Galeria erhält neuen Kredit: Gutscheine wieder einlösbar

Ein multikulturelles Restaurant an der Wolbecker Straße in Münster schließt nach acht Jahren. Warum das Konzept endet – und wie es am Standort weitergeht.
Symbolbild: Evan Wise

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Die insolvente Warenhauskette Galeria hat eine neue Finanzierung für das bevorstehende Weihnachtsgeschäft vereinbart. Wie das Unternehmen am Dienstag, 20. Oktober 2026, mitteilte, stellt die US-Investmentgesellschaft Gordon Brothers ein sogenanntes Massedarlehen bereit. Das Geld soll den laufenden Betrieb stabilisieren und die Versorgung der Warenhäuser mit neuen Produkten ermöglichen. Für Kunden gibt es unmittelbar eine wichtige Änderung: Geschenkgutscheine können ab sofort wieder eingelöst und gekauft werden.

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Der Galeria Kredit für das Weihnachtsgeschäft ist damit ein weiterer Schritt zur kurzfristigen Absicherung des Unternehmens. Die Finanzmittel stehen nach Angaben der Warenhauskette bereits zur Verfügung. Eine Entscheidung über die langfristige Zukunft der insgesamt 83 Standorte ist damit allerdings nicht verbunden.

Gordon Brothers stellt Galeria neue Finanzierung bereit

Die Vereinbarung mit Gordon Brothers wurde nach Unternehmensangaben unterzeichnet. Auch die notwendigen Beschlüsse des zuständigen Amtsgerichts und des Gläubigerausschusses liegen demnach vor. Bei einem Massedarlehen handelt es sich um eine Finanzierung, die während eines Insolvenzverfahrens aufgenommen wird, um den Geschäftsbetrieb fortzuführen. Die daraus entstehenden Verbindlichkeiten werden grundsätzlich vorrangig gegenüber einfachen Insolvenzforderungen behandelt. Für den Kreditgeber verbessert sich dadurch die rechtliche Stellung.

Mit der neuen Finanzierung kann Galeria nach eigenen Angaben wieder reguläre Zahlungen prüfen und freigeben. Gleichzeitig soll die Warenversorgung gesichert werden. Gerade vor dem Weihnachtsgeschäft ist dies für die Warenhauskette wichtig, da die Filialen auf verfügbare Sortimente und regelmäßige Lieferungen angewiesen sind. In den vergangenen Wochen hatten finanzielle Schwierigkeiten und Unsicherheiten bei Lieferanten den Geschäftsbetrieb eingeschränkt.

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Zur genauen Höhe des am 20. Oktober vereinbarten Massedarlehens wurden zunächst keine Angaben gemacht. Bereits im Juni hatte Gordon Brothers eine Finanzierungslinie von bis zu 160 Millionen Euro für Galeria bereitgestellt. Diese frühere Vereinbarung war unter anderem mit einem Sanierungsprogramm verbunden und sollte zusätzliche Liquidität schaffen. Ob und in welchem Umfang die aktuelle Finanzierung an die bisherige Kreditvereinbarung anknüpft, wurde zunächst nicht näher erläutert.

Galeria-Gutscheine können wieder eingelöst werden

Für Kunden ist die Wiederaufnahme des Gutscheinverkaufs und der Gutscheineinlösung die unmittelbar wichtigste Änderung. Nach dem erneuten Insolvenzantrag Anfang Oktober hatte Galeria die Annahme von Geschenkgutscheinen vorübergehend ausgesetzt. Kunden konnten vorhandenes Guthaben deshalb zeitweise nicht für ihre Einkäufe verwenden. Mit der neuen Finanzierungsvereinbarung soll diese Einschränkung nun entfallen.

Die Warenhauskette bestätigte am Dienstag, dass Gutscheine wieder erworben und eingelöst werden können. Damit erhalten Kunden, die noch Guthaben aus früheren Käufen besitzen, erneut die Möglichkeit, dieses für Waren einzusetzen. Die Änderung ist auch für das bevorstehende Weihnachtsgeschäft relevant, in dem Geschenkkarten zum Angebot des Einzelhändlers gehören. Zu möglichen besonderen Einschränkungen einzelner Gutscheintypen machte das Unternehmen in der aktuellen Mitteilung zunächst keine näheren Angaben.

Zuletzt waren außerdem Teile des Warenangebots in mehreren Filialen nicht erhältlich. Hintergrund waren unter anderem Eigentumsvorbehalte von Lieferanten, deren Produkte bis zur vollständigen Bezahlung weiterhin in deren Eigentum stehen. Einige Verkaufsbereiche wurden deshalb zeitweise abgesperrt. Die neue Finanzierung soll nun den Warenzufluss stabilisieren und die Abwicklung laufender Zahlungen ermöglichen. Ob sämtliche zuvor gesperrten Verkaufsflächen bereits wieder uneingeschränkt zugänglich sind, wurde nicht im Einzelnen mitgeteilt.

Kredit verbessert kurzfristige Lage für Galeria-Beschäftigte

Auch für die Beschäftigten bedeutet die neue Finanzierung eine weitere Absicherung des laufenden Geschäftsbetriebs. Bereits am 13. Oktober hatte die Bundesagentur für Arbeit Insolvenzgeld für zunächst 9.650 Mitarbeiter bewilligt. Damit wurde eine wichtige Voraussetzung geschaffen, um die Löhne und Gehälter für Oktober, November und Dezember zu sichern. Insgesamt beschäftigt Galeria rund 11.250 Menschen. Für etwa 1.600 Beschäftigte, unter anderem in den Lebensmittelabteilungen und Restaurants, waren separate Insolvenzverfahren maßgeblich.

Während das Insolvenzgeld die Personalkosten für einen begrenzten Zeitraum abdeckt, soll das Massedarlehen den operativen Betrieb finanzieren. Dazu zählen insbesondere die Warenversorgung und die Abwicklung notwendiger Zahlungen. Beide Maßnahmen erfüllen damit unterschiedliche Aufgaben bei der kurzfristigen Stabilisierung der Warenhauskette. Eine dauerhafte Beschäftigungsgarantie ergibt sich daraus nicht.

Die 83 Galeria-Warenhäuser bleiben vorerst geöffnet. Ob einzelne Standorte geschlossen werden müssen, ist weiterhin offen. Der vorläufige Insolvenzverwalter Frank Kebekus prüft die wirtschaftliche Tragfähigkeit der Filialen. Galeria hatte am 2. Oktober erneut einen Insolvenzantrag gestellt. Der Warenhauskonzern befindet sich damit zum vierten Mal seit 2020 in einem Insolvenzverfahren.

Die bereits angelaufene Suche nach neuen Investoren soll eine längerfristige Perspektive ermöglichen. Zunächst verschafft der neue Kredit dem Unternehmen jedoch finanziellen Handlungsspielraum für den laufenden Betrieb und die Vorbereitung des Weihnachtsgeschäfts. Für Kunden stehen dabei die wieder möglichen Gutscheineinlösungen und die Versorgung der Warenhäuser im Vordergrund. Für die Beschäftigten bleibt neben der gesicherten kurzfristigen Lohnzahlung vor allem die weitere Entwicklung ihrer Standorte von Bedeutung.

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