Druckmaschinenhersteller manroland sheetfed startet Sanierungsverfahren: 748 Jobs in Offenbach betroffen

Ein multikulturelles Restaurant an der Wolbecker Straße in Münster schließt nach acht Jahren. Warum das Konzept endet – und wie es am Standort weitergeht.
Symbolbild: Evan Wise

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Der Druckmaschinenhersteller manroland sheetfed hat Anfang März ein Schutzschirmverfahren zur Sanierung des Unternehmens eingeleitet. Besonders betroffen ist der Standort Offenbach, wo nach Angaben der Gewerkschaft IG Metall 748 Arbeitsplätze im Unternehmen angesiedelt sind.

Mit dem Verfahren soll das Unternehmen neu strukturiert und wirtschaftlich stabilisiert werden. Die Geschäftsführung bleibt dabei zunächst im Amt und arbeitet gemeinsam mit Sachwaltern und Gläubigern an einem Sanierungsplan.

Schutzschirmverfahren als Versuch der Sanierung

Ein Schutzschirmverfahren ist ein spezielles Instrument des deutschen Insolvenzrechts. Unternehmen können es nutzen, wenn sie sich in wirtschaftlichen Schwierigkeiten befinden, aber grundsätzlich als sanierungsfähig gelten.

Ziel ist es, unter gerichtlichem Schutz einen Restrukturierungsplan zu entwickeln, der den Fortbestand des Unternehmens sichern soll. Während dieser Phase bleibt das Management in der Regel handlungsfähig und führt das operative Geschäft weiter.

Bei manroland sheetfed soll das Verfahren dazu dienen, Kostenstrukturen zu überprüfen und das Unternehmen an veränderte Marktbedingungen anzupassen.

Schwäche im globalen Druckmaschinenmarkt

Die Branche der Druckmaschinenhersteller steht seit Jahren unter Druck. Die Nachfrage nach klassischen Offsetdruckmaschinen ist weltweit rückläufig, unter anderem durch die zunehmende Digitalisierung und Veränderungen im Medienmarkt.

Nach Unternehmensangaben haben insbesondere schwache Geschäfte in wichtigen internationalen Märkten zur aktuellen Situation beigetragen. Dazu zählt auch der chinesische Markt, der in der Vergangenheit eine zentrale Rolle für den Absatz von Druckmaschinen spielte.

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Für das Geschäftsjahr 2025 wird in Berichten ein deutlicher Verlust genannt, der die wirtschaftliche Lage des Unternehmens zusätzlich verschärft haben soll.

Traditionsunternehmen mit bewegter Geschichte

Manroland gehört zu den traditionsreichen Namen der deutschen Druckmaschinenindustrie. Die heutige Gesellschaft manroland sheetfed entstand nach der Insolvenz der früheren Manroland AG im Jahr 2011.

Die Bogenoffset-Sparte wurde 2012 vom britischen Industriekonzern Langley Holdings übernommen. Seitdem gehört manroland sheetfed zu dessen Unternehmensgruppe.

Die aktuelle Restrukturierung ist damit nicht der erste tiefgreifende Einschnitt in der Geschichte des Unternehmens. Der Druckmaschinenmarkt hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert, wodurch viele Hersteller unter wirtschaftlichen Druck geraten sind.

Zukunft des Standorts Offenbach noch offen

Wie sich das Verfahren konkret auf die Arbeitsplätze auswirken wird, ist derzeit noch unklar. Zwar gelten laut IG Metall mehrere hundert Stellen am Standort Offenbach als betroffen, konkrete Entscheidungen über mögliche Stellenstreichungen stehen jedoch noch aus.

In den kommenden Monaten soll ein Sanierungskonzept erarbeitet werden. Dabei wird sich entscheiden, welche Struktur das Unternehmen künftig haben soll und welche Perspektive der Standort Offenbach langfristig erhält.

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