
Das Fightclub-Netzwerk im ZDF steht am Mittwochabend im Mittelpunkt einer neuen Ausgabe der Dokumentationsreihe Die Spur. Unter dem Titel Organisierte Gewalt: Das Fightclub-Netzwerk untersuchen Nina Böckmann und Marcel Siepmann eine international vernetzte Szene rund um das Format King of the Streets. Das ZDF zeigt die 30-minütige Dokumentation am 19. August 2026 um 22.45 Uhr. Die Sendung wird als deutsche TV-Premiere geführt.
Ausgangspunkt der Dokumentation sind nach Angaben des ZDF im Internet veröffentlichte Videos von King of the Streets. Darin treten Teilnehmer in gewaltsamen Kämpfen gegeneinander an. Die Sendung untersucht nach eigener Darstellung, welche Strukturen hinter dem Format stehen und wie sich Personen aus unterschiedlichen europäischen Milieus darüber vernetzen.
Im Mittelpunkt steht dabei nicht regulärer Kampfsport. Die Dokumentation beschreibt vielmehr eine Szene, in der sich nach ihren Recherchen unter anderem Personen aus Hooliganmilieus und rechtsextremen Zusammenhängen begegnen. Die Autoren verfolgen digitale Spuren und führen ihre Recherche bis nach Schweden. Dort suchen sie nach den Strukturen hinter King of the Streets und einer anonym auftretenden Gruppe, die in Verbindung mit dem Format gebracht wird.
Eine zentrale Erkenntnis der Dokumentation betrifft Deutschland. Nach Darstellung von Die Spur soll mindestens eine Veranstaltung des untersuchten Formats hierzulande stattgefunden haben. Den zuständigen Behörden sei dieser Vorgang zunächst nicht bekannt gewesen, heißt es in der Beschreibung der Sendung. Weitergehende behördliche Angaben zu diesem konkreten Fall waren in den veröffentlichten Programminformationen zunächst nicht dokumentiert.
Die Autoren befassen sich zudem mit der Frage, welche Personen organisatorisch an dem Netzwerk beteiligt sein könnten. Dabei stößt die Recherche nach ZDF-Darstellung auch auf einen deutschen Beteiligten, der selbst eine Verbindung zu einer hinter den Veranstaltungen vermuteten Gruppe angegeben haben soll. Namen einzelner Personen sind für die Einordnung der dokumentierten Strukturen nicht erforderlich. Welche konkreten strafrechtlichen Konsequenzen sich aus den Recherchen ergeben könnten, geht aus den veröffentlichten Angaben des Senders nicht hervor.
Der von der Dokumentation behandelte Zusammenhang zwischen rechtsextremen Strukturen, Hooliganmilieu und Kampfsport ist Sicherheitsbehörden grundsätzlich bekannt. Das Bundesamt für Verfassungsschutz beschreibt Kampfsport als wichtigen Bestandteil der gewaltbereiten rechtsextremistischen Szene. Veranstaltungen können demnach der Vernetzung dienen und Kontakte zwischen Angehörigen unterschiedlicher Gruppierungen fördern.
Das bedeutet jedoch nicht, dass Kampfsport oder Hooligans pauschal dem Rechtsextremismus zugeordnet werden können. Die behördlichen Aussagen beziehen sich ausdrücklich auf rechtsextremistische beziehungsweise entsprechend eingeordnete Teile dieser Milieus. Auch die ZDF-Dokumentation konzentriert sich nach ihrer Ankündigung auf konkrete Überschneidungen innerhalb des von ihr untersuchten Netzwerks.
Verantwortlich für den Film sind Nina Böckmann und Marcel Siepmann. Beide haben bereits zu rechtsextremen Netzwerken und militanten Strukturen recherchiert. Bei der neuen Die Spur-Ausgabe verbinden sie nach der Programmbeschreibung die Auswertung öffentlich verbreiteter Inhalte mit der Suche nach organisatorischen Verbindungen und Recherchen vor Ort. Ein wesentlicher Teil führt dabei nach Schweden, wo die Ursprünge des untersuchten Fightclub-Formats verortet werden.
Das Format Die Spur ist grundsätzlich auf investigative und digitale Recherche ausgerichtet. Die Reihe rekonstruiert gesellschaftlich relevante Vorgänge anhand von Dokumenten, Daten, digitalen Spuren und Vor-Ort-Recherchen. In der aktuellen Ausgabe steht entsprechend weniger das Kampfgeschehen selbst als die Frage nach den dahinterliegenden Strukturen und internationalen Verbindungen im Mittelpunkt.
Organisierte Gewalt: Das Fightclub-Netzwerk läuft am heutigen Mittwoch, 19. August 2026, von 22.45 bis 23.15 Uhr im ZDF. Unmittelbar anschließend folgt Markus Lanz. In den Programmdaten wird die Ausgabe als neue Folge und als deutsche TV-Premiere ausgewiesen. Eine Wiederholung im linearen ZDF-Programm ist in der Nacht zum Donnerstag ab 3.00 Uhr vorgesehen.
Die rund 30-minütige Dokumentation wird außerdem im Streamingangebot des ZDF geführt. Sie ist dort am Sendetag als abrufbarer Inhalt gelistet. Damit kann die Ausgabe unabhängig vom linearen Sendetermin über das ZDF-Angebot angesehen werden. Eine konkrete langfristige Abruffrist war in den auffindbaren Programmdaten zunächst nicht ausgewiesen.
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