Galeria sucht neue Investoren: Zukunft aller 83 Warenhäuser wird geprüft

Ein multikulturelles Restaurant an der Wolbecker Straße in Münster schließt nach acht Jahren. Warum das Konzept endet – und wie es am Standort weitergeht.
Symbolbild: Evan Wise

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Die insolvente Warenhauskette Galeria sucht erneut einen Käufer. Nach dem vierten Insolvenzantrag innerhalb von sechs Jahren ist am Freitag, 16. Oktober 2026, die Suche nach neuen Investoren angelaufen. Gleichzeitig werden sämtliche 83 Warenhäuser auf ihre wirtschaftliche Zukunft überprüft. Der Geschäftsbetrieb läuft zunächst weiter. Unklar ist jedoch, welche Standorte langfristig erhalten bleiben und wie die Finanzierung gesichert werden kann.

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Galeria-Insolvenz: Investorensuche beginnt am 16. Oktober

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus dem Unternehmensumfeld wird die Investorensuche von der Unternehmensberatung Roland Berger begleitet. Gesucht werden ein oder mehrere Käufer, die eine wirtschaftliche Fortführung der Warenhauskette ermöglichen.

Der vorläufige Insolvenzverwalter Frank Kebekus will die Wirtschaftlichkeit jedes einzelnen Standorts untersuchen. Über dieses Vorgehen wurden die Beschäftigten am Freitag bei einer Informationsversammlung unterrichtet.

Konkrete Entscheidungen über Filialschließungen wurden zunächst nicht bekannt. Auch ein neuer Eigentümer steht bislang nicht fest. Deutschlandweit beschäftigt Galeria rund 11.250 Menschen.

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Finanzierung mit Gordon Brothers weiterhin offen

Parallel zur Investorensuche laufen nach Informationen aus dem Unternehmensumfeld Gespräche mit der US-Investmentgesellschaft Gordon Brothers über die Finanzierung des laufenden Geschäfts. Eine neue Vereinbarung war bis Samstagmittag, 17. Oktober, nicht bestätigt.

Gordon Brothers hatte Galeria bereits im Juni 2026 eine Kreditfinanzierung von bis zu 160 Millionen Euro bereitgestellt. Die Finanzierung ist durch Warenbestände abgesichert. Die damalige Vereinbarung sollte dem Unternehmen zusätzliche finanzielle Spielräume für seine Neuausrichtung verschaffen.

Für Galeria ist die Sicherung der Warenversorgung auch mit Blick auf das bevorstehende Weihnachtsgeschäft von Bedeutung. Ob die laufenden Gespräche kurzfristig zu einer Stabilisierung führen, blieb zunächst offen.

Verkaufsstopps bei Markenartikeln belasten das Geschäft

Bereits am 15. Oktober waren weitere Einschränkungen in mehreren Galeria-Filialen bekannt geworden. In einzelnen Warenhäusern konnten Kunden bestimmte Markenartikel vorübergehend nicht kaufen, obwohl die Produkte weiterhin ausgestellt waren.

Betroffen waren unter anderem Standorte in Hannover, Heilbronn und weiteren deutschen Städten. Teilweise wurden Warenbereiche abgesperrt oder mit entsprechenden Hinweisen versehen.

Hinter den Verkaufsbeschränkungen stehen mögliche Eigentumsansprüche von Lieferanten. Bei einem vertraglich vereinbarten Eigentumsvorbehalt bleiben Waren bis zur vollständigen Bezahlung Eigentum des Lieferanten. Ein solcher Vorbehalt kann verhindern, dass unbezahlte Produkte ohne Weiteres verkauft werden.

Die Einschränkungen betreffen nicht das gesamte Sortiment. Ein allgemeiner Lieferstopp sämtlicher Markenhersteller ist nicht bestätigt. Auch die Einlösung von Galeria-Gutscheinen war nach Angaben vom 15. Oktober vorerst nicht möglich.

Insolvenzgeld sichert Gehälter vorübergehend ab

Der erneute Insolvenzantrag war am 2. Oktober 2026 beim Amtsgericht Düsseldorf gestellt worden. Am 5. Oktober ordnete das Gericht das vorläufige Insolvenzverfahren an und bestellte Frank Kebekus zum vorläufigen Insolvenzverwalter. Eine endgültige Eröffnung des Insolvenzverfahrens ist damit nicht gleichzusetzen.

Am 13. Oktober wurde bekannt, dass die Beschäftigten Insolvenzgeld von der Bundesagentur für Arbeit erhalten können. Die Zahlungen sollen über eine Bank vorfinanziert werden.

Das Insolvenzgeld dient der Absicherung ausgefallener Arbeitsentgelte für einen begrenzten Zeitraum von maximal drei Monaten. Eine langfristige Finanzierung des Unternehmens ersetzt es nicht.

Neuer Eigentümer müsste erheblich investieren

Die wirtschaftlichen Herausforderungen gehen über die kurzfristige Sicherung des Geschäftsbetriebs hinaus. Der Handelsexperte Johannes Berentzen von der Handelsberatung BBE schätzt den Investitionsbedarf für Gebäudetechnik und Innenausstattung der Warenhäuser auf rund eine Milliarde Euro. Weitere Mittel wären seiner Einschätzung nach für den Ausbau des Onlinegeschäfts erforderlich.

Seit Sommer 2024 gehört Galeria der US-Investmentgesellschaft NRDC und einer Beteiligungsfirma des Unternehmers Bernd Beetz. Die erneute Insolvenz stellt die damalige Übernahme und die anschließende Neuausrichtung infrage.

Für die Beschäftigten und die deutschen Innenstädte hängt nun viel davon ab, ob sich ein Investor für das gesamte Unternehmen oder zumindest für wirtschaftlich tragfähige Teile des Filialnetzes findet. Eine Entscheidung über die Zahl künftig verbleibender Warenhäuser lag am 17. Oktober zunächst nicht vor.

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