
Der deutsche Aktienmarkt steht am Dienstag, 20. Oktober 2026, erneut unter Druck. Besonders deutlich verlieren Aktien von Unternehmen, die vom Ausbau künstlicher Intelligenz und neuer Rechenzentren profitieren sollen. Siemens und Infineon gehören zu den schwächsten Werten im DAX. Gleichzeitig verstärkt ein misslungener Börsenstart eines südkoreanischen KI-Unternehmens die Zweifel an den hohen Investitionen in die Technologiebranche.
Der DAX am 20. Oktober 2026 hat seine Verluste im Tagesverlauf zeitweise deutlich ausgeweitet. Nach Börsendaten von tagesschau.de lag der deutsche Leitindex um 13:38 Uhr bei 25.153,74 Punkten und damit 0,66 Prozent unter dem Schlussstand vom Montag. Am Vormittag war das Börsenbarometer zwischenzeitlich noch stärker gefallen.
Besonders betroffen waren Siemens und Infineon. Die Siemens-Aktie notierte nach Daten von finanzen.net um 14:43 Uhr bei 257,80 Euro, ein Minus von 3,16 Prozent gegenüber dem Vortag. Infineon verlor um 14:44 Uhr 3,62 Prozent auf 50,62 Euro. Auch Siemens Energy gab zum selben Zeitpunkt um 2,43 Prozent auf 129,90 Euro nach. Der Baukonzern Hochtief verzeichnete ebenfalls deutliche Verluste. Die Entwicklung zeigt, dass sich die Verkaufswelle nicht auf klassische Halbleiterhersteller beschränkt, sondern auch Industriekonzerne und Anbieter von Infrastruktur für Rechenzentren erfasst.
Zusätzliche Aufmerksamkeit erhielt am Dienstag der Börsengang der südkoreanischen Elice Group. Das Unternehmen bietet unter anderem Cloud-Dienstleistungen, KI-Anwendungen und Softwarelösungen an. Außerdem investiert es in modulare Rechenzentren. Beim Börsengang nahm Elice rund 201 Milliarden südkoreanische Won ein, umgerechnet etwa 150 Millionen US-Dollar. Am ersten Handelstag verlor die Aktie rund ein Drittel ihres Ausgabewertes.
Der schwache Start fiel mit einem breiten Rückgang asiatischer Technologiewerte zusammen. Der südkoreanische Leitindex Kospi schloss am Dienstag 3,73 Prozent im Minus. Auch große Halbleiterhersteller wie Samsung Electronics und SK Hynix standen unter Druck. Bereits zuvor hatten andere Unternehmen ihre Börsenpläne angesichts schwieriger Marktbedingungen geändert. Der australische Rechenzentrumsanbieter Firmus sagte seinen geplanten Börsengang ab, während AirTrunk eine geplante Börsennotierung eines Immobilienfonds in Singapur verschob. Im Mittelpunkt der Anlegerbedenken stehen hohe Finanzierungskosten und die Frage, wann sich milliardenschwere Investitionen in KI-Infrastruktur wirtschaftlich auszahlen.
Wie angespannt die Stimmung inzwischen ist, zeigt die Entwicklung beim Schweizer Technologiekonzern ABB. Das Unternehmen legte am Dienstag Geschäftszahlen für das dritte Quartal vor und meldete einen Anstieg des Auftragseingangs um 40 Prozent auf rund zwölf Milliarden US-Dollar. Der Umsatz erhöhte sich um 14 Prozent auf 9,7 Milliarden US-Dollar. Besonders kräftig entwickelte sich nach Unternehmensangaben die Nachfrage aus dem Rechenzentrumssegment. Dennoch geriet die ABB-Aktie deutlich unter Verkaufsdruck.
Die Verluste beschränkten sich nicht auf den deutschen Aktienmarkt. Auch europäische Halbleiterwerte wie ASML gerieten unter Druck. Neben der Skepsis gegenüber KI-Investitionen belasteten steigende Energiepreise die europäischen Börsen. Hinzu kamen politische Unsicherheiten in Frankreich und steigende Renditen französischer Staatsanleihen. Damit treffen am Dienstag mehrere Belastungsfaktoren aufeinander: höhere Finanzierungskosten, Sorgen um die Rentabilität großer Technologieprojekte und wirtschaftliche Risiken durch teure Energie. Die bevorstehenden Quartalsberichte wichtiger Technologieunternehmen dürften deshalb besonders aufmerksam verfolgt werden.
Kursstände und Veränderungen: Dienstag, 20. Oktober 2026, zu den jeweils genannten Uhrzeiten. Alle Angaben sind Momentaufnahmen des laufenden Handels und keine Schlusskurse.
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