
Fortuna Düsseldorf entlässt Alexander Ende. Der Fußball-Drittligist hat am Sonntag, 18. Oktober 2026, die Trennung von seinem Cheftrainer offiziell bestätigt. Auch Co-Trainer Zlatko Muhovic wurde mit sofortiger Wirkung freigestellt. Die Verantwortung für die Profimannschaft übernimmt zunächst Jens Langeneke, der bislang die U23 betreute und als früherer Spieler eng mit dem Verein verbunden ist.
Die Entscheidung fiel einen Tag nach der 1:3-Heimniederlage gegen den 1. FC Saarbrücken. Düsseldorf hatte nach dem Abstieg aus der 2. Bundesliga auf einen sportlichen Neuanfang gesetzt, kommt nach zehn Spieltagen aber nur auf 14 Punkte. Mit der Freistellung beendet der Verein die Zusammenarbeit mit Ende bereits rund ein halbes Jahr nach dessen Verpflichtung.
Sportvorstand Samir Arabi erklärte in der offiziellen Vereinsmitteilung, dass die Verantwortlichen die sportliche Entwicklung eingehend analysiert hätten und zu dem Schluss gekommen seien, „dass wir jetzt einen neuen Impuls setzen müssen“. Zugleich bedankte sich Arabi bei Ende und Muhovic für deren Arbeit. Mit Jens Langeneke setzt die Fortuna auf eine interne Lösung, die nach Einschätzung des Sportvorstands sowohl die Abläufe als auch das Umfeld des Vereins genau kennt. Seine bisherige Tätigkeit im Nachwuchsbereich habe Langeneke für diese Aufgabe qualifiziert.
Die sportliche Ausgangslage hatte sich durch die jüngste Niederlage weiter verschlechtert. Nach zehn Begegnungen stehen für Düsseldorf vier Siege, zwei Unentschieden und vier Niederlagen zu Buche. Die Mannschaft rangierte am Sonntag mit 14 Punkten auf dem neunten Tabellenplatz und damit im Mittelfeld der 3. Liga. Eine kontinuierliche Annäherung an die Aufstiegsplätze war bislang ausgeblieben. Besonders der misslungene Saisonbeginn mit Niederlagen gegen Waldhof Mannheim und die zweite Mannschaft der TSG Hoffenheim belastete die Bilanz. Anschließend stabilisierten sich die Ergebnisse zeitweise, ohne dass Düsseldorf dauerhaft in die Spitzengruppe vorstoßen konnte.
Für Ende endet damit eine vergleichsweise kurze Amtszeit. Der 47-Jährige hatte Fortuna Düsseldorf am 12. April 2026 übernommen und Markus Anfang abgelöst. Der Verein befand sich damals im Abstiegskampf der 2. Bundesliga. Ende sollte den Klassenerhalt sichern, konnte den späteren Gang in die 3. Liga jedoch nicht verhindern. Trotzdem erhielt er die Möglichkeit, den Neuaufbau in der Drittligasaison 2026/27 zu begleiten. Sein ursprünglich vereinbarter Vertrag lief bis zum 30. Juni 2028. Nach der erneuten Freistellung endet seine sportliche Verantwortung somit deutlich vor dem vorgesehenen Vertragsende.
Mit Jens Langeneke rückt ein langjähriges Vereinsmitglied an die Spitze des Trainerteams. Der frühere Innenverteidiger wechselte 2006 als Spieler nach Düsseldorf und gehörte zu jener Mannschaft, die sich aus unteren Spielklassen bis in die Bundesliga vorarbeitete. 2009 gelang der Aufstieg in die 2. Bundesliga, 2012 folgte die Rückkehr in die höchste deutsche Spielklasse. Nach seiner Zeit im Profikader spielte Langeneke auch für die zweite Mannschaft. Insgesamt absolvierte er laut früheren Vereinsangaben 216 Pflichtspiele für die Düsseldorfer Profis und erzielte dabei 32 Tore.
Seit 2015 arbeitet Langeneke in verschiedenen Trainerfunktionen im Nachwuchsleistungszentrum. Zu seinen Aufgaben gehörten die individuelle Förderung junger Spieler und die Arbeit im Trainerteam der zweiten Mannschaft. Im Oktober 2023 übernahm er die U23 als Cheftrainer. Zuletzt betreute er die Mannschaft in der Oberliga. Damit bringt er neben seiner langjährigen Verbindung zum Verein auch praktische Erfahrung als verantwortlicher Trainer mit. Der Wechsel zu den Profis ist dennoch eine neue Herausforderung, zumal Fortuna nach dem Zweitligaabstieg eine sportlich schwierige Umbruchphase durchläuft.
Langeneke selbst betonte in der Vereinsmitteilung die Notwendigkeit, innerhalb der Mannschaft Verantwortung zu übernehmen und die vorhandenen Kräfte zu bündeln. Er wolle gemeinsam mit dem Trainerteam und den Spielern daran arbeiten, wieder überzeugende Leistungen auf den Platz zu bringen. Seine Kenntnis des Vereins und der dort handelnden Personen bezeichnete er als wichtigen Bestandteil dieser Aufgabe. Eine dauerhafte Verpflichtung als Cheftrainer über die aktuelle Übergangsphase hinaus wurde zunächst nicht bekannt gegeben.
Die offizielle Formulierung des Vereins sieht vor, dass Jens Langeneke die Profimannschaft bis auf Weiteres übernimmt. Damit ist seine unmittelbare Zuständigkeit geklärt, nicht aber die langfristige Besetzung des Cheftrainerpostens. Ob der frühere Fortuna-Profi dauerhaft im Amt bleiben soll oder die Vereinsführung einen weiteren Trainer verpflichten möchte, blieb zunächst offen. Konkrete Nachfolgekandidaten wurden vom Verein nicht benannt. Auch über die künftige Besetzung der Co-Trainer-Position sowie die Nachfolge Langenekes bei der U23 will die Fortuna erst kurzfristig informieren.
Alexander Ende äußerte sich in der Mitteilung ebenfalls zu seinem Abschied. Er erklärte, dass er die Entscheidung respektiere, zugleich aber bedauere. Der bisherige Trainer habe weiterhin daran geglaubt, dass die Arbeit und die Entwicklung der vergangenen Wochen zum gemeinsamen sportlichen Ziel führen würden. Zum Abschluss bedankte er sich bei der Mannschaft und den Anhängern. Über weitere Schritte des Trainers oder mögliche neue Aufgaben machte der Verein keine Angaben.
Die Personalentscheidung fällt in eine Phase, in der Düsseldorf nach dem Abstieg eine neue sportliche Perspektive entwickeln muss. Der erneute Trainerwechsel bedeutet, dass die Mannschaft innerhalb weniger Monate bereits zum zweiten Mal eine neue Führung erhält. Während Ende im April noch mit dem Auftrag verpflichtet worden war, den Klassenerhalt in der 2. Bundesliga zu schaffen, steht nun die Stabilisierung in der 3. Liga im Mittelpunkt. Die bisherige Punkteausbeute reicht nach zehn Spieltagen nicht aus, um sich in der Spitzengruppe festzusetzen.
Die erste Bewährungsprobe für den neuen Cheftrainer folgt am Samstag, 24. Oktober 2026. Dann gastiert Fortuna Düsseldorf um 14 Uhr bei Hansa Rostock. Jens Langeneke wird die Mannschaft bei dieser Begegnung erstmals als verantwortlicher Trainer der Profis betreuen. Für die Vereinsführung beginnt zugleich die nächste Personalphase, in der neben der sportlichen Entwicklung auch die dauerhafte Besetzung der Trainerposition geklärt werden muss.
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