
Die CDU-Führung kommt am Sonntag, 11. Oktober 2026, in Berlin zu einer zweitägigen Klausurtagung zusammen. Nach deutlichen Verlusten bei drei Landtagswahlen will das Parteipräsidium mit Bundeskanzler und CDU-Chef Friedrich Merz über politische Konsequenzen beraten. Im Mittelpunkt stehen die künftige Ausrichtung der Partei, der Reformkurs der Bundesregierung und die Frage, wie die Christdemokraten verlorenes Vertrauen zurückgewinnen können.
Auslöser der CDU-Klausur sind vor allem die Wahlergebnisse aus dem September. Besonders schwer wiegt das Ergebnis in Mecklenburg-Vorpommern. Dort erreichte die CDU bei der Landtagswahl am 20. September lediglich 4,9 Prozent und scheiterte an der Fünfprozenthürde. Erstmals in ihrer Geschichte ist die Partei damit nicht mehr in einem deutschen Landesparlament vertreten.
Auch in Sachsen-Anhalt musste die CDU erhebliche Verluste hinnehmen. Bei der Wahl am 6. September fiel sie auf 17,2 Prozent, ein Rückgang um 19,9 Prozentpunkte gegenüber 2021. Die AfD wurde mit 43,8 Prozent stärkste Kraft.
In Berlin verlor die CDU ebenfalls deutlich. Sie erreichte nach dem vorläufigen Ergebnis 18,8 Prozent und landete hinter der Linken, die mit 25,7 Prozent die Wahl gewann. Damit musste die CDU innerhalb weniger Wochen drei empfindliche Rückschläge hinnehmen.
An der zweitägigen Klausur am Sonntag und Montag nehmen rund 25 Mitglieder des CDU-Präsidiums teil. Neben Merz gehören dazu weitere führende Christdemokraten aus Bund und Ländern. Als Gast ist auch der frühere Bundespräsident Joachim Gauck angekündigt.
Die Beratungen sollen sich nicht auf eine Analyse der Wahlergebnisse beschränken. Auf der Tagesordnung stehen auch die strategische Positionierung der CDU und das Ansehen der Bundesregierung.
Bereits vor dem Treffen hatten führende Parteivertreter unterschiedliche Erwartungen formuliert. Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt forderte einen inhaltlichen Neustart. Die CDU müsse sich stärker mit den finanziellen Belastungen der Bevölkerung beschäftigen. Dazu gehörten insbesondere die Kosten für Energie, Mobilität und Lebensmittel.
CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann dämpfte dagegen die Erwartung, dass innerhalb von zwei Tagen sämtliche Probleme gelöst werden könnten. Sie sieht die Beratungen als Beginn eines längerfristigen Veränderungsprozesses.
Für Friedrich Merz ist die Klausur auch deshalb bedeutend, weil er gleichzeitig die Bundesregierung und die CDU führt. Gemeinsam mit CSU und SPD trägt seine Partei Verantwortung für Reformen, deren politische Ausgestaltung innerhalb der Koalition umstritten ist.
Merz setzt weiterhin auf die Umsetzung der mit der SPD vereinbarten Vorhaben. Innerhalb der CDU gibt es jedoch Forderungen, die sozialen Folgen politischer Veränderungen stärker zu berücksichtigen und den wirtschaftlichen Kurs verständlicher zu vermitteln.
Berlins CDU-Landeschef Stefan Evers hatte vor der Klausur eine offene Diskussion über das gesunkene Vertrauen in die Partei verlangt. Er stellte auch die Frage, wie die Bundesregierung ihre Reformen so gestalten und erklären könne, dass sie mehr Zuversicht auslösen.
Neben wirtschaftlichen und sozialen Fragen dürfte der Umgang mit der AfD eine wichtige Rolle spielen. Innerhalb der Union bestehen unterschiedliche Auffassungen darüber, wie die politische Abgrenzung zur Partei künftig gestaltet werden soll.
Die Schwierigkeiten der CDU sind nicht allein eine parteiinterne Angelegenheit. Als größte Partei der Regierungskoalition prägen die Christdemokraten maßgeblich die Bundespolitik. Politische Richtungsentscheidungen innerhalb der CDU können deshalb auch die Zusammenarbeit mit der SPD beeinflussen.
Hinzu kommt, dass die jüngsten Landtagswahlen die politischen Kräfteverhältnisse erheblich verändert haben. Während die CDU in mehreren Ländern deutlich verloren hat, konnten sowohl die AfD als auch die Linke wichtige Wahlerfolge erzielen.
Die Klausur in Berlin soll nun eine Grundlage für die weitere Arbeit der Partei schaffen. Konkrete Beschlüsse über eine neue politische Ausrichtung waren zu Beginn der zweitägigen Beratungen noch nicht bekannt.
Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu