Neue E-Auto-Prämie erreicht laut Minister 100.000 Haushalte

Erbschaftsteuer vor dem Umbruch? Was sich für Erben ändern könnte
Deutschland belegt laut OECD Taxing Wages 2026 Rang 2 der höchsten Steuerlast.

Teilen:

Die neue staatliche Förderung für Elektroautos hat nach Angaben der Bundesregierung inzwischen 100.000 Antragsteller erreicht. Bundesumweltminister Carsten Schneider wertet die Entwicklung als Erfolg. Der SPD-Politiker erklärte, das Programm habe die Erwartungen deutlich übertroffen. Nach Regierungsangaben wurde die Prämie seit dem Start des Antragsverfahrens im Mai inzwischen an 100.000 Antragsteller ausgezahlt. Die E-Auto-Prämie 2026 richtet sich gezielt an private Haushalte und ist nach Einkommen, Familiengröße und Antriebsart gestaffelt.

Schneider sieht soziale Staffelung bestätigt

Ein Schwerpunkt des neuen Fördermodells liegt auf Haushalten mit niedrigen und mittleren Einkommen. Nach den am Montag genannten Zahlen verfügt etwa die Hälfte der Antragsteller über ein zu versteuerndes Haushaltsjahreseinkommen von höchstens 45.000 Euro. Rund drei Viertel liegen bei maximal 60.000 Euro. Schneider sieht darin eine Bestätigung des sozial gestaffelten Modells.

Schon der BAFA-Zwischenstand vom 1. September zeigte diese Verteilung. Damals waren 52.473 Anträge bewilligt. Rund 73 Prozent der geförderten Haushalte lagen beim zu versteuernden Einkommen bis 60.000 Euro. Die bis dahin ausgezahlte Fördersumme lag bei rund 230 Millionen Euro. Anfang August waren erst 26.875 Anträge bewilligt gewesen.

Bis zu 6.000 Euro Förderung für reine Elektroautos

Beantragt werden kann die Förderung seit dem 19. Mai 2026. Förderfähig sind Fahrzeuge, die seit dem 1. Januar 2026 erstmals in Deutschland zugelassen wurden. Unterstützt werden Kauf und Leasing von Neuwagen. Neben rein batterieelektrischen Autos können unter bestimmten Voraussetzungen auch Plug-in-Hybride und Elektrofahrzeuge mit Range Extender gefördert werden.

Für ein reines Batterieauto liegt die Basisförderung bei 3.000 Euro. Haushalte mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen unter 60.000 Euro erhalten weitere 1.000 Euro, bei weniger als 45.000 Euro kommen nochmals 1.000 Euro hinzu. Zusätzlich gibt es für bis zu zwei Kinder jeweils 500 Euro. Damit sind maximal 6.000 Euro möglich.

Bei Plug-in-Hybriden und Fahrzeugen mit Range Extender beginnt die Förderung bei 1.500 Euro. Einschließlich Einkommens- und Kinderzuschlägen sind maximal 4.500 Euro möglich. Für diese Fahrzeuge gelten zusätzliche Anforderungen an elektrische Reichweite oder CO2-Ausstoß.

Detaillierte BAFA-Zahlen zeigen rasches Wachstum

Der bislang detailliert ausgewiesene BAFA-Zwischenstand mit Stichtag 1. September dokumentierte 52.473 bewilligte Förderanträge. Davon entfielen 47.986 und damit gut 91 Prozent auf reine Batterieautos. 4.487 Bewilligungen betrafen Plug-in-Hybride. Kauf und Leasing lagen nahezu gleichauf. Bis zu diesem Zeitpunkt waren rund 230 Millionen Euro Fördermittel ausgezahlt worden.

Zum Vergleich: Bis zum 16. Juli waren insgesamt 84.828 Anträge eingegangen, aber erst 20.015 bewilligt worden. 291 Anträge waren zu diesem Zeitpunkt abgelehnt. Damit hatte sich die Zahl der Bewilligungen innerhalb weniger Wochen bereits mehr als verdoppelt.

Die nun von Schneider genannte Marke von 100.000 unterstützten Antragstellern liegt nochmals deutlich darüber. Eine neue detaillierte BAFA-Aufschlüsselung mit einem Stichtag Anfang Oktober war zunächst nicht veröffentlicht. Die aktuelle Zahl von 100.000 Auszahlungen beruht daher auf den Angaben der Bundesregierung vom Montag.

Elektroauto-Markt legt 2026 deutlich zu

Parallel zur Förderung sind die Neuzulassungen elektrischer Fahrzeuge in Deutschland kräftig gestiegen. Im August wurden 68.930 reine Batterieautos neu zugelassen. Das waren rund 75 Prozent mehr als im August 2025. Ihr Anteil an sämtlichen Pkw-Neuzulassungen erreichte 32,4 Prozent. Von Januar bis August kamen 515.545 neue reine Elektroautos auf die Straße, gut 53 Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Rechnet man Plug-in-Hybride hinzu, kamen elektrische Pkw im August auf 94.336 Neuzulassungen und einen Marktanteil von 44,4 Prozent. Aus den Zulassungszahlen allein lässt sich allerdings nicht ableiten, welcher Anteil dieses Wachstums direkt durch die Kaufprämie ausgelöst wurde. Das Förderprogramm gilt ausschließlich für Privatpersonen, während die Zulassungsstatistik auch gewerblich angeschaffte Fahrzeuge umfasst.

Weniger als 15 Prozent der Anträge für chinesische Fahrzeuge

Politisch relevant ist auch die Frage, welche Hersteller von den staatlichen Zuschüssen profitieren. Das Bundesumweltministerium hatte Befürchtungen zurückgewiesen, die Förderung könne vor allem günstigen Fahrzeugen chinesischer Hersteller zugutekommen. Erste Auswertungen zeigen nach Angaben des Ministeriums, dass weniger als 15 Prozent der Anträge Fahrzeuge chinesischer Hersteller betreffen. Bei reinen Batterieautos liegt der Anteil demnach noch niedriger.

Das Ministerium schränkt zugleich ein, dass diese Auswertung bislang noch keine abschließende Aussage über die Verteilung der bewilligten Fahrzeuge erlaubt. Die Bundesregierung prüft zudem sogenannte EU-Präferenzregelungen, durch die europäische Produktion künftig stärker berücksichtigt werden könnte. Änderungen am laufenden Förderprogramm sind bislang aber nicht in Kraft.

Drei Milliarden Euro stehen bis 2029 bereit

Für das Förderprogramm hat die Bundesregierung insgesamt drei Milliarden Euro aus dem Klima- und Transformationsfonds vorgesehen. Das Geld soll nach Schätzung des Bundesumweltministeriums für rund 800.000 Fahrzeuge im Zeitraum von 2026 bis 2029 reichen.

Die neue Förderung unterscheidet sich damit deutlich vom früheren Umweltbonus. Die vorherige bundesweite Kaufprämie war Ende 2023 eingestellt worden. Mit dem neuen Programm setzt die Bundesregierung wieder auf direkte Zuschüsse, begrenzt diese aber durch Einkommensgrenzen und staffelt die Förderhöhe stärker nach der wirtschaftlichen Situation der Haushalte.

Mit inzwischen rund 100.000 unterstützten Antragstellern gewinnt das Programm wenige Monate nach seinem Start deutlich an Größenordnung. Entscheidend für die weitere Entwicklung wird sein, wie schnell die Zahl der Anträge und Bewilligungen wächst und wie lange die vorgesehenen drei Milliarden Euro bei der tatsächlichen durchschnittlichen Förderhöhe reichen.

Teilen:

Münster Map
Zum Aktivieren tippen
Route anzeigen

Mehr Beiträge:

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu