DAX legt trotz weltweiter Verluste bei Chipaktien zu: Aixtron bricht ein

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

Teilen:

Frankfurt. Während Technologiewerte an den internationalen Börsen unter erheblichem Verkaufsdruck stehen, hat der deutsche Aktienmarkt den Donnerstag mit Gewinnen beendet. Besonders stark traf es den Halbleiterausrüster Aixtron, dessen Aktie auf Xetra fast 13 Prozent verlor. Auch Infineon gehörte zu den größten Verlierern im DAX. Der deutsche Leitindex konnte seine zwischenzeitlichen Verluste jedoch vollständig aufholen und schloss im Plus.

Anzeige

DAX dreht nach schwachem Handelsstart ins Plus

Der DAX beendete den Handel am Donnerstag, 15. Oktober 2026, mit einem offiziellen Xetra-Schlussstand von 25.368,04 Punkten. Das entsprach einem Gewinn von 69,43 Punkten oder 0,27 Prozent gegenüber dem Vortag. Der Schlussstand wurde um 17.30 Uhr festgestellt.

Dabei hatte der Handelstag zunächst deutlich schwächer begonnen. Der Index eröffnete bei 25.145,07 Punkten und fiel zwischenzeitlich bis auf 25.133,71 Punkte. Im weiteren Verlauf erholten sich die Kurse. Das Tageshoch lag bei 25.420,62 Punkten.

Damit hielt sich der DAX im Plus, obwohl Aktien aus der Halbleiterbranche weltweit erhebliche Verluste verzeichneten. Auch der MDAX schloss höher. Der Index mittelgroßer Unternehmen gewann 0,55 Prozent auf 30.216,43 Punkte. Der stärker von Technologiewerten geprägte TecDAX verlor dagegen 0,66 Prozent auf 3.970,39 Punkte. Beide Schlussstände wurden um 17.50 Uhr festgestellt.

Anzeige

Aixtron verliert fast 13 Prozent, Infineon fällt deutlich

Zu den auffälligsten Kursbewegungen am deutschen Aktienmarkt gehörte der Einbruch bei Aixtron. Die Aktie des Anlagenbauers für die Halbleiterindustrie schloss auf Xetra bei 30,98 Euro. Gegenüber dem vorherigen Schlusskurs von 35,49 Euro entsprach das einem Verlust von 12,71 Prozent. Der letzte ausgewiesene Xetra-Kurs stammt von 17.36 Uhr.

Aixtron gehört nicht dem DAX an, sondern ist im MDAX und TecDAX vertreten. Der Kursrückgang fiel in eine internationale Verkaufswelle bei Unternehmen aus der Chipindustrie.

Im DAX geriet vor allem Infineon unter Druck. Die Aktie des Halbleiterherstellers verlor 5,20 Prozent auf 52,47 Euro und war damit der schwächste Wert im deutschen Leitindex.

Ebenfalls deutlich nach unten ging es für Hochtief mit einem Minus von 3,56 Prozent und Siemens Energy mit einem Rückgang von 2,16 Prozent. RWE verlor 1,83 Prozent, Siemens gab um 1,60 Prozent nach.

Scout24, Rheinmetall und Zalando stützen den DAX

Dass der DAX trotz der Schwäche einzelner Schwergewichte zulegen konnte, lag an deutlichen Gewinnen anderer Indexmitglieder. An der Spitze stand Scout24. Die Aktie des Internetunternehmens stieg um 7,45 Prozent auf 79,30 Euro.

Rheinmetall gewann 4,34 Prozent und beendete den Handel bei 1.026 Euro. Zalando legte um 3,80 Prozent auf 24,87 Euro zu. Auch Fresenius Medical Care mit einem Plus von 2,95 Prozent und Symrise mit einem Gewinn von 2,50 Prozent gehörten zu den stärkeren DAX-Werten.

Zusätzliche Unterstützung kam von SAP. Die Aktie des Softwarekonzerns stieg um 2,19 Prozent auf 201,25 Euro. Die Gewinne mehrerer Indexmitglieder konnten damit die Rückgänge bei Infineon und anderen Unternehmen ausgleichen.

Sorgen um KI-Investitionen belasten die Weltbörsen

Der Verkaufsdruck im Technologiesektor hatte bereits vor dem europäischen Börsenstart erhebliche Auswirkungen in Asien. Besonders stark traf es Südkorea, dessen Aktienmarkt zahlreiche bedeutende Halbleiterhersteller umfasst.

Der südkoreanische Leitindex Kospi verlor am Donnerstag 7,57 Prozent und schloss bei 5.554,22 Punkten. Die Aktie von Samsung Electronics fiel um 9,5 Prozent, der Speicherchiphersteller SK Hynix büßte 11,1 Prozent ein. In Japan verlor der Nikkei 225 knapp fünf Prozent.

Hinter der internationalen Schwäche standen vor allem neue Inflationssorgen in den USA und Zweifel an der Finanzierung des weltweiten Ausbaus künstlicher Intelligenz. Die jüngsten amerikanischen Inflationsdaten hatten zeitweise die Erwartungen verstärkt, dass die US-Notenbank ihre Zinsen weiter anheben könnte.

Für Unternehmen, die große Summen in Rechenzentren, Chips und andere KI-Infrastruktur investieren, sind die Finanzierungskosten besonders relevant. Gleichzeitig wird an den Finanzmärkten stärker hinterfragt, wann sich die hohen Investitionen in entsprechende Erträge umsetzen lassen.

Am Donnerstag gingen die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen allerdings wieder deutlich zurück. Auch an der Wall Street verlief die Entwicklung uneinheitlich: Während Technologiewerte weiter unter Druck standen, konnten sich andere Branchen besser behaupten.

Der deutsche Aktienmarkt zeigte damit ein anderes Bild als die besonders technologieabhängigen Börsen in Asien. Während Halbleiterwerte erhebliche Verluste hinnehmen mussten, sorgten Kursgewinne in anderen Branchen für einen positiven DAX-Handelsschluss.

Mit MS-Aktuell immer ohne Paywall lesen
Bei Google bevorzugen

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu