
Eintracht Frankfurt hat einen Nachfolger für Markus Krösche gefunden. Joti Chatzialexiou wechselt vom Zweitligisten 1. FC Nürnberg zum Bundesligisten und übernimmt dort zum 1. Februar 2027 die Position des Sportvorstands. Der 50-Jährige unterschrieb einen Vertrag bis zum 30. Juni 2030. Beide Vereine bestätigten den Wechsel am Samstag, 31. Oktober 2026. Für Frankfurt endet damit die Suche nach einer neuen sportlichen Führung. Nürnberg muss dagegen einen Nachfolger für seinen bisherigen Sportvorstand finden, dessen Vertrag erst im August verlängert worden war.
Der Wechsel von Joti Chatzialexiou zu Eintracht Frankfurt erfolgt erst nach der bevorstehenden Wintertransferperiode. Bis dahin soll der gebürtige Frankfurter seine Aufgaben beim 1. FC Nürnberg vollständig weiterführen. Die Eintracht bestätigte den Amtsbeginn am 1. Februar 2027 ausdrücklich.
Auch der Zweitligist erklärte, dass der Zeitpunkt bewusst gewählt worden sei. Chatzialexiou wolle seine bisherige Tätigkeit nicht kurzfristig beenden, sondern die Übergabe an seinen Nachfolger begleiten.
Der Wechsel erfolgt auf eigenen Wunsch des Sportvorstands. Chatzialexiou erklärte über den Nürnberger Verein, dass die Anfrage aus Frankfurt für ihn eine besondere Bedeutung habe, weil es sich um seinen Heimatverein handele. Ohne diese Verbindung hätte er einen Abschied aus Nürnberg nach eigenen Angaben nicht in Betracht gezogen.
Für den Bundesligisten ist die Personalentscheidung zugleich eine Rückkehr eines früheren Mitarbeiters. Chatzialexiou war bereits im Nachwuchsbereich von Eintracht Frankfurt als Trainer tätig.
Der Wechsel wird durch eine besondere Vertragsregelung ermöglicht. Wie Eintracht Frankfurt offiziell bestätigte, enthält Chatzialexious bis 2028 laufender Vertrag beim 1. FC Nürnberg eine Ausstiegsklausel für einen Wechsel zum hessischen Bundesligisten. Von dieser Möglichkeit wird nun Gebrauch gemacht.
Erst am 6. August 2026 hatte Nürnberg die vorzeitige Verlängerung der Verträge seiner drei Vorstände bekannt gegeben. Neben Chatzialexiou waren davon Niels Rossow und Stefan Heim betroffen. Der Aufsichtsrat hatte die Entscheidungen einstimmig getroffen.
Eine konkrete Ablösesumme veröffentlichten die beiden Vereine nicht. Nach Informationen der Hessenschau soll die Zahlung bei weniger als 500.000 Euro liegen. Die Frankfurter Rundschau hatte zuvor über einen Betrag von unter einer Million Euro berichtet. Eine offizielle Bestätigung der genauen Summe lag zunächst nicht vor.
Damit steht zwar die vertragliche Grundlage des Wechsels fest, die finanziellen Einzelheiten bleiben jedoch teilweise offen.
Die Neubesetzung war erforderlich geworden, nachdem Eintracht Frankfurt den bisherigen Sportvorstand Markus Krösche am 18. Oktober 2026 von seinen Aufgaben freigestellt hatte.
Krösche hatte selbst um die sofortige Freistellung gebeten. Der Aufsichtsrat behandelte diesen Wunsch in einer außerordentlichen Sitzung und stimmte ihm einstimmig zu. Nach Vereinsangaben war die Entscheidung das Ergebnis vorangegangener Gespräche über die sportliche Zukunft und die weitere Zusammenarbeit.
Der ursprünglich bis zum 30. Juni 2028 laufende Vertrag von Krösche besteht in angepasster Form fort. Eine reguläre Vertragsbeendigung zum Zeitpunkt der Freistellung gab es somit nicht.
Die sportliche Verantwortung wurde anschließend vorübergehend neu verteilt. Axel Hellmann, der am 18. Oktober zum Vorstandsvorsitzenden ernannt wurde, übernahm zusätzlich kommissarisch die Aufgaben des Sportvorstands.
Am 29. Oktober kündigte Frankfurt weitere organisatorische Änderungen an. Sportdirektor Timmo Hardung erhielt zusätzliche Zuständigkeiten für den medizinischen Bereich und das Nachwuchsleistungszentrum. Auch die Vorbereitung des Wintertransferfensters gehört zu seinen Aufgaben. Der frühere Mannschaftskapitän Sebastian Rode soll ab November im Rahmen seines Trainee-Programms stärker in die Arbeit mit der Profimannschaft eingebunden werden.
Diese Übergangsregelung schafft die Voraussetzungen dafür, dass Chatzialexiou seine neue Funktion erst im Februar antritt.
Joti Chatzialexiou bringt umfangreiche Erfahrung aus dem deutschen Verbandsfußball mit. Im Dezember 2003 begann er seine Tätigkeit beim Deutschen Fußball-Bund und arbeitete dort rund zwei Jahrzehnte in unterschiedlichen Funktionen.
Zu seinen früheren Aufgaben gehörten die Betreuung der U21-Nationalmannschaft sowie die Weiterentwicklung von Strukturen für Nachwuchsförderung, Scouting und Spielanalyse.
Seit 2018 war Chatzialexiou Sportlicher Leiter Nationalmannschaften. In dieser Funktion verantwortete er unter anderem die sportliche Organisation der Nationalmannschaften, Trainerteams und Bereiche der Talentförderung.
Während seiner Tätigkeit beim DFB feierten deutsche Nachwuchsmannschaften mehrere internationale Erfolge. Dazu gehörten Europameistertitel verschiedener Juniorenauswahlen sowie die Welt- und Europameistertitel der deutschen U17 im Jahr 2023.
Zum Jahresende 2023 verließ Chatzialexiou den Verband auf eigenen Wunsch. Am 29. Mai 2024 übernahm er anschließend die sportliche Gesamtverantwortung beim 1. FC Nürnberg.
Beim 1. FC Nürnberg war Chatzialexiou seit seinem Amtsantritt für den sportlichen Bereich verantwortlich. Eine seiner ersten wichtigen Personalentscheidungen war die Verpflichtung von Miroslav Klose als Cheftrainer im Juni 2024.
Daneben war seine Amtszeit von zahlreichen Veränderungen im Spielerkader geprägt. Der Verein setzte auf die Entwicklung junger Fußballer, die anschließend sportlich oder wirtschaftlich neue Möglichkeiten eröffneten.
Zu den bedeutenden Transfers während seiner Amtszeit gehörte der Wechsel von Abwehrspieler Finn Jeltsch zum VfB Stuttgart im Februar 2025. Im August desselben Jahres verließ Caspar Jander Nürnberg in Richtung FC Southampton. Der Club bezeichnete den Verkauf damals als Rekordtransfer.
Auch die Verpflichtung von Mohamed Ali Zoma vom italienischen Drittligisten UC AlbinoLeffe im August 2025 fiel in Chatzialexious Verantwortungsbereich.
Frankfurt würdigte in seiner Mitteilung ausdrücklich die Arbeit des künftigen Sportvorstands an der Entwicklung des Nürnberger Kaders. Die sportliche Entwicklung des Zweitligisten unter Klose hatte ebenfalls dazu beigetragen, dass die Arbeit der Vereinsführung größere Aufmerksamkeit erhielt.
Nürnbergs Trainer Miroslav Klose hatte den bevorstehenden Wechsel bereits vor den offiziellen Vereinsmitteilungen bestätigt.
Auf der Pressekonferenz am Samstag erklärte der frühere Nationalspieler, er habe am Morgen offiziell von der Entscheidung erfahren. Klose bedauerte den Verlust seines bisherigen Vorgesetzten, mit dem er seit seiner Verpflichtung im Sommer 2024 eng zusammengearbeitet hatte.
Beide hätten sich intensiv über zahlreiche sportliche Fragen ausgetauscht. Chatzialexiou sei für ihn ein enger Vertrauter gewesen.
Gleichzeitig machte Klose deutlich, dass Personalwechsel zum professionellen Fußball gehörten. Er vertraue darauf, dass der Verein eine geeignete Nachfolgelösung finde.
Für Nürnberg betrifft der Abschied damit nicht nur eine Vorstandsposition. Auch die bisherige Zusammenarbeit zwischen sportlicher Gesamtleitung und Trainerteam wird künftig unter einer neuen Führung fortgesetzt.
Der 1. FC Nürnberg arbeitet bereits an der Nachfolgeregelung. Aufsichtsratsvorsitzender Peter Meier erklärte am Samstag, dass der Verein schon vor der endgültigen Wechselentscheidung mögliche Kandidaten geprüft habe.
Der Aufsichtsrat befinde sich über die Besetzung im Austausch und beziehe dabei auch die übrigen Vorstandsmitglieder ein. Meier zeigte sich zuversichtlich, innerhalb der kommenden Tage einen Nachfolger vorstellen zu können.
Dieser soll zunächst gemeinsam mit Chatzialexiou die Übergabe organisieren. Anschließend soll die bisherige sportliche Ausrichtung fortgesetzt werden.
Ein Name wurde in der offiziellen Nürnberger Mitteilung vom 31. Oktober noch nicht genannt. Auch eine endgültige Entscheidung über die künftige Besetzung des Sportressorts wurde zunächst nicht veröffentlicht.
Bei Eintracht Frankfurt verbinden die Verantwortlichen mit der Verpflichtung konkrete sportliche Erwartungen.
Präsident und Aufsichtsratsvorsitzender Mathias Beck hob besonders die Erfahrung des neuen Sportvorstands in der Förderung junger Spieler hervor. Der Verein wolle eigene Talente künftig stärker entwickeln und den deutschen Spielermarkt intensiver berücksichtigen, ohne seine internationalen Ziele aufzugeben.
Vorstandsvorsitzender Axel Hellmann verwies ebenfalls auf das Netzwerk und die Erfahrung von Chatzialexiou bei der Entwicklung sportlicher Strukturen. Die sportlichen Ambitionen müssten weiterhin mit wirtschaftlicher Stabilität verbunden werden.
Damit übernimmt der neue Sportvorstand eine zentrale Rolle in der langfristigen Ausrichtung des Bundesligisten. Zu seinen künftigen Aufgaben zählen die strategische Kaderplanung, die Weiterentwicklung der Nachwuchsförderung und die Abstimmung zwischen sportlichen und wirtschaftlichen Zielen.
Mit dem Vertrag bis zum 30. Juni 2030 hat Frankfurt die Position über mehrere Spielzeiten hinweg besetzt. Bis zum Amtsantritt am 1. Februar 2027 bleibt die sportliche Leitung auf die bestehenden Verantwortlichen verteilt.
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