
Der Halbleiterhersteller GlobalFoundries soll zwei neue Chipfabriken im US-Bundesstaat New York betreiben. Japan stellt im Rahmen einer wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit den USA Investitionen von bis zu 21 Milliarden US-Dollar bereit. Zugleich soll die US-Regierung eine Beteiligung an GlobalFoundries erhalten. Die am Mittwoch, 14. Oktober 2026, bekannt gegebenen Pläne sind Teil eines umfassenderen Handels- und Investitionsabkommens zwischen Washington und Tokio.
Die neuen Produktionsanlagen sollen am bestehenden GlobalFoundries-Standort in Malta im Bundesstaat New York entstehen. Für die erste Fabrik sind zunächst Investitionen von rund zehn Milliarden US-Dollar vorgesehen. Der Baubeginn ist noch für dieses Jahr geplant, die Inbetriebnahme wird für 2029 angestrebt. Mit weiteren rund zehn Milliarden Dollar soll anschließend eine zweite Anlage finanziert werden.
Beide Werke sollen Halbleiter auf sogenannten 300-Millimeter-Wafern fertigen. Dabei handelt es sich um Siliziumscheiben, auf denen zahlreiche Chips gleichzeitig hergestellt werden. Nach Unternehmensangaben könnte jede Fabrik bei voller Auslastung eine jährliche Kapazität von etwa 900.000 Wafern erreichen.
GlobalFoundries übernimmt bei dem Vorhaben die Rolle des Technologieanbieters und Betreibers. Das Unternehmen bringt seine Fertigungsverfahren und seine Erfahrung in der Halbleiterproduktion ein, während Japan die Finanzierung bereitstellen soll. Nach den bisherigen Planungen könnten durch das Gesamtprojekt mehr als 1.000 dauerhafte Arbeitsplätze in der Fertigung entstehen. Hinzu kommen nach Unternehmensschätzungen rund 27.000 Beschäftigungsmöglichkeiten während der Bauphase und im wirtschaftlichen Umfeld des Projekts.
Neben den neuen Fabriken ist eine weitere Vereinbarung zwischen GlobalFoundries und dem US-Handelsministerium vorgesehen. Demnach soll die Behörde eine Beteiligung von rund vier Prozent an dem Halbleiterunternehmen erhalten.
Außerdem haben sich beide Seiten darauf verständigt, bereits bewilligte Fördermittel aus dem amerikanischen CHIPS and Science Act neu zuzuordnen. Dabei geht es um 955 Millionen US-Dollar, die unter anderem in Siliziumphotonik, Silizium-Germanium-Technologien und fortschrittliche Chipverpackungsverfahren fließen sollen.
Diese Investitionen betreffen die bestehenden GlobalFoundries-Standorte in Malta und Burlington im Bundesstaat Vermont. Ziel ist insbesondere der Ausbau von Technologien für Rechenzentren und Kommunikationsinfrastruktur. Die 955 Millionen Dollar sind dabei keine zusätzliche Fördersumme, sondern eine Umschichtung innerhalb bestehender Fördervereinbarungen.
Das neue Fabrikprojekt steht im Zusammenhang mit einem umfangreichen Handelsabkommen zwischen den USA und Japan. Die japanische Regierung hatte sich im Zuge der Vereinbarung zu Investitionen von insgesamt 550 Milliarden US-Dollar in den Vereinigten Staaten verpflichtet. Im Gegenzug vereinbarten beide Länder niedrigere amerikanische Zölle auf japanische Einfuhren.
Mit dem Ausbau der Halbleiterproduktion wollen die USA ihre heimischen Fertigungskapazitäten erweitern und die Versorgung wichtiger Industriezweige absichern. Dazu gehören insbesondere die Automobilindustrie, industrielle Anwendungen und digitale Infrastruktur.
GlobalFoundries arbeitet bereits mit Unternehmen wie Apple und dem japanischen Halbleiterhersteller Renesas zusammen. Beide Unternehmen gehören zu den Partnern, für die zusätzliche Produktionskapazitäten in den USA von Interesse sind.
An der Börse wurde die Ankündigung zunächst positiv aufgenommen. Die GlobalFoundries-Aktie legte am Mittwoch im frühen US-Handel um mehr als vier Prozent zu.
Parallel zu den amerikanischen Plänen investiert GlobalFoundries weiterhin in seinen deutschen Produktionsstandort Dresden. Erst am 9. Oktober hatte das Unternehmen dort einen wichtigen Baufortschritt beim Erweiterungsprojekt SPRINT bekannt gegeben.
Mit Investitionen von rund 1,1 Milliarden Euro soll die jährliche Fertigungskapazität in Dresden bis Ende 2028 auf mehr als eine Million 300-Millimeter-Wafer steigen. Zudem plant GlobalFoundries, dort die neue Halbleiterplattform FDX Fusion zu entwickeln und zu produzieren. Der Beginn entsprechender Entwicklungsarbeiten hängt noch von einer staatlichen Genehmigung ab.
Ein direkter Einfluss der neuen amerikanischen Fabrikpläne auf Investitionen, Beschäftigung oder Produktionskapazitäten in Dresden wurde nicht angekündigt. Beide Ausbauvorhaben stehen vielmehr im Zusammenhang mit dem Bestreben, die Halbleiterversorgung in den jeweiligen Wirtschaftsräumen zu stärken.
Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu