
Bei Domo Chemicals bleibt die Zukunft der deutschen Standorte in Leuna und Premnitz offen. Für die drei deutschen Gesellschaften des Unternehmens laufen die Insolvenzverfahren, ein Investor für die Standorte ist bislang nicht gefunden. Nach Angaben des vorläufigen Insolvenzverwalters Lucas Flöther dürfte eine Richtungsentscheidung erst mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens Anfang April fallen. Betroffen sind rund 585 Beschäftigte.
Die Krise betrifft die Domo Chemicals GmbH, die Domo Caproleuna GmbH und die Domo Engineering Plastics GmbH. Nach Unternehmensangaben entfallen davon rund 35 Arbeitsplätze auf die Domo Chemicals GmbH in Leuna, etwa 480 auf die Domo Caproleuna GmbH ebenfalls in Leuna und rund 70 auf die Domo Engineering Plastics GmbH in Premnitz. Damit liegt der Schwerpunkt der Krise klar in Leuna, wo der mit Abstand größte Teil der Belegschaft beschäftigt ist. Dass für die deutschen Standorte bislang kein Investor feststeht, erhöht den Druck auf die Beschäftigten zusätzlich.
Die Insolvenzanträge für die deutschen Gesellschaften wurden bereits Ende Dezember 2025 gestellt. Das Unternehmen begründete den Schritt damals mit der anhaltend schwierigen Lage in der europäischen Chemieindustrie. Genannt wurden eine schwache Nachfrage, hohe Energiebelastungen und ein angespanntes Marktumfeld. In der Folge sollte in einem Insolvenzverfahren geprüft werden, ob eine Sanierung oder ein Investorenmodell für die deutschen Standorte möglich ist. Das Amtsgericht Halle bestellte dafür Lucas Flöther zum vorläufigen Insolvenzverwalter.
Besonders heikel war die Lage in Leuna, weil die Anlagen dort nicht ohne weiteres stillgelegt werden konnten. Domo hatte im Januar mitgeteilt, die Produktion müsse heruntergefahren und in einen Notbetrieb versetzt werden. Wenige Tage später ordnete das Land Sachsen-Anhalt den Weiterbetrieb der Produktionsanlagen aus Gründen der Gefahrenabwehr an. Damit blieb der Standort in einem Minimalbetrieb am Netz. Dieser Schritt war nicht nur technisch wichtig, sondern auch wirtschaftlich: Er verschaffte zusätzliche Zeit für die Suche nach einer tragfähigen Lösung.
Die Bedeutung des Falls reicht über das einzelne Unternehmen hinaus. Domo Caproleuna ist in Leuna Teil eines eng verflochtenen Industriestandorts. Wenn dort große Chemieanlagen ins Wanken geraten, betrifft das nicht nur die eigene Belegschaft, sondern häufig auch Dienstleister, Zulieferer und andere Betriebe im Umfeld. Genau deshalb wurde der Weiterbetrieb im Januar politisch und industriell aufmerksam verfolgt. Die Lage bei Domo steht damit auch exemplarisch für den Druck, unter dem energieintensive Chemieunternehmen in Deutschland derzeit stehen.
Inzwischen gibt es zumindest ein Signal, dass sich für den großen Leunaer Teilbetrieb eine Lösung abzeichnen könnte. Beim Bundeskartellamt wurde Mitte März ein Vorhaben angemeldet, nach dem Leuna-Harze GmbH und InfraLeuna GmbH den Geschäftsbetrieb und wesentliche Vermögensgegenstände der Domo Caproleuna GmbH i.L. übernehmen wollen. Das ist noch kein abgeschlossener Verkauf und auch keine Lösung für alle deutschen Domo-Gesellschaften. Für Leuna ist diese Entwicklung aber ein wichtiges Indiz, dass hinter den Kulissen weiter an einer Auffanglösung gearbeitet wird.
Der entscheidende Punkt bleibt dennoch offen: Für die deutschen Standorte insgesamt ist nach derzeitigem Stand weiterhin kein Investor gefunden. Nach dem aktuellen Bericht zur Lage soll eine Entscheidung voraussichtlich erst dann fallen, wenn das Insolvenzverfahren Anfang April eröffnet wird. Bis dahin bleibt die Zukunft der Standorte Leuna und Premnitz ungewiss. Für die rund 585 Beschäftigten geht es damit in den kommenden Tagen um deutlich mehr als nur eine Formalie. Dann dürfte sich entscheiden, ob es eine Sanierung, Teilübernahmen oder weitere Einschnitte geben wird.
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