
Der deutsche Aktienmarkt hat die Woche mit deutlichen Kursgewinnen beendet. Der DAX erreichte am Freitag, 28. August 2026, im Tagesverlauf ein neues Allzeithoch von 26.618,74 Punkten. Nach dem Ende des Xetra-Handels wurde der Leitindex bei 26.569,99 Punkten ausgewiesen. Gegenüber dem vorherigen Schlussstand von 26.367,24 Punkten entsprach dies einem Plus von 0,82 Prozent.
Damit hat der DAX auf Rekordhoch den bisherigen Höchststand übertroffen. Die vorherige Bestmarke hatte bei 26.573,50 Punkten gelegen. Bereits vor der Rede des US-Notenbankchefs Kevin Warsh hatte sich der deutsche Leitindex seinem Rekord genähert. Am Nachmittag sorgten die Aussagen aus Jackson Hole für zusätzliche Bewegung an den internationalen Finanzmärkten.
Die neue Rekordmarke wurde während des Xetra-Handels am Freitag bei 26.618,74 Punkten erreicht. Das Tagestief lag bei 26.467,36 Punkten. Damit bewegte sich der Index während der Sitzung in einer vergleichsweise engen Spanne und blieb trotz der geldpolitisch wichtigen Rede aus den USA deutlich im Plus.
Auch andere europäische Aktienindizes legten zu, allerdings nicht im gleichen Umfang. Der MDAX mit den mittelgroßen deutschen Unternehmen wurde nach Ende des Xetra-Handels bei 33.029,91 Punkten ausgewiesen. Das entsprach einem Tagesgewinn von 0,22 Prozent.
Der EuroStoxx 50 lag am späten Freitagnachmittag bei rund 6.481 Punkten und damit etwa 0,7 Prozent über seinem Vortagesniveau. Die freundliche Entwicklung beschränkte sich somit nicht auf die großen deutschen Standardwerte.
Unterstützung hatte der Aktienmarkt bereits durch die starken Vorgaben aus dem US-Technologiesektor erhalten. Am Donnerstag waren Technologieaktien in New York nach Unternehmenszahlen deutlich gestiegen. Dies hatte vor dem europäischen Handelsstart für eine positive Grundstimmung gesorgt.
Besonders kräftig stiegen am Freitag die Aktien der deutschen Automobilhersteller. Zum Xetra-Handelsschluss um 17.35 Uhr lag BMW bei 62,64 Euro und damit 4,50 Prozent über dem Vortagesniveau. Die Aktie war damit der stärkste Wert im DAX.
Volkswagen-Vorzugsaktien folgten mit einem Plus von 3,23 Prozent auf 77,42 Euro. Mercedes-Benz gewann 2,96 Prozent auf 46,94 Euro. Auch RWE gehörte mit einem Anstieg von 2,32 Prozent auf 59,10 Euro zu den stärkeren DAX-Werten.
Auf der Verliererseite stand Rheinmetall. Die Aktie notierte zum Xetra-Schluss um 17.35 Uhr bei 1.154,60 Euro und damit 1,59 Prozent niedriger als am Vortag. Scout24 verlor 0,98 Prozent auf 80,45 Euro. Fresenius gab 0,75 Prozent nach.
Die Kursbewegungen zeigen zugleich, dass der Anstieg des Leitindex nicht von allen 40 Unternehmen getragen wurde. Während insbesondere Autoaktien kräftig zulegten, standen einzelne Gesundheits-, Technologie- und Rüstungswerte unter Druck.
Im Mittelpunkt des Handelstages stand die Rede von Fed-Chef Kevin Warsh beim internationalen Notenbanksymposium in Jackson Hole im US-Bundesstaat Wyoming. Warsh legte sich dabei nicht auf einen konkreten Zinsschritt fest.
Er machte jedoch deutlich, dass die Inflation aus Sicht der US-Notenbank weiterhin zu hoch ist. Die Fed müsse ausreichend überzeugt sein, dass sich die zugrunde liegende Inflation klar und mit angemessener Geschwindigkeit in Richtung ihres Zwei-Prozent-Ziels bewegt. Anderenfalls bestehe weiterer geldpolitischer Handlungsbedarf.
Gleichzeitig beschrieb Warsh die US-Wirtschaft als robust und nach seiner Einschätzung zuletzt sogar stärker. Investitionen der Unternehmen entwickelten sich kräftig, wobei vor allem Ausgaben rund um Künstliche Intelligenz eine wichtige Rolle spielten.
Ein wichtiges Element seiner Rede war die Kommunikation der Notenbank. Warsh sprach sich dafür aus, klassische Forward Guidance in normalen Zeiten deutlich zurückzufahren. Die Fed solle sich nicht durch frühzeitige Aussagen faktisch auf künftige Zinsschritte festlegen. Entsprechend enthielt seine Rede weder die Ankündigung einer Zinserhöhung noch eine Zusage, die Zinsen unverändert zu lassen.
Der Leitzinskorridor der Federal Reserve liegt seit der Sitzung Ende Juli bei 3,50 bis 3,75 Prozent. Damals stimmten neun Mitglieder des Offenmarktausschusses für unveränderte Zinsen. Drei Mitglieder bevorzugten eine Anhebung um 0,25 Prozentpunkte.
An der Wall Street fiel die unmittelbare Reaktion auf die Aussagen des Fed-Chefs vergleichsweise begrenzt aus. Rund eine Stunde nach Handelsbeginn in New York lag der Dow Jones bei etwa 53.522 Punkten und damit 0,09 Prozent im Minus. Der S&P 500 stand bei 7.729 Punkten und verlor 0,02 Prozent. Der Nasdaq 100 gab zu diesem Zeitpunkt um 0,19 Prozent auf 29.586 Punkte nach.
Im weiteren Verlauf drehten Teile des US-Marktes wieder ins Plus. Gegen 16.53 Uhr deutscher Zeit wurde der Dow Jones bei rund 53.670 Punkten gemeldet. Der S&P 500 lag zu diesem Zeitpunkt ungefähr 0,3 Prozent höher bei 7.757 Punkten. Der Nasdaq Composite gewann rund 0,4 Prozent auf 26.648 Punkte. Da der US-Handel am Freitag zu diesem Zeitpunkt noch lief, handelte es sich nicht um Schlusskurse.
Damit reagierten Aktieninvestoren zunächst weniger stark auf Warshs Aussagen als Teile des Anleihe- und Devisenmarktes. Die Rede lieferte keinen konkreten Fahrplan für die nächste Sitzung der Federal Reserve. Sie bestätigte jedoch, dass der Kampf gegen die weiterhin erhöhte Inflation für die US-Notenbank eine zentrale Rolle spielt.
Für die europäischen Börsen reichte das Umfeld am Freitag für neue Höchststände. Der DAX beendete die Woche knapp unter seinem im Tagesverlauf erreichten Rekord von 26.618,74 Punkten und deutlich oberhalb des Schlussstands vom Donnerstag.
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