Frankfurt vor dem Hexensabbat: Warum der DAX unter Spannung steht

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Quelle: Pixabay, TheInvestorPost

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Am heutigen Hexensabbat rückt der DAX stärker als sonst in den Mittelpunkt. Der große Verfallstag an den Terminmärkten trifft auf ein Marktumfeld, das bereits durch den Krieg mit Iran, stark schwankende Ölpreise und neue Inflationssorgen belastet ist. Nach dem kräftigen Rücksetzer vom Donnerstag deutete sich zum Start in den Freitag zwar eine etwas freundlichere Tendenz an. Doch gerade an einem DAX-Verfallstag kann sich die Richtung im Tagesverlauf schnell ändern, weil große Positionen in Optionen und Futures auslaufen und institutionelle Anleger ihre Bestände neu absichern oder weiterrollen. Offiziell fallen an der Eurex bei vielen Index- und Aktienderivaten die maßgeblichen März-Kontrakte auf den dritten Freitag des Monats, also heute, zur Abrechnung an.

Warum der Hexensabbat für den DAX heute wichtiger ist als einzelne Unternehmensmeldungen

Der große Verfallstag ist kein gewöhnlicher Börsentermin, sondern einer jener Handelstage, an denen technische Markteffekte kurzfristig fast wichtiger werden können als Nachrichten einzelner Unternehmen. An der Eurex laufen bei DAX-Optionen und DAX-Futures die regulären März-Kontrakte zum dritten Freitag des Monats aus. Genau das ist die Grundlage für den sogenannten Hexensabbat. Wenn Marktteilnehmer kurz vor der Abrechnung große Positionen glattstellen, absichern oder in spätere Laufzeiten verschieben, steigt oft die Schwankungsintensität. Diese erhöhte Bewegung muss nicht bedeuten, dass sich die mittelfristige Richtung des Marktes ändert. Sie kann aber dafür sorgen, dass der DAX im Tagesverlauf mehrfach die Richtung wechselt und einzelne Werte überproportional ausschlagen.

Hinzu kommt, dass der Termin diesmal in ein ohnehin nervöses Umfeld fällt. Europas Aktienmärkte standen zuletzt unter Druck, weil der Krieg im Nahen Osten die Sorge vor neuen Inflationsschüben verstärkt hat. Reuters berichtete am Donnerstag von deutlichen Verlusten an Europas Börsen und verwies darauf, dass die Europäische Zentralbank die Risiken steigender Energiepreise inzwischen klarer herausstellt. Für den heutigen Handel heißt das: Selbst wenn der DAX zunächst fester eröffnet oder technische Gegenbewegungen zeigt, bleibt der Markt anfällig für abrupte Ausschläge. Der Hexensabbat wirkt damit wie ein Verstärker für eine Unsicherheit, die ohnehin schon vorhanden ist. Für Anleger ist das vor allem deshalb relevant, weil Kursbewegungen an solchen Tagen häufig weniger über die fundamentale Lage eines Unternehmens aussagen als über die Mechanik des Derivatemarkts.

Ölpreis, Iran-Krieg und Zinsangst setzen den Rahmen für den Verfallstag

Dass der DAX heute nicht isoliert auf den Verfallstag reagiert, liegt am geopolitischen Umfeld. Die Ölpreise waren in den vergangenen Tagen wegen der Eskalation im Iran-Krieg massiv gestiegen und haben sich am Freitag zwar etwas beruhigt, bleiben aber auf hohem Niveau. Reuters meldete am Morgen, dass Brent zuletzt bei rund 107 Dollar und WTI bei gut 94 Dollar lag, nachdem Maßnahmen der USA und verbündeter Staaten die Versorgungssorgen etwas gedämpft hatten. Zugleich ist der Markt weit von Normalität entfernt. Ebenfalls nach Reuters haben beide Sorten im Monatsverlauf dennoch deutlich zugelegt, weil die Risiken rund um die Straße von Hormus und die Energieversorgung der Region weiterhin erheblich sind. Für den DAX ist das wichtig, weil hohe Energiepreise die Inflation antreiben, Zinssenkungshoffnungen dämpfen und besonders konjunktursensible Branchen unter Druck setzen können.

Genau deshalb bekommt der heutige Börsenhandel eine doppelte Spannung. Einerseits erzeugt der Hexensabbat technische Bewegungen durch auslaufende Kontrakte. Andererseits liegt über dem Markt eine fundamentale Unsicherheit, die nicht mit dem Abrechnungstermin verschwindet. Der Blick richtet sich deshalb weniger auf spektakuläre Einzelstorys und stärker auf die Frage, ob der DAX den jüngsten Rückschlag stabilisiert oder ob neue Öl- und Inflationssorgen sofort wieder Verkaufsdruck auslösen. Für die Einordnung des Tages ist das entscheidend: Der Verfallstag kann die Schwankungen beschleunigen, aber die eigentliche Richtung bleibt vor allem von Energiepreisen, Notenbankerwartungen und der geopolitischen Lage abhängig. Wer den Börsenhandel heute beobachtet, sollte deshalb nicht jede Intraday-Bewegung als neues Signal missverstehen. Vieles davon dürfte zunächst Ausdruck eines nervösen, technisch getriebenen Marktes sein

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