Weltweiter Dieselengpass belastet Preise und Transporte

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Die Versorgung mit Diesel und Gasöl bleibt weltweit angespannt. Die Internationale Energieagentur (IEA) rechnet damit, dass die Engpässe bis weit ins Jahr 2027 anhalten könnten. Besonders Lieferausfälle aus dem Nahen Osten und Russland belasten den Markt. Auch in Deutschland sind die Auswirkungen spürbar: Diesel ist zuletzt wieder teurer geworden, während Transportunternehmen weiterhin unter hohen Kraftstoffkosten leiden.

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IEA erwartet Dieselengpässe bis 2027

In ihrem am 14. Oktober 2026 veröffentlichten Ölmarktbericht warnt die Internationale Energieagentur vor einer länger anhaltenden Verknappung von Diesel und Gasöl. Trotz rückläufiger Nachfrage reicht die weltweite Produktion derzeit nicht aus, um die Lagerbestände ausreichend aufzufüllen.

Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung bei den Exporten. Im September lagen die gemeinsamen Nettoausfuhren aus Russland und dem Nahen Osten um rund 1,3 Millionen Barrel täglich unter dem Vorjahresniveau. Das entspricht einem Rückgang von mehr als 60 Prozent. Zusätzliche Lieferungen aus den USA und China konnten diese Ausfälle nur teilweise ausgleichen.

Die Ursachen liegen vor allem in den Konflikten im Nahen Osten, beeinträchtigten Lieferwegen und Schäden an russischen Raffinerien. Gleichzeitig steigen mit Beginn der Heizperiode auf der Nordhalbkugel die saisonalen Anforderungen an die Versorgung.

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Dieselpreise erreichen international Rekordniveau

Die knappe Versorgung hat die internationalen Dieselpreise bereits erheblich steigen lassen. Nach Angaben der IEA überschritten die Großhandelspreise in Singapur im September zeitweise 200 US-Dollar je Barrel. In Europa und den Vereinigten Staaten wurden Höchststände von rund 220 US-Dollar erreicht.

Anschließend gaben die Preise zwar etwas nach, blieben aber im internationalen Vergleich außergewöhnlich hoch. Zusätzlich verteuern gestiegene Transportkosten die Lieferung von Kraftstoffen. Die Energieagentur hält deshalb erneute Preisanstiege insbesondere in Europa, Afrika und Lateinamerika für möglich.

Eine spürbare Erholung der weltweiten Raffinerieproduktion erwartet die IEA zum Jahresende. Für das erste Quartal 2027 prognostiziert sie sogar einen vorübergehenden Angebotsüberschuss. Dieser dürfte jedoch nicht ausreichen, um die erheblichen Lagerdefizite aus dem laufenden Jahr auszugleichen. Eine nachhaltigere Auffüllung der Bestände wird frühestens in der zweiten Jahreshälfte 2027 erwartet.

Diesel in Deutschland wieder teurer

Auch Autofahrer in Deutschland müssen weiterhin mit hohen Kraftstoffkosten rechnen. Nach einer Auswertung des ADAC vom 14. Oktober 2026 kostet ein Liter Diesel im bundesweiten Durchschnitt 2,247 Euro. Gegenüber der Vorwoche entspricht das einem Anstieg um 1,4 Cent.

Dabei gilt seit dem 1. Oktober eine befristete steuerliche Entlastung für Kraftstoffe. Der ADAC bewertet das Preisniveau dennoch als weiterhin zu hoch.

Wie sich die internationalen Lieferengpässe auf die deutschen Tankstellenpreise in den kommenden Monaten auswirken, hängt neben dem verfügbaren Dieselangebot auch von den Rohölpreisen, Wechselkursen und steuerlichen Rahmenbedingungen ab. Eine konkrete Preisentwicklung für das gesamte Jahr 2027 lässt sich aus der IEA-Prognose nicht ableiten.

Transportgewerbe steht unter zusätzlichem Kostendruck

Die hohen Dieselpreise treffen nicht nur private Autofahrer. Besonders betroffen ist das Transportgewerbe, in dem Kraftstoff einen wichtigen Kostenfaktor darstellt. Steigende Dieselpreise können die Kalkulation von Speditionen verändern und zusätzliche Transportkosten verursachen, die teilweise an Auftraggeber weitergegeben werden.

Bereits im zweiten Quartal 2026 verteuerten sich die Leistungen im deutschen Straßengüterverkehr nach Angaben des Statistischen Bundesamtes um 5,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Bei Speditionsleistungen lag der Anstieg bei 6,2 Prozent. Als wesentlichen Einflussfaktor nennt die Behörde die gestiegenen Treibstoffkosten.

Damit können die Belastungen auch Unternehmen und Verbraucher erreichen, die selbst keinen Diesel benötigen. Höhere Logistikkosten können sich unter anderem auf die Preise transportierter Waren auswirken.

Entspannung hängt von internationalen Lieferungen ab

Für die weitere Entwicklung ist entscheidend, wie schnell Raffinerien ihre Produktion ausweiten und wichtige Exportregionen wieder größere Mengen Diesel liefern können. Die IEA geht davon aus, dass insbesondere eine Erholung der Produktlieferungen aus dem Nahen Osten notwendig ist, um die weltweiten Engpässe abzubauen.

Zwar erwartet die Energieagentur für 2027 insgesamt eine teilweise Erholung der Ölnachfrage und eine höhere Raffinerieproduktion. Der Dieselmarkt dürfte dennoch zunächst empfindlich auf weitere Lieferstörungen reagieren. Eine rasche und dauerhafte Normalisierung der Versorgung ist in der aktuellen Prognose nicht vorgesehen.

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