Deutschland setzt bei den Oscars 2027 auf Sandra Wollners „Everytime“

Lecker aufs Land heute im SWR: Folge 104 aus dem Landkreis Rottweil
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Deutschland schickt Sandra Wollners Drama „Everytime“ ins Rennen um den Oscar für den besten internationalen Film. Eine unabhängige neunköpfige Fachjury wählte die deutsch-österreichische Koproduktion aus elf eingereichten Filmen aus. Damit ist „Everytime“ der offizielle deutsche Beitrag für die 99. Academy Awards am 14. März 2027. Eine Oscar-Nominierung ist damit noch nicht verbunden.

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„Everytime“ gewann bereits einen wichtigen Preis in Cannes

„Everytime“ erzählt von Ella und ihrer jüngeren Tochter Melli, die nach dem Tod von Ellas älterer Tochter Jessie mit ihrem Verlust leben müssen. Ein Jahr später tritt auch Jessies früherer Freund Lux wieder stärker in ihr Leben. Gemeinsam reisen Ella, Melli und Lux nach Teneriffa. Erinnerungen an Jessie und die Gegenwart beginnen sich dabei zunehmend zu überlagern.

Birgit Minichmayr spielt Ella, weitere zentrale Rollen übernehmen Lotte Shirin Keiling, Carla Hüttermann und Tristán López. Sandra Wollner führte Regie und schrieb auch das Drehbuch. Der Film ist eine Koproduktion von The Barricades, ZDF und der österreichischen Panama Film. Seit dem 6. August läuft er in den deutschen Kinos.

Seine Weltpremiere feierte „Everytime“ im Mai bei den Filmfestspielen von Cannes. Dort gewann Wollners dritter Spielfilm den Prix Un Certain Regard und damit den Hauptpreis der gleichnamigen Wettbewerbsreihe. Später erhielt der Film beim Sarajevo Film Festival außerdem den Hauptpreis Heart of Sarajevo. Weitere Festivalstationen sind unter anderem Toronto und New York.

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Neunköpfige Jury entschied zwischen elf Filmen

Die deutsche Auswahl fand am 24. und 25. August in München statt. German Films organisiert das Verfahren für Deutschland, ist selbst jedoch nicht in der Auswahljury vertreten. In dem Gremium sitzen Vertreter verschiedener Bereiche der deutschen Filmbranche, darunter Produktion, Regie, Drehbuch, Verleih, Kino und die Deutsche Filmakademie.

Insgesamt waren elf Produktionen für die deutsche Auswahl eingereicht worden. Dazu gehörten unter anderem Simon Verhoevens „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“, Volker Schlöndorffs „Heimsuchung“, Valeska Grisebachs „Das geträumte Abenteuer“ und Faraz Shariats „Staatsschutz“. Die Jury hob bei ihrer Entscheidung für „Everytime“ insbesondere den filmischen Umgang mit Trauer, die Kameraarbeit und das Zusammenspiel des Ensembles hervor.

Neue Regeln können drei deutsche Produktionen ins Rennen bringen

Die 99. Academy Awards unterscheiden sich in einem wichtigen Punkt von früheren Jahren. In der Kategorie für den besten internationalen Film gibt es erstmals zusätzlich zur offiziellen Auswahl eines Landes einen zweiten Qualifikationsweg. Filme können sich auch durch bestimmte Hauptpreise ausgewählter internationaler Festivals für eine Einreichung qualifizieren.

Dadurch besitzen zwei weitere deutsche Produktionen die Voraussetzung für eine Einreichung. İlker Çataks „Gelbe Briefe“ qualifizierte sich mit dem Gewinn des Goldenen Bären bei der Berlinale. Visar Morinas „Von Scham und Geld“ erreichte die Qualifikation durch den World Cinema Grand Jury Prize beim Sundance Film Festival. Sie ersetzen den offiziellen deutschen Beitrag nicht, sondern können über die neue Festivalregel zusätzlich für dieselbe Oscar-Kategorie eingereicht werden.

Damit könnten bei den kommenden Academy Awards erstmals bis zu drei deutsche Produktionen in der internationalen Kategorie berücksichtigt werden. Voraussetzung ist jeweils, dass die formalen Einreichungsbedingungen der Academy erfüllt werden.

Bis zur Oscar-Nominierung sind noch zwei Auswahlrunden nötig

Für „Everytime“ beginnt nach der deutschen Entscheidung nun das eigentliche Auswahlverfahren der Academy. Aus den zugelassenen internationalen Filmen werden zunächst 15 Titel für eine Shortlist bestimmt. Diese soll am 15. Dezember 2026 veröffentlicht werden.

Aus den 15 Filmen wählen die stimmberechtigten Academy-Mitglieder anschließend fünf Nominierte aus. Die Oscar-Nominierungen werden am 21. Januar 2027 bekannt gegeben. Erst dann steht fest, ob „Everytime“ tatsächlich um die Auszeichnung für den besten internationalen Film konkurriert. Die 99. Oscar-Verleihung findet am 14. März 2027 in Los Angeles statt. Zuletzt gewann 2023 mit Edward Bergers „Im Westen nichts Neues“ ein deutscher Beitrag diese Kategorie.

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