
Die Cyclassics Hamburg 2026 bringen am Sonntag, 16. August, nicht nur mehrere Radrennen in die Hansestadt, sondern auch umfangreiche Straßensperrungen. Zwischen dem frühen Morgen und dem späten Nachmittag sind zahlreiche Straßen in der Innenstadt, im Hamburger Westen, im Hafen und rund um die Elbquerungen zeitweise nicht oder nur eingeschränkt befahrbar. Auch Teile Schleswig-Holsteins und Niedersachsens liegen auf den Strecken. Nach Angaben der Hamburger Polizei können die Verkehrsbeeinträchtigungen von etwa 6 bis 18 Uhr andauern. Der Veranstalter weist zugleich darauf hin, dass viele Sperrzeiten als ungefähre Planzeiten zu verstehen sind und sich abhängig vom Rennverlauf verschieben können.
Zum 29. Mal werden die Cyclassics ausgetragen. Für Hobbyfahrer gibt es 2026 zwei Distanzen. Die rund 60 Kilometer lange Strecke trägt die Bezeichnung The Experience, die etwa 110 Kilometer lange Variante heißt The Challenge. Nach Angaben des Veranstalters startet die kürzere Strecke im Bereich Alsterglacis und Kennedybrücke. Sie führt aus der Innenstadt über den Hamburger Westen in den Kreis Pinneberg, unter anderem über Schenefeld, Holm und Wedel. Anschließend geht es über Kösterberg, Elbchaussee und Reeperbahn zurück in die Hamburger Innenstadt. Das Ziel befindet sich für beide Breitensportrennen auf der Mönckebergstraße.
Die 110-Kilometer-Runde beginnt dagegen in der HafenCity an der Versmannstraße. Von dort führt die Strecke über die Köhlbrandbrücke in Richtung Altes Land und Buxtehude sowie durch die Landkreise Stade und Harburg. Danach kehrt das Feld über den Hamburger Hafen in die Stadt zurück. Eine Besonderheit der diesjährigen Route sind nach Veranstalterangaben die Neuen Elbbrücken, die erstmals Teil dieser Strecke sind und zweimal passiert werden. Die Polizei rechnet für die gesamte Veranstaltung mit bis zu etwa 11.500 Teilnehmerinnen und Teilnehmern.
Besonders lange Einschränkungen gibt es rund um das gemeinsame Ziel. Nach den veröffentlichten Verkehrsinformationen ist die Mönckebergstraße wegen des Aufbaus bereits deutlich vor den eigentlichen Rennen gesperrt und bleibt über den Veranstaltungssonntag hinaus betroffen. Für Sonntag nennt der NDR unter Berufung auf die Verkehrsplanung unter anderem eine Sperrung von Ballindamm und Jungfernstieg von 8 bis 19 Uhr. Die Große Johannisstraße soll von etwa 7.10 bis 17.30 Uhr nicht regulär befahrbar sein. Die Kennedybrücke ist demnach bereits zwischen 5 und 9 Uhr betroffen. Die benachbarte Lombardsbrücke soll dagegen frei bleiben.
Auch auf der Bundesstraße 4 ist mit Einschränkungen zu rechnen. Wegen der Rennstrecke im Bereich Millerntorplatz und Millerntordamm ist nach den veröffentlichten Planungen zwischen etwa 7 und 17.30 Uhr kein durchgehender Verkehr über Budapester Straße und Ludwig-Erhard-Straße möglich. Betroffen sind damit neben der Altstadt und Neustadt auch die Bereiche rund um St. Pauli. Im weiteren Verlauf führen Rennstrecken durch Rotherbaum, Eimsbüttel und Stellingen sowie durch den Hamburger Westen. Dort sind unter anderem Altona, Nienstedten, Klein Flottbek, Blankenese und Rissen betroffen. Die tatsächliche Freigabe einzelner Abschnitte hängt vom Rennverlauf ab.
Eine der wichtigsten Einschränkungen betrifft die Neuen Elbbrücken. Nach Angaben der Polizei wird die Verbindung am Sonntag in Richtung stadtauswärts für mehrere Stunden vollständig gesperrt. Als Zeitraum nennt die Polizei nach der veröffentlichten Verkehrsplanung etwa 6 bis 14 Uhr. Die Behörde empfiehlt Autofahrern deshalb ausdrücklich, diesen Bereich großräumig zu meiden. Die Elbbrücken spielen 2026 erstmals eine besondere Rolle auf der Strecke der Breitensportler.
Auch die Köhlbrandbrücke gehört wieder zur Rennstrecke und wird von verschiedenen Feldern genutzt. Das betrifft vor allem Verbindungen im Hafengebiet und in Richtung Waltershof. Der Autobahn-Elbtunnel der A7 gehört dagegen nicht zur eigentlichen Rennstrecke. Er bleibt damit grundsätzlich eine Möglichkeit für den Nord-Süd-Verkehr. Allerdings trifft das Rennen am Sonntag auf den Rückreiseverkehr zum Ende der Ferien in Hamburg und Schleswig-Holstein. Die Polizei und der ADAC rechnen deshalb auch auf A7, A1 und A24 mit einer hohen Verkehrsnachfrage. Wer die gesperrten innerstädtischen Elbquerungen umfahren will, muss deshalb auch auf den Autobahnen mit längeren Fahrzeiten rechnen.
Für Menschen, deren Wohnung oder Ziel innerhalb eines von der Strecke umschlossenen Bereichs liegt, sind Querungen nur eingeschränkt möglich. Der Veranstalter erklärt, dass einzelne Straßenabschnitte zwischen verschiedenen Rennfeldern aus Sicherheitsgründen weiter gesperrt bleiben können. An festgelegten Querungsstellen kann die Polizei den Verkehr jedoch während größerer Lücken im Fahrerfeld zeitweise freigeben. Einen Anspruch auf eine sofortige Querung gibt es deshalb nicht. Die Entscheidung liegt jeweils bei den Einsatzkräften vor Ort.
Anwohnerinnen und Anwohner sollen Fahrten möglichst außerhalb der jeweiligen Sperrzeiten planen. Veranstalter und Polizei empfehlen außerdem, die Rennstrecke großräumig zu umfahren. Für längere Fahrten durch Hamburg nennt der Veranstalter neben den Autobahnen auch den nördlichen Ring 2 als Ausweichmöglichkeit. Wichtig ist, dass die veröffentlichten Sperrzeiten keine Garantie für eine minutengenaue Öffnung darstellen. Der Veranstalter bezeichnet die Durchfahrtszeiten ausdrücklich als ungefähre Angaben, weil Geschwindigkeit, Abstände zwischen den Feldern und mögliche Verzögerungen die Freigabe beeinflussen können.
Auch der öffentliche Nahverkehr ist betroffen. Der HVV weist für Sonntag darauf hin, dass der Busverkehr wegen Straßensperrungen und Umleitungen beeinträchtigt wird. Vor allem Linien in der Innenstadt, im Hamburger Westen und im Hafenbereich können verkürzt, umgeleitet oder zeitweise unterbrochen werden. Nach veröffentlichten Betriebsinformationen sind unter anderem die Linien 21, 22, 111, 115, 150, 151, 156, 157, 181, 186, 189 und 340 in Bereichen unterwegs, die von der Rennstrecke betroffen sind. Für die konkrete Verbindung am Sonntag ist deshalb die aktuelle HVV-Fahrplanauskunft maßgeblich.
Der Veranstalter empfiehlt ausdrücklich, nach Möglichkeit U-Bahn und S-Bahn zu nutzen. Auch die Polizei rät zu schienengebundenen Verkehrsmitteln. Die Sperrungen betreffen hauptsächlich den Straßenverkehr und damit vor allem Busse. Wer am Sonntag einen Termin hat, sollte deshalb bei Busverbindungen zusätzliche Zeit einplanen und kurz vor der Fahrt prüfen, ob die gewünschte Haltestelle angefahren wird. Der HVV hält außerdem eine telefonische Fahrplanauskunft bereit.
Neben den beiden Rennen für Hobbyfahrer gehört ein internationales Profirennen zur Veranstaltung. Das Elitefeld startet erneut auf dem Marktplatz in Buxtehude. Die offizielle Streckenplanung weist eine Distanz von gut 205 Kilometern aus. Zunächst fahren die Profis durch den Landkreis Harburg und anschließend über den Hamburger Hafen in Richtung Innenstadt und Westen. Im Finale steht vor allem der Waseberg in Blankenese im Mittelpunkt. Der rund 700 Meter lange Anstieg erreicht eine maximale Steigung von 16 Prozent und muss insgesamt fünfmal bewältigt werden.
Die offizielle Zeitplanung sieht den Start des Profirennens in Buxtehude gegen 11.50 Uhr vor. Je nach Durchschnittsgeschwindigkeit wird der Zieleinlauf auf der Mönckebergstraße am späten Nachmittag erwartet. Die Hamburger Polizei geht von einem Ende der größeren verkehrlichen Auswirkungen gegen etwa 18 Uhr aus. Die genannten Durchfahrts- und Zielzeiten bleiben dabei Prognosen, weil sie von der Geschwindigkeit des Profifeldes abhängen.
Bei der Ausgabe 2025 gewann der Ire Rory Townsend vom Team Q36.5 Pro Cycling Team. Er setzte sich nach 208 Kilometern durch und erreichte das Ziel nach offiziell 4:24:06 Stunden. Zweiter wurde Arnaud De Lie, Rang drei ging an Paul Magnier. Die damalige Ausgabe führte erstmals mit dem Start in Buxtehude aus Hamburg heraus und bildete damit die Grundlage für die Streckenführung, die auch 2026 teilweise wieder verwendet wird.
Für 2026 haben die Veranstalter ein starkes internationales Feld angekündigt. 18 UCI WorldTeams und vier ProTeams waren gemeldet. Damit gehört Hamburg erneut zur höchsten Kategorie des internationalen Straßenradsports. Die UCI führt das Rennen als eintägigen Wettbewerb der Klasse 1.UWT und damit als Bestandteil der UCI WorldTour. Diese Einstufung stellt die Cyclassics in eine Reihe mit den wichtigsten Eintagesrennen und Rundfahrten des internationalen Profikalenders.
Eine Besonderheit der Cyclassics ist die Verbindung zwischen internationalem Spitzensport und einem großen Breitensportfeld. Seit der ersten Austragung 1996 hat sich das Rennen als einer der wichtigsten deutschen Termine im Straßenradsport etabliert. Hamburg gehört neben Eschborn-Frankfurt zu den deutschen Standorten mit einem Rennen der höchsten internationalen Kategorie. Die UCI bezeichnete die Hamburger Veranstaltung bereits in früheren Jahren als bedeutenden WorldTour-Termin, bei dem Profirennen und Rennen für Hobbyfahrer eng miteinander verbunden sind.
Für Hamburg bedeutet das am Sonntag allerdings auch einen großen organisatorischen Aufwand. Die Rennfelder durchqueren mehrere Stadtteile und nutzen bedeutende Straßenverbindungen mehrfach. Polizei und Veranstalter empfehlen deshalb, Autofahrten entlang der Strecke möglichst zu vermeiden, frühzeitig Alternativen einzuplanen und im öffentlichen Nahverkehr vorzugsweise U- und S-Bahnen zu nutzen. Wer zwingend mit dem Auto unterwegs sein muss, sollte insbesondere die Innenstadt, die Neuen Elbbrücken und den Hamburger Westen großräumig umfahren.
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