DAX vor freundlichem Start: Ölpreis entlastet die Märkte

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Der DAX zum Wochenstart dürfte am Montag, 21. September 2026, zunächst zulegen. Vor dem Beginn des Xetra-Handels zeichnete sich damit eine Stabilisierung nach den Verlusten der vergangenen Wochen ab. Gleichzeitig müssen Anleger mehrere politische und wirtschaftliche Faktoren einordnen. Dazu gehören die Ergebnisse der Abgeordnetenhauswahl in Berlin und der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern, die Entwicklung der Ölpreise und eine Reihe wichtiger Konjunkturtermine.

Der Broker IG taxierte den deutschen Leitindex am Montagmorgen gegen 7.28 Uhr bei rund 25.418 Punkten und damit etwa 0,4 Prozent über dem Schlussstand vom Freitag. Der DAX hatte den Freitagshandel bei 25.304 Punkten beendet und dabei 1,6 Prozent verloren. Auf Wochensicht war ein Minus von rund einem Prozent aufgelaufen. Seit seinem Rekordstand von 26.618 Punkten hatte der Index damit drei schwächere Wochen hintereinander verzeichnet.

Märkte reagieren bislang zurückhaltend auf die Wahlergebnisse

Politisch richtet sich der Blick am Montag auf zwei deutsche Landeswahlen. In Berlin gewann Die Linke nach dem vorläufigen amtlichen Ergebnis die Wahl zum Abgeordnetenhaus mit 25,7 Prozent der Zweitstimmen. Die CDU erreichte 18,8 Prozent, die AfD 16,3 Prozent, die Grünen 14,3 Prozent und die SPD 12,1 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 74,2 Prozent. Das vorläufige Ergebnis wurde von der Berliner Landeswahlleitung am Montag um 3.33 Uhr veröffentlicht.

In Mecklenburg-Vorpommern wurde die AfD mit 38,2 Prozent stärkste Kraft. Die SPD erreichte nach dem vorläufigen Ergebnis 35,5 Prozent. Die Linke kam auf 6,5 Prozent, die Grünen auf 5,7 Prozent. Die CDU verfehlte mit 4,9 Prozent die Fünf-Prozent-Hürde, ebenso das BSW mit 4,8 Prozent.

An den Finanzmärkten war am frühen Montagmorgen jedoch keine ausgeprägte negative Reaktion auf die Wahlergebnisse erkennbar. Reuters berichtete vor dem europäischen Handelsstart von steigenden europäischen Aktienfutures. Der Euro bewegte sich zugleich weitgehend stabil. Daraus lässt sich zunächst lediglich ableiten, dass andere Faktoren für die kurzfristige Preisbildung mindestens ebenso wichtig waren.

Für einzelne Aktien könnten politische Themen dennoch eine Rolle spielen. In Berlin stand im Wahlkampf insbesondere die Wohnungspolitik im Mittelpunkt. Damit könnten Immobilienwerte wie Vonovia und Deutsche Wohnen stärker beachtet werden, ohne dass daraus bereits eine bestimmte Kursrichtung folgt.

Sinkender Ölpreis verschafft Aktienmärkten etwas Luft

Deutlich unmittelbarer wirkt derzeit die Entwicklung am Energiemarkt. Die Ölpreise gaben zum Wochenbeginn nach. Brent-Rohöl aus der Nordsee lag am Montagmorgen bei rund 101,71 Dollar je Barrel und damit mehr als zwei Prozent niedriger. Die US-Sorte West Texas Intermediate fiel auf etwa 98,15 Dollar je Barrel. Reuters meldete damit die niedrigsten Ölpreise seit mehr als einer Woche.

Hintergrund sind Hoffnungen auf eine stärkere Ölversorgung sowie mögliche diplomatische Fortschritte im Konflikt mit dem Iran. Gleichzeitig bleiben die Risiken erheblich. Angriffe im Nahen Osten und Einschränkungen auf wichtigen Transportwegen haben den Ölmarkt in den vergangenen Wochen immer wieder bewegt.

Trotz der angespannten Lage haben sich die Liefermengen aus der Golfregion teilweise erholt. Reuters zufolge lagen die saudischen Rohölexporte im September wieder bei mehr als vier Millionen Barrel täglich, nachdem sie im August zeitweise auf rund 2,4 Millionen Barrel gesunken waren. Gleichzeitig blieb der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus deutlich unter dem Niveau vor Beginn der militärischen Auseinandersetzungen.

Für Europas Börsen ist der Ölpreis derzeit besonders relevant, weil hohe Energiekosten Unternehmen und Verbraucher belasten und zugleich die Inflationsentwicklung beeinflussen. Ein nachhaltiger Rückgang könnte den Preisdruck reduzieren. Neue Angebotsstörungen könnten diese Entwicklung jedoch wieder umkehren.

Konjunkturdaten rücken zur Wochenmitte in den Mittelpunkt

Neben Politik und Energie richtet sich das Interesse in dieser Woche verstärkt auf die wirtschaftliche Entwicklung. Am Mittwoch, 23. September, werden neue vorläufige Einkaufsmanagerindizes für Deutschland, den Euroraum und weitere große Volkswirtschaften erwartet. Diese Daten geben frühzeitig Hinweise darauf, wie sich Industrie und Dienstleistungssektor im September entwickelt haben.

Ebenfalls am Mittwoch veröffentlicht die OECD ihren neuen Interim Economic Outlook. Die Organisation will ab 10 Uhr mitteleuropäischer Zeit aktualisierte Wachstums- und Inflationsprognosen für die Weltwirtschaft, die G20-Staaten und den Euroraum vorstellen. Gerade vor dem Hintergrund hoher Energiepreise dürften Veränderungen bei den Inflations- und Wachstumserwartungen aufmerksam verfolgt werden.

In Deutschland kommt hinzu, dass das Institut der deutschen Wirtschaft seine Wachstumsprognose für 2026 auf 1,2 Prozent angehoben hat. Als Gründe nennt das Institut unter anderem die bessere Entwicklung im ersten Halbjahr und höhere staatliche Investitionen. Für das zweite Halbjahr erwartet das IW allerdings wieder weniger Dynamik.

Zinspolitik und Trump-Xi-Treffen bewegen die Weltmärkte

International bleibt die Geldpolitik ein entscheidender Faktor. Die US-Notenbank hatte in der vergangenen Woche erstmals seit drei Jahren ihren Leitzins erhöht. Damit haben sich an den Märkten die Erwartungen an die weitere Zinsentwicklung verändert. Steigende Renditen von US-Staatsanleihen erhöhen grundsätzlich die Konkurrenz für Aktien, weil festverzinsliche Anlagen dadurch attraktiver werden können.

Zusätzliche Aufmerksamkeit gilt am Donnerstag, 24. September, dem geplanten Treffen von US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping in Washington. Im Mittelpunkt dürften unter anderem Handelsfragen, künstliche Intelligenz, Halbleiter und der weitere Umgang mit bestehenden wirtschaftspolitischen Konflikten stehen. Reuters zufolge wird insbesondere über eine Verlängerung des bisherigen Handelsstillstands gesprochen.

Für den DAX beginnt die neue Woche deshalb mit gegenläufigen Signalen. Der fallende Ölpreis und festere internationale Aktienmärkte liefern zunächst Unterstützung. Gleichzeitig bleiben Energieversorgung, Inflation, Zinsen, die Konjunkturentwicklung und geopolitische Konflikte wichtige Unsicherheitsfaktoren. Wie sich der deutsche Leitindex tatsächlich entwickelt, zeigt sich erst nach dem Xetra-Handelsstart und mit den neuen Daten im weiteren Wochenverlauf.

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