FMC korrigiert Quartalsprognose drastisch und erwartet hohen Verlust

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Der US-Pflanzenschutzhersteller FMC Corporation hat seine Erwartungen für das dritte Quartal 2026 erheblich gesenkt. Statt eines operativen Gewinns rechnet das Unternehmen inzwischen mit einem Verlust von mehr als einer halben Milliarde Dollar. Die FMC-Aktie geriet am Donnerstag, 15. Oktober 2026, im vorbörslichen US-Handel massiv unter Druck. Hintergrund sind eine schwächere Nachfrage, hohe Lagerbestände bei Vertriebspartnern und umfangreiche Preisanpassungen.

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FMC erwartet nur noch bis zu 125 Millionen Dollar Umsatz

Nach der am Donnerstag veröffentlichten Unternehmensmitteilung soll der Umsatz im dritten Quartal lediglich zwischen 65 und 125 Millionen US-Dollar liegen. Ende Juli hatte FMC für denselben Zeitraum noch Erlöse zwischen 840 und 900 Millionen Dollar in Aussicht gestellt. Gemessen an den jeweiligen Mittelwerten entspricht die neue Prognose einer Kürzung um rund 89 Prozent.

Noch deutlicher fällt die Veränderung beim operativen Ergebnis aus. Das bereinigte EBITDA soll nun zwischen minus 565 und minus 510 Millionen Dollar liegen. Zuvor hatte der Konzern mit einem positiven Ergebnis zwischen 120 und 140 Millionen Dollar gerechnet.

Die neuen Erwartungen berücksichtigen Belastungen zwischen 625 und 675 Millionen Dollar durch umfangreiche Veränderungen der Vertriebs- und Preisgestaltung. Diese Maßnahmen wirken sich nach Unternehmensangaben sowohl auf den ausgewiesenen Umsatz als auch auf das bereinigte operative Ergebnis aus.

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Schwache Nachfrage und Preisdruck belasten das Geschäft

FMC begründet die Entwicklung mit schwierigen Marktbedingungen und einer unerwartet schwachen Nachfrage seiner Vertriebspartner. Bei einigen Händlern befinden sich weiterhin größere Bestände von Pflanzenschutzmitteln, die ursprünglich zu höheren Preisen eingekauft wurden.

Gleichzeitig sind die Marktpreise für bestimmte Produkte gefallen. Dazu trägt nach Darstellung des Konzerns auch der zunehmende Wettbewerb durch generische Pflanzenschutzmittel bei. Die Preisunterschiede erschweren den Weiterverkauf vorhandener Bestände an landwirtschaftliche Betriebe.

FMC will deshalb die Preise ausgewählter Produkte in Brasilien, Argentinien, den Vereinigten Staaten und Kanada reduzieren. Zusätzlich soll das amerikanische Vertriebsmodell verändert werden. Dort möchte der Konzern die bisherige Kombination aus hohen Listenpreisen und umfangreichen Rabatten vereinfachen.

Mit diesen Schritten sollen Lagerbestände schneller abgebaut und neue Bestellungen erleichtert werden. Ob die Maßnahmen die erwartete Verbesserung tatsächlich erreichen, ist noch offen.

FMC-Aktie verliert im vorbörslichen US-Handel deutlich

An der Börse löste die Gewinnwarnung von FMC erhebliche Kursverluste aus. Laut einer am 15. Oktober 2026 um 7:48 Uhr US-Ostküstenzeit veröffentlichten Marktinformation von Investing.com lag die FMC-Aktie im vorbörslichen Handel rund 31,4 Prozent im Minus.

Der Rückgang betraf damit zunächst nicht den regulären Handel an der New Yorker Börse, der um 15:30 Uhr deutscher Zeit beginnt. Vorbörsliche Kurse können aufgrund geringerer Handelsumsätze besonders stark schwanken.

Bayer, BASF und Corteva stehen ebenfalls unter Beobachtung

Die Entwicklungen bei FMC betreffen einen Markt, in dem auch Bayer, BASF und Corteva tätig sind. Besonders der zunehmende Preisdruck bei Pflanzenschutzmitteln und die Lagerhaltung im Vertrieb sind für die Wettbewerber relevant. Daraus ergibt sich allerdings nicht automatisch eine vergleichbare Ergebnisbelastung.

Bayer hatte für seine Agrarsparte Crop Science im zweiten Quartal 2026 einen währungs- und portfoliobereinigten Umsatzanstieg von 3,5 Prozent gemeldet. Gleichzeitig verwies der Konzern bei bestimmten Herbiziden und Fungiziden auf Wettbewerbs- und Preisdruck.

Bei BASF stieg der Umsatz der Sparte Agricultural Solutions im zweiten Quartal um 0,6 Prozent. Im gesamten ersten Halbjahr ging er dagegen um 1,6 Prozent zurück. Die einzelnen Produktgruppen entwickelten sich dabei unterschiedlich.

Corteva ist seit der am 1. Oktober 2026 abgeschlossenen Abspaltung seines Saatgutgeschäfts in die eigenständige Gesellschaft Vylor stärker auf den Pflanzenschutz konzentriert. Damit bestehen direkte geschäftliche Überschneidungen mit FMC.

Ob die FMC-Gewinnwarnung zu nachhaltigen Kursbewegungen bei Bayer, BASF oder Corteva führt, ließ sich zum Zeitpunkt der Mitteilung nicht feststellen. Die bisherigen Geschäftszahlen der Unternehmen zeigen zudem, dass sich die schwierigen Marktbedingungen nicht überall im gleichen Ausmaß auf Umsatz und Ergebnis auswirken.

Weitere Belastungen und neue Finanzprognosen möglich

Über die bereits angekündigten Vertriebsmaßnahmen hinaus prüft FMC mögliche Wertminderungen auf immaterielle Vermögenswerte. Ob zusätzliche Abschreibungen erforderlich werden und wie hoch diese ausfallen könnten, war zunächst offen. Solche Wertminderungen würden nach Unternehmensangaben keine unmittelbaren Auswirkungen auf den operativen Zahlungsmittelzufluss haben.

Zudem plant FMC Gespräche mit seinen Banken über mögliche Anpassungen bestimmter Kreditbedingungen. Für Ende September erwartet der Konzern noch die Einhaltung der vereinbarten Finanzkennzahlen.

Die vollständigen Ergebnisse für das dritte Quartal sollen am 29. Oktober 2026 veröffentlicht werden. Dann will FMC auch weitere Angaben zum Ausblick für das Gesamtjahr machen. Für den 30. Oktober ist eine Telefonkonferenz vorgesehen, bei der das Unternehmen erste Erwartungen für 2027 und 2028 vorstellen möchte.

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