Vor Trump-Xi-Treffen drängt die DIHK Europa zu mehr Eigenständigkeit

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Vor dem Staatsbesuch des chinesischen Präsidenten Xi Jinping in den USA fordert die Deutsche Industrie- und Handelskammer eine aktive EU-Handelspolitik. Europa dürfe bei den wirtschaftspolitischen Verhandlungen zwischen Washington und Peking nicht lediglich Zuschauer sein, erklärte DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier. Aus Sicht der Kammer sollte die Europäische Union ihre Handelsbeziehungen breiter aufstellen, Abhängigkeiten reduzieren und laufende Handelsabkommen schneller abschließen.

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Xi reist vom 23. bis 25. September auf Einladung von US-Präsident Donald Trump in die Vereinigten Staaten. Das chinesische Außenministerium bestätigte den Staatsbesuch am Montag. Für Donnerstag, 24. September, ist eine offizielle Begrüßungszeremonie im Weißen Haus vorgesehen. Trump will Xi bereits bei dessen Ankunft am Mittwoch auf der Joint Base Andrews empfangen.

DIHK warnt vor Folgen für deutsche Unternehmen

Die DIHK verweist auf die große Bedeutung beider Staaten für deutsche Unternehmen. Die USA sind weiterhin der wichtigste Absatzmarkt für deutsche Waren außerhalb Europas, während China vor allem als Lieferland eine zentrale Rolle spielt.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes war China 2025 mit einem Warenhandelsvolumen von 251,8 Milliarden Euro Deutschlands wichtigster Handelspartner. Die USA folgten mit 240,5 Milliarden Euro. Gleichzeitig blieben die Vereinigten Staaten mit deutschen Warenexporten von 146,2 Milliarden Euro das wichtigste einzelne Empfängerland.

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Auch die jüngsten Monatsdaten zeigen die Bedeutung beider Märkte. Im Juli 2026 exportierte Deutschland kalender- und saisonbereinigt Waren im Wert von 14,4 Milliarden Euro in die USA. Nach China gingen Waren im Wert von 5,6 Milliarden Euro. Gleichzeitig kamen Importe im Wert von 15,2 Milliarden Euro aus China.

Vor diesem Hintergrund sieht die DIHK sowohl eine Entspannung als auch eine erneute Verschärfung des amerikanisch-chinesischen Handelskonflikts als unmittelbar relevant für deutsche Unternehmen an. Besonders wichtig seien Fortschritte bei Exportkontrollen für kritische Rohstoffe, Halbleiter und Schlüsseltechnologien. Weitere Einschränkungen könnten internationale Lieferketten zusätzlich belasten.

Europa soll Handelsbeziehungen breiter aufstellen

Die Kammer fordert deshalb eine stärkere europäische Position zwischen den beiden großen Wirtschaftsmächten. Dazu zählt sie einen leistungsfähigeren EU-Binnenmarkt, weniger administrative Belastungen für Unternehmen sowie zusätzliche Wirtschafts- und Handelsbeziehungen mit Staaten in Asien, Lateinamerika und Afrika.

Zugleich fordert die DIHK mehr Tempo bei laufenden Verhandlungen über Handelsabkommen und bei der Ratifizierung bereits ausgehandelter Vereinbarungen. Unternehmen sollten ihre Lieferketten und Absatzmärkte stärker diversifizieren können, um weniger abhängig von handelspolitischen Entscheidungen Washingtons und Pekings zu sein.

Die Forderung trifft auf ein deutlich gewachsenes Handelsungleichgewicht zwischen der EU und China. Nach Angaben der Europäischen Kommission erreichte das Defizit der Europäischen Union im Warenhandel mit China 2025 rund 359,9 Milliarden Euro. China blieb zugleich das wichtigste Herkunftsland für EU-Warenimporte und war der viertgrößte Absatzmarkt für europäische Exporte. Die EU nennt Gegenseitigkeit beim Marktzugang, faire Wettbewerbsbedingungen und den Abbau bestehender Ungleichgewichte als zentrale Ziele ihrer China-Politik.

Abhängigkeit bei kritischen Rohstoffen bleibt ein Thema

Besondere Aufmerksamkeit gilt Rohstoffen, die für Hightech-Produkte, Elektromobilität und andere Industrien benötigt werden. 2025 kamen nach Eurostat-Angaben 46,8 Prozent der von der EU importierten Seltenen Erden gemessen am Gewicht aus China. Insgesamt führte die EU rund 15.100 Tonnen dieser Rohstoffe ein.

Auch deshalb setzt die DIHK auf eine Strategie, die wirtschaftliche Beziehungen mit China nicht abbricht, Risiken aber stärker verteilt. Bereits Anfang September hatte die Kammer in einer Umfrage unter 1.325 Unternehmen auf zunehmenden Wettbewerbsdruck durch chinesische Anbieter hingewiesen. Die Ergebnisse zeigen zugleich, dass viele deutsche Unternehmen weiterhin auf Vorprodukte aus China oder ihre dortigen Produktionsstrukturen angewiesen sind.

Parallel bemühen sich China und Europa weiter um eine Regelung bestehender Handelskonflikte. Chinas Handelsminister Wang Wentao sprach am Dienstag mit Vertretern der deutschen Automobilindustrie und warb für weitere chinesische Investitionen in Europa. Zugleich laufen zwischen Brüssel und Peking Gespräche über den Umgang mit chinesischen Elektroautoexporten und europäischen Ausgleichszöllen.

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