
Eine landesweite technische Störung hat den Flugverkehr in Italien am Freitag, 16. Oktober 2026, erheblich beeinträchtigt. Zeitweise konnte die italienische Flugsicherung ENAV nur etwa die Hälfte der üblichen Flugbewegungen bewältigen. Inzwischen hat sich die Situation etwas entspannt. Am frühen Nachmittag erreichte die Kapazität wieder 75 Prozent. Dennoch müssen Reisende weiterhin mit Verspätungen und Flugausfällen rechnen.
Die Störung betrifft das Datenübertragungsnetz, das die italienische Flugsicherung bei der Koordination des Flugverkehrs unterstützt. Erste Unregelmäßigkeiten waren bereits in der Nacht auf Freitag festgestellt worden. Durch den Einsatz von Ersatzsystemen konnte der Betrieb zunächst ohne Einschränkungen fortgesetzt werden.
Ab 6 Uhr musste ENAV jedoch die Zahl der möglichen Flugbewegungen reduzieren. Hintergrund war das zunehmende Verkehrsaufkommen bei weiterhin gestörter Datenübertragung. Am Vormittag lag die verfügbare Kapazität zeitweise nur bei 50 Prozent.
Mittlerweile nutzt die Flugsicherung ein alternatives Satellitennetz. Dadurch stieg die Kapazität bis zum frühen Nachmittag wieder auf 75 Prozent. Nach Angaben von ENAV war die Sicherheit des Flugverkehrs zu keinem Zeitpunkt beeinträchtigt. Einen Cyberangriff oder Sabotage schloss das Unternehmen aus. Die genaue technische Ursache war zunächst nicht geklärt.
Die Einschränkungen führten an zahlreichen italienischen Flughäfen zu Problemen. Betroffen waren unter anderem die Flughäfen Rom-Fiumicino, Mailand-Malpensa, Mailand-Linate, Bergamo und Neapel. Neben verspäteten Starts und Landungen wurden auch Flugverbindungen gestrichen.
Die Auswirkungen beschränken sich nicht auf inneritalienische Flüge. Auch internationale Verbindungen und Flugzeuge, die den italienischen Luftraum lediglich durchqueren, können betroffen sein.
Damit sind Verzögerungen auch bei Flügen zwischen Deutschland und Italien möglich. Welche einzelnen Verbindungen aus Deutschland ausfallen oder verspätet starten, hängt vom jeweiligen Flugplan und den Entscheidungen der Fluggesellschaften ab.
Neben der technischen Störung sorgt ein bereits angekündigter Arbeitskampf für weitere Einschränkungen. Für Freitag ist in Italien ein landesweiter, 24-stündiger Streik des fliegenden Personals von Easyjet angesetzt. Er dauert von Mitternacht bis 23.59 Uhr.
Die italienische Luftfahrtbehörde ENAC hat eine Übersicht der garantierten Flüge veröffentlicht. Grundsätzlich gelten bei Streiks im italienischen Luftverkehr geschützte Zeitfenster zwischen 7 und 10 Uhr sowie zwischen 18 und 21 Uhr.
Der Arbeitskampf steht nicht im Zusammenhang mit der technischen Netzstörung. Beide Ereignisse können den Reiseverkehr jedoch gleichzeitig beeinträchtigen.
Für Reisende gelten grundsätzlich die europäischen Fluggastrechte. Wird ein Flug annulliert, müssen Fluggesellschaften in der Regel die Wahl zwischen einer Erstattung des Ticketpreises und einer anderweitigen Beförderung anbieten.
Bei längeren Wartezeiten können zudem Ansprüche auf Getränke, Mahlzeiten und gegebenenfalls eine Hotelübernachtung bestehen. Diese Betreuungsleistungen sind auch dann vorgesehen, wenn außergewöhnliche Umstände vorliegen.
Ob zusätzlich eine pauschale Entschädigung zwischen 250 und 600 Euro fällig wird, hängt von der Ursache und den Umständen des jeweiligen Flugausfalls oder der Verspätung ab. Einschränkungen durch die Flugsicherung können als außergewöhnliche Umstände gelten. Ein Streik des eigenen Flugpersonals einer Airline gilt dagegen grundsätzlich nicht als außergewöhnlicher Umstand.
Reisende sollten deshalb den Status ihrer Verbindung unmittelbar bei der Fluggesellschaft prüfen und Mitteilungen über Verspätungen oder Annullierungen sowie Belege über zusätzliche Ausgaben aufbewahren.
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