
Der Drohnenfund am Flughafen Leipzig/Halle könnte nach Einschätzung des Sicherheits- und Verteidigungsexperten Nico Lange Teil eines russischen Hybridangriffs sein. Eine solche Verbindung ist von den Ermittlungsbehörden bislang allerdings nicht bestätigt worden. Generalstaatsanwaltschaft und Landeskriminalamt untersuchen den Fund einer Drohne mit Sprengvorrichtung sowie einen möglicherweise zweiten Drohnenvorfall. Der Flughafenbetrieb war in der Nacht zum Mittwoch zeitweise eingestellt worden.
Ein Flughafenmitarbeiter hatte die Drohne in der Nacht vom 4. auf den 5. August 2026 im Sicherheitsbereich des Frachtbetriebs nahe der südlichen Start- und Landebahn entdeckt. An dem Fluggerät befand sich nach Angaben des Landeskriminalamtes Sachsen eine zunächst unbekannte Sprengvorrichtung. Spezialkräfte untersuchten sie mithilfe eines Sprengstoffroboters und entfernten den Zünder.
Nach dem Drohnenfund am Flughafen Leipzig/Halle wurde der Flugbetrieb vorübergehend vollständig eingestellt. Die Nordpiste konnte nach einer umfangreichen Kontrolle noch in der Nacht wieder freigegeben werden. Eine Gefahr für Passagiere oder Beschäftigte habe nicht bestanden. Der Passagierverkehr sei nicht beeinträchtigt worden.
Nico Lange erklärte gegenüber dem Fernsehsender Phoenix, der Vorfall passe in das bekannte Muster russischer hybrider Angriffe gegen Deutschland. Es liege in der Natur solcher Operationen, dass sich eine staatliche Urheberschaft häufig nicht sofort gerichtsfest beweisen lasse. Dennoch halte er es für sehr wahrscheinlich, dass es sich um einen entsprechenden Angriff gehandelt habe.
Diese Bewertung ist eine Einschätzung des Experten. Die ermittelnden Behörden haben bislang weder Russland noch einen anderen möglichen Urheber benannt. Auch ein politischer Hintergrund ist derzeit nicht belegt. Die Zentralstelle Extremismus Sachsen und das Polizeiliche Terrorismus- und Extremismus-Abwehrzentrum des Landeskriminalamtes haben die Ermittlungen übernommen.
Neben der gefundenen Drohne untersuchen die Behörden einen weiteren Vorfall. Ein Frachtflugzeug musste wegen der Sperrung der Landebahn zunächst durchstarten und stieß anschließend offenbar mit einem unbekannten Flugobjekt zusammen. Nach der späteren Landung in Hannover wurden leichte Beschädigungen an der Maschine festgestellt.
Ob es sich bei dem Objekt ebenfalls um eine Drohne handelte und ob beide Ereignisse miteinander zusammenhängen, ist noch nicht geklärt. Das Landeskriminalamt bittet Zeugen um Hinweise zu verdächtigen Personen, Fahrzeugen oder Fahrzeugbewegungen im Umfeld des Flughafens zwischen Dienstagnachmittag und Mittwochmorgen. Auch Aufnahmen oder Beobachtungen aus sozialen Netzwerken könnten für die Ermittlungen von Bedeutung sein.
Der Sicherheitsexperte kritisierte, Deutschland verfüge bislang über zu wenige Möglichkeiten, um unbekannte Drohnen zuverlässig zu erkennen, zu klassifizieren und zu verfolgen. Benötigt würden unter anderem elektrooptische und akustische Sensoren. Flughäfen und andere Einrichtungen der kritischen Infrastruktur müssten besser vor möglichen Sabotage- und Spionageversuchen geschützt werden.
Lange verwies auf frühere mutmaßliche hybride Aktivitäten, zu denen neben Drohnenflügen auch Sabotage, Brandstiftung und andere verdeckte Operationen gezählt würden. Solche Angriffe blieben häufig unterhalb der Schwelle eines klassischen militärischen Konflikts. Daraus dürfe jedoch nicht folgen, dass Deutschland auf eine wirksame Abwehr und politische Reaktionen verzichte. Die konkrete Herkunft der am Flughafen Leipzig/Halle gefundenen Drohne bleibt unterdessen Gegenstand der laufenden Ermittlungen.
Quellenzuordnung:
Die Aussagen und politischen Einschätzungen von Nico Lange stammen aus der PHOENIX-Mitteilung vom 5. August 2026.
Die Angaben zum Fundort, zur Sprengvorrichtung, zur Entschärfung, zum Flugbetrieb und zu den laufenden Ermittlungen stammen aus der gemeinsamen Mitteilung der Generalstaatsanwaltschaft Dresden und des LKA Sachsen.
Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu