DHL hebt Gewinnprognose deutlich an: Mehr als sieben Milliarden Euro erwartet

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Der Logistikkonzern DHL Group hat seine Gewinnerwartungen für 2026 erneut erhöht. Nach einem deutlichen Ergebnisanstieg im dritten Quartal rechnet das Unternehmen mit einem operativen Jahresgewinn von mehr als sieben Milliarden Euro. Besonders das internationale Expressgeschäft entwickelt sich nach Konzernangaben positiv.

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DHL Group erhöht EBIT-Prognose für 2026 auf über sieben Milliarden Euro

Die DHL Group hebt ihre Gewinnprognose für 2026 an. Wie der Konzern am Freitag, 16. Oktober 2026, mitteilte, erwartet der Vorstand für das laufende Geschäftsjahr nun ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von mehr als 7,0 Milliarden Euro. Bislang hatte DHL mit mehr als 6,5 Milliarden Euro gerechnet. Damit wird die untere Schwelle der Gewinnerwartung um 500 Millionen Euro angehoben.

Es ist bereits die zweite Erhöhung der Jahresprognose innerhalb weniger Monate. Anfang Juli hatte der Logistikkonzern seine Erwartung von mehr als 6,2 auf mehr als 6,5 Milliarden Euro angehoben. Die neue Prognose berücksichtigt die zuletzt positive Geschäftsentwicklung und erste Hinweise auf ein starkes saisonales Geschäft im vierten Quartal.

Für die internationalen DHL-Unternehmensbereiche steigt die EBIT-Erwartung von mehr als 5,9 auf mehr als 6,4 Milliarden Euro. Unverändert rechnet das Unternehmen im Bereich Post und Paket Deutschland mit einem operativen Ergebnis von mehr als 900 Millionen Euro. Für die zentralen Konzernfunktionen werden weiterhin rund 400 Millionen Euro Verlust veranschlagt.

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Umsatz steigt im dritten Quartal um mehr als zwölf Prozent

Die gleichzeitig veröffentlichten vorläufigen Geschäftszahlen zeigen ein deutliches Wachstum. Der Konzernumsatz stieg im dritten Quartal 2026 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um mehr als zwölf Prozent auf rund 22,6 Milliarden Euro.

Das operative Ergebnis erhöhte sich von 1,477 Milliarden Euro im Vorjahresquartal auf rund 1,71 Milliarden Euro. Das entspricht einem Zuwachs von etwa 16 Prozent.

Besonders stark entwickelte sich DHL Express. Der Unternehmensbereich, der internationale zeitkritische Sendungen transportiert, erzielte ein vorläufiges EBIT von rund 1,035 Milliarden Euro. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum waren es 692 Millionen Euro gewesen. Darin waren allerdings negative Einmaleffekte von 54 Millionen Euro enthalten.

Nach Angaben des Konzerns führten steigende Transportgewichte zu einer besseren Auslastung des Expressnetzwerks. Hinzu kamen Maßnahmen zur Verbesserung von Kosten und Erträgen. Darüber hinaus profitierte DHL Express mit rund 100 Millionen Euro von Kapazitätsengpässen im internationalen Luftfrachtmarkt.

Nicht alle Geschäftsbereiche profitieren gleichermaßen

Auch in der internationalen Luft- und Seefrachtspedition DHL Global Forwarding verbesserte sich das operative Ergebnis. Der Bereich erreichte rund 260 Millionen Euro nach 195 Millionen Euro im Vorjahresquartal. DHL Supply Chain, zuständig unter anderem für Lagerhaltung und vertraglich vereinbarte Logistikleistungen, steigerte das EBIT von 278 auf rund 300 Millionen Euro.

Schwächer entwickelte sich dagegen DHL eCommerce. Dort sank das operative Ergebnis von 176 auf rund 50 Millionen Euro. Der hohe Vergleichswert des Vorjahres war allerdings durch positive Sondereffekte von 123 Millionen Euro geprägt.

Auch das deutsche Brief- und Paketgeschäft verzeichnete einen Rückgang. Das EBIT von Post und Paket Deutschland lag vorläufig bei rund 150 Millionen Euro, nachdem im dritten Quartal 2025 noch 218 Millionen Euro erreicht worden waren.

Die Zahlen verdeutlichen, dass vor allem das internationale Expressgeschäft und die Spedition zur Ergebnisverbesserung beitragen, während das inländische Postgeschäft und der E-Commerce-Bereich schwächere Ergebnisse ausweisen.

DHL plant höhere Investitionen und erwartet mehr freien Cashflow

Neben der Gewinnerwartung hat DHL auch seine Finanzplanung angepasst. Der freie Cashflow ohne Nettoeffekte aus Unternehmenskäufen und Verkäufen soll im Gesamtjahr nun mehr als 3,2 Milliarden Euro erreichen. Bisher hatte der Konzern rund 3,0 Milliarden Euro erwartet.

Gleichzeitig will DHL mehr investieren. Die geplanten Sachinvestitionen steigen von bisher 3,0 bis 3,3 Milliarden Euro auf rund 3,6 Milliarden Euro. Der Konzern begründet dies mit zusätzlichen Wachstumschancen im aktuellen Geschäftsumfeld.

Im dritten Quartal erreichte der freie Cashflow ohne Nettoeffekte aus Übernahmen und Verkäufen vorläufig rund 900 Millionen Euro. Darin enthalten waren Nettozahlungen von etwa 255 Millionen Euro im Zusammenhang mit dem US-Gesetz IEEPA. Die Sachinvestitionen beliefen sich im Quartal auf rund 900 Millionen Euro.

DHL kündigte außerdem an, seine mittelfristige Ergebnisprognose im März 2027 zu überprüfen. Diese sieht bislang ein operatives Ergebnis von mehr als sieben Milliarden Euro unter normalisierten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen vor.

DHL-Aktie legt nach Prognoseanhebung nachbörslich zu

Die Aktie der DHL Group hatte bereits vor Veröffentlichung der neuen Prognose Kursgewinne verzeichnet. Im regulären Xetra-Handel schloss sie am Freitag bei 58,22 Euro. Das entsprach einem Tagesplus von 0,90 Prozent gegenüber dem Vortag.

Die Ad-hoc-Mitteilung wurde erst um 18:13 Uhr veröffentlicht und konnte deshalb während des regulären Xetra-Handels noch nicht berücksichtigt werden.

Im nachbörslichen Handel zeigte sich anschließend eine positive Kursreaktion. Nach Kursdaten von MarketScreener notierte die DHL-Aktie gegen 18:32 Uhr MESZ bei 59,19 Euro. Das waren rund 1,67 Prozent mehr als zum Xetra-Schluss. Die nachbörslichen Kurse können sich im weiteren Handelsverlauf verändern.

Vollständige DHL-Quartalszahlen folgen am 5. November

Die endgültigen Geschäftszahlen für das dritte Quartal und die ersten neun Monate des Jahres 2026 will DHL am Donnerstag, 5. November 2026, veröffentlichen. Diesen Termin bestätigte der Konzern in seiner Ad-hoc-Mitteilung.

Dann sollen die vollständigen Finanzdaten zeigen, wie sich die einzelnen Geschäftsbereiche im bisherigen Jahresverlauf entwickelt haben. Die am Freitag veröffentlichten Kennzahlen sind vorläufig.

Mit der neuen Jahresprognose nähert sich DHL bereits 2026 der Größenordnung seines bisherigen mittelfristigen Ergebnisziels. Die erwarteten mehr als sieben Milliarden Euro sind jedoch eine Prognose des Vorstands und kein bereits erzieltes Jahresergebnis.

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