
Am Weigandufer in Berlin-Neukölln ist am Mittwoch eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden. Die Polizei bereitet eine Evakuierung des Umfelds und die anschließende Entschärfung vor. Der Blindgänger wurde am Vormittag bei Arbeiten im Neuköllner Schifffahrtskanal entdeckt.
Nach Angaben der Polizei erfolgte der Fund gegen 10.40 Uhr. Die Bombe wurde aus dem Wasser geborgen und anschließend am trockenen Ufer abgelegt. Spezialisten der Kriminaltechnik übernahmen die weiteren Untersuchungen. Parallel liefen die Vorbereitungen für einen Sperrbereich rund um den Fundort.
Wie groß der Sicherheitsbereich ausfallen wird, stand am frühen Mittwochnachmittag noch nicht abschließend fest. Nach einer ersten Einschätzung könnte ein Radius von etwa 300 Metern erforderlich sein. Auch eine Ausweitung auf bis zu 500 Meter wurde nicht ausgeschlossen.
Damit könnten zahlreiche Wohngebäude und weitere Einrichtungen im Umfeld des Weigandufers betroffen sein. Auch soziale Einrichtungen, Schulen und Kindertagesstätten liegen in dem Gebiet, das je nach endgültiger Größe des Sperrkreises geräumt werden könnte.
Die Polizei bereitete deshalb eine größere Evakuierung vor. Wann die Räumung beginnen und wie lange sie dauern würde, war zunächst offen. Die Entschärfung kann erst erfolgen, wenn der festgelegte Sicherheitsbereich vollständig geräumt und abgesperrt ist.
Die Polizei plante die Entschärfung noch für Mittwoch. Wegen des notwendigen organisatorischen Vorlaufs war jedoch möglich, dass sich die Arbeiten bis in die Abendstunden oder in die Nacht verschieben.
Eine genaue Uhrzeit für die Entschärfung stand zunächst nicht fest. Entscheidend ist zuvor die vollständige Räumung des Sperrbereichs. Gerade in dicht bebauten Stadtteilen kann eine solche Evakuierung mehrere Stunden beanspruchen, weil Wohnungen und Einrichtungen kontrolliert werden müssen und für Menschen mit Unterstützungsbedarf gegebenenfalls besondere Vorkehrungen notwendig sind.
Die Fliegerbombe am Weigandufer wurde nach dem Fund von Fachkräften untersucht. Nach einer vorläufigen Einschätzung soll der Blindgänger ein Gewicht von ungefähr 100 Kilogramm haben. Diese Angabe war zunächst noch nicht abschließend bestätigt.
Auch die Herkunft der Bombe blieb offen. Zunächst war nicht geklärt, ob es sich um britische, amerikanische oder sowjetische beziehungsweise russische Munition aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs handelt. Weitere Einzelheiten sollen sich aus der Untersuchung durch die Spezialisten ergeben.
Besonders ist bei diesem Fund der Fundort. Der Blindgänger wurde nicht bei gewöhnlichen Erdarbeiten auf einem Baugrundstück entdeckt, sondern im Bereich des Neuköllner Schifffahrtskanals. Nach seiner Bergung aus dem Wasser wurde die Bombe für die weiteren Maßnahmen an Land gebracht.
Das Weigandufer verläuft entlang des Kanals durch ein dicht besiedeltes Gebiet im Norden Neuköllns. Entsprechend können auch vergleichsweise kleine Sicherheitsradien viele Menschen betreffen. Welche Straßen und Gebäude tatsächlich geräumt werden müssen, hängt von der endgültigen Entscheidung der Einsatzkräfte über den Sperrkreis ab.
Anwohner im betroffenen Bereich müssen während der Evakuierung ihre Wohnungen verlassen und dürfen erst nach einer Freigabe zurückkehren. Für Verkehrsteilnehmer können sich zudem Straßensperrungen und Umleitungen ergeben. Der konkrete Umfang der Verkehrsmaßnahmen war zunächst noch nicht abschließend festgelegt.
Auch mehr als 80 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs werden in Berlin und anderen deutschen Städten regelmäßig nicht detonierte Bomben und andere Kampfmittel entdeckt. Besonders bei Bauarbeiten, Tiefbauprojekten oder Eingriffen in Gewässer und ehemalige Industrieflächen können solche Hinterlassenschaften zum Vorschein kommen.
Berlin wurde während des Zweiten Weltkriegs massiv aus der Luft bombardiert. Ein Teil der damals abgeworfenen Bomben detonierte nicht. Solche Blindgänger können deshalb noch Jahrzehnte später im Boden oder in Gewässern liegen.
Werden größere Kampfmittel entdeckt, richtet sich der Umfang einer Evakuierung unter anderem nach Art, Zustand und Lage des Fundstücks. Erst nach der Untersuchung durch Fachleute kann festgelegt werden, welche Sicherheitsmaßnahmen für die Entschärfung erforderlich sind.
Am Weigandufer liefen diese Vorbereitungen am Mittwoch weiter. Wann der Sperrbereich vollständig eingerichtet und die Bombe entschärft werden kann, war zunächst noch offen.
Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu