
Bei einigen Besitzern der Samsung Galaxy Watch Ultra soll sich die obere Gehäuseabdeckung samt Lünette von der Smartwatch gelöst haben. Mehrere entsprechende Nutzerberichte sind Anfang September bekannt geworden. Betroffene schildern, die Bauteile hätten sich ohne vorherigen Sturz oder andere erkennbare Beschädigungen vom Rahmen getrennt. Wie viele Geräte betroffen sind und ob den Fällen eine gemeinsame technische Ursache zugrunde liegt, ist bislang unklar. Hinweise auf einen flächendeckenden Serienfehler gibt es nicht.
Die Berichte fallen besonders auf, weil Samsung die Galaxy Watch Ultra als besonders widerstandsfähige Smartwatch für sportliche Aktivitäten und anspruchsvolle Umgebungsbedingungen positioniert. Ein bestätigter Zusammenhang zwischen den gemeldeten Ablösungen und Konstruktion, Verklebung oder Material der Uhr liegt allerdings nicht vor.
Android Authority berichtete am 3. September über mehrere Fälle, in denen Besitzer von Problemen mit der Frontpartie ihrer Galaxy Watch Ultra berichteten. In einem aktuellen Beitrag auf Reddit schrieb ein Nutzer, die Frontplatte beziehungsweise Lünette seiner Uhr habe sich vollständig gelöst. Nach eigenen Angaben habe er das Gerät weder beim Schwimmen noch unter der Dusche getragen und keinem besonderen Wasserkontakt ausgesetzt.
In der Diskussion verwiesen andere Nutzer auf einen ähnlichen Fall vom Vortag. Android Authority fand zudem einen älteren Reddit-Beitrag, in dem sich die Lünette einer Galaxy Watch Ultra nach Angaben des Besitzers bereits angehoben habe. Ein weiterer Fall sei im August 2026 auf Facebook beschrieben worden. Notebookcheck griff die aktuellen Berichte ebenfalls auf und verwies auf Geräte aus den Modelljahren 2024 und 2025.
Die Schilderungen stammen damit überwiegend von einzelnen Besitzern und lassen keine verlässliche Aussage über die Fehlerquote zu. Auch die jeweils angegebenen Nutzungsbedingungen können nicht unabhängig überprüft werden. In den Diskussionen melden sich zugleich Besitzer zu Wort, deren Galaxy Watch Ultra keine vergleichbaren Auffälligkeiten zeigt.
Samsung stellte die erste Galaxy Watch Ultra im Juli 2024 vor. Der Verkaufsstart erfolgte am 24. Juli 2024, die unverbindliche Preisempfehlung für die LTE-Version lag in Deutschland bei 699 Euro. Später folgte eine aktualisierte Version für das Modelljahr 2025.
Die Smartwatch besitzt ein 47 Millimeter großes Gehäuse und Saphirglas. Samsung nennt für die Galaxy Watch Ultra eine Wasserschutzklassifizierung von 10 ATM und IP68 sowie Prüfungen nach dem Standard MIL-STD-810H. Nach Herstellerangaben umfassen diese unter anderem Bedingungen wie hohe und niedrige Temperaturen, niedrigen Luftdruck, Feuchtigkeit, Staub, Vibrationen und Stürze. Samsung weist zugleich darauf hin, dass tatsächliche Bedingungen von den Tests abweichen können und extreme Einsatzbedingungen nicht generell garantiert werden.
Auch beim Wasserschutz gelten Einschränkungen. Die Wasserdichtigkeit ist nach Angaben des Herstellers nicht dauerhaft und kann mit der Zeit abnehmen. Bestimmte Aktivitäten mit hohem Wasserdruck oder großer Tiefe sind von den vorgesehenen Einsatzbedingungen ausgeschlossen.
Zusätzliche Aufmerksamkeit erhalten die Fälle wegen Angaben zu möglichen Reparaturkosten. Android Authority verweist auf einen inzwischen gelöschten Reddit-Beitrag, dessen Verfasser nach eigener Darstellung zunächst von einer Reparatur im Rahmen der Garantie ausgegangen sei. Später habe er für die Reparatur knapp 300 US-Dollar zahlen müssen. Ein anderer Nutzer berichtete dem Medium zufolge von einer ähnlichen Erfahrung.
Diese Angaben sind nicht als offizieller Reparaturpreis von Samsung bestätigt. Welche Schäden die jeweiligen Servicezentren festgestellt hatten und weshalb eine mögliche Garantieleistung abgelehnt worden sein soll, ist nicht öffentlich dokumentiert. Auch lässt sich daraus kein Preis für Reparaturen in Deutschland ableiten. Bei einem aktuellen Fall empfahl Samsung dem Nutzer nach dessen Darstellung, sich an die US-Werkstattkette uBreakiFix zu wenden. Der Nutzer selbst kannte die möglichen Kosten zu diesem Zeitpunkt noch nicht.
Eine Stellungnahme von Samsung lag bis Redaktionsschluss nicht vor.
Für Smartwatches nennt Samsung Deutschland grundsätzlich eine Herstellergarantie von 24 Monaten ab dem Erstkauf. Sie gilt nach den Garantiebedingungen für Material- und Verarbeitungsfehler bei normaler Nutzung. Die Herstellergarantie besteht zusätzlich zu den gesetzlichen Gewährleistungsrechten gegenüber dem Verkäufer.
Ob sich ein konkreter Fall innerhalb der Garantie kostenlos reparieren lässt, hängt deshalb von der technischen Prüfung und der festgestellten Schadensursache ab. Samsung sieht für Smartwatches unter anderem das Einsenden zur Reparatur oder den Besuch eines entsprechenden Servicezentrums vor. Schäden, die nicht von den Garantiebedingungen erfasst werden, können kostenpflichtig sein.
Für die derzeit diskutierte Ablösung von Lünette und oberer Gehäuseabdeckung ist bislang weder eine allgemeine Reparaturregelung noch ein Rückruf bekannt. Ebenso fehlt eine belastbare Zahl betroffener Geräte. Die vorhandenen Fälle belegen, dass einzelne Besitzer entsprechende Schäden melden. Sie reichen jedoch nicht aus, um daraus einen generellen Konstruktions- oder Serienfehler der Galaxy Watch Ultra abzuleiten.
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