mehr als 240 Ländern und Territorien. Zum deutschen Start bestätigt die Plattform nun sowohl die Zahl von acht Episoden als auch deren gemeinsame Veröffentlichung. Ein Wochenrhythmus wie bei anderen Prime-Produktionen ist somit nicht vorgesehen.
Die deutsche Produktseite kennzeichnet „Carrie“ als Staffel 1 und mit „AB 16“. Als Inhaltshinweise nennt Prime Video unter anderem Gewalt, angsteinflößende Szenen, Drogen- und Alkoholkonsum, sexuelle Inhalte sowie derbe Sprache. Auch vor möglichen Auswirkungen von blinkenden Lichtern und Stroboskopmustern wird gewarnt.
Eine Vorgängerstaffel gibt es nicht. Die jetzt gestarteten acht Folgen bilden Staffel 1 und zugleich den Einstieg der neuen Serienfassung. Eine Bestellung einer zweiten Staffel hat Prime Video zum Start am 7. Oktober nicht öffentlich bekanntgegeben.
Die Geschichte muss dennoch nicht zwangsläufig auf acht Folgen beschränkt bleiben. Flanagan hatte bereits vor der Premiere erklärt, dass er seine Version nicht zwingend als vollständig abgeschlossene Erzählung betrachtet und Möglichkeiten für eine Erweiterung sieht. Entertainment Weekly berichtete über entsprechende Überlegungen des Showrunners zu einer möglichen zweiten Staffel. Eine kreative Idee für eine Fortsetzung ist jedoch nicht mit einer offiziellen Verlängerung gleichzusetzen.
Damit steht zunächst die erste Staffel im Mittelpunkt. Prime Video hat sie vollständig veröffentlicht und macht aus einem der bekanntesten Stoffe von Stephen King erstmals eine mehrteilige Fernsehserie. Der entscheidende Unterschied zu früheren Fassungen liegt dabei nicht allein in der längeren Laufzeit. Die Geschichte spielt nun ausdrücklich in einer Welt, in der soziale Netzwerke, digitale Öffentlichkeit und virale Ausgrenzung zum Schulalltag gehören.
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