Gotion plant Einstieg in Volkswagens Batteriefabrik bei Valencia

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Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Der chinesische Batteriehersteller Gotion will seine Zusammenarbeit mit Volkswagen deutlich ausbauen und dabei offenbar auch direkt beim europäischen Batteriegeschäft des Autokonzerns einsteigen. Konkret geht es um die Batteriezellfabrik der Volkswagen-Tochter PowerCo im spanischen Sagunto nahe Valencia. Zugleich soll Volkswagen Beteiligungen an mehreren Produktionsstandorten von Gotion übernehmen. Das Gesamtvolumen des beschriebenen Vorhabens liegt bei rund 1,1 Milliarden Euro.

Damit werden Gespräche konkreter, über die bereits im Sommer berichtet worden war. Im Juli war bekannt geworden, dass Volkswagen und Gotion über eine mögliche Beteiligung des chinesischen Unternehmens an der spanischen Batteriefabrik verhandelten. Damals hatte PowerCo allerdings ausdrücklich erklärt, die Kontrolle über den Standort nicht abgeben zu wollen.

Gotion nennt Einstieg in spanisches VW-Werk

Nach Angaben aus einer am Montag bekannt gewordenen Börsenmitteilung strebt Gotion eine Beteiligung an der Batteriefabrik in Spanien an. Handelsblatt und Reuters berichteten übereinstimmend darüber. Gleichzeitig ist demnach vorgesehen, dass Volkswagen Beteiligungen an Gotion-Standorten in Spanien, Marokko und der Slowakei übernimmt.

Welchen Anteil Gotion konkret an dem PowerCo-Werk übernehmen könnte, ging aus den zunächst veröffentlichten Angaben nicht hervor. Auch die genaue Aufteilung des genannten Volumens von 1,1 Milliarden Euro auf die einzelnen Beteiligungen war zunächst nicht ersichtlich. Das Geld sollte deshalb nicht ohne weitere Angaben als Kaufpreis allein für den Einstieg in Sagunto verstanden werden.

PowerCo äußerte sich zu den neuen Angaben zunächst nicht näher. Ein Sprecher der Volkswagen-Batterietochter lehnte laut Reuters und Handelsblatt zunächst eine Stellungnahme ab.

Gespräche über Gotion-Beteiligung laufen seit Monaten

Die mögliche Einbindung des chinesischen Partners ist bereits seit dem Sommer bekannt. Ende Juli hatte die spanische Fachpublikation La Tribuna de Automoción von fortgeschrittenen Gesprächen zwischen Volkswagen und Gotion berichtet. Reuters griff die Angaben anschließend auf. Dem Bericht zufolge waren auch Vertreter des chinesischen Unternehmens und dessen Führungsspitze mit der Prüfung des Projekts befasst.

Damals stand unter anderem die Möglichkeit im Raum, das Werk über eine gemeinsame Gesellschaft zu betreiben. Einzelne Berichte gingen sogar von einer möglichen Mehrheitsbeteiligung Gotions aus. Diesem Punkt widersprach PowerCo jedoch. Das Unternehmen erklärte im Juli, es gebe keine Pläne, die Kontrolle über die Gigafactory in Sagunto abzugeben. Gleichzeitig bestätigte PowerCo allgemein, regelmäßig strategische Möglichkeiten und Kooperationen mit Partnern zu prüfen.

Die neue Mitteilung von Gotion bestätigt damit zwar, dass eine Beteiligung am Standort angestrebt wird. Eine Übernahme der Kontrolle durch den chinesischen Konzern ist dadurch jedoch nicht belegt.

Volkswagen ist bereits Großaktionär bei Gotion

Die beiden Unternehmen arbeiten schon seit mehreren Jahren eng zusammen. Volkswagen hatte 2020 angekündigt, für rund 1,1 Milliarden Euro einen Anteil von 26 Prozent an Gotion High-Tech zu erwerben und damit zum größten Anteilseigner des chinesischen Batterieherstellers zu werden. Die Beteiligung war Teil der damaligen Elektrifizierungsstrategie des Konzerns in China.

Gotion wurde in der Folge auch zu einem wichtigen Technologie- und Lieferpartner für Volkswagen. Eine Beteiligung an der europäischen Zellfertigung wäre daher kein Einstieg eines bislang außenstehenden Unternehmens, sondern eine weitere Stufe einer bestehenden Partnerschaft.

Für Volkswagen hat die Kooperation auch deshalb Gewicht, weil Batteriezellen zu den teuersten und technologisch wichtigsten Komponenten von Elektroautos gehören. Der Konzern versucht seit Jahren, einen größeren Teil der Batterie-Wertschöpfung selbst oder gemeinsam mit strategischen Partnern abzudecken.

Werk in Sagunto gehört zu Volkswagens Batterieoffensive

Die Fabrik in Sagunto ist eines der zentralen Projekte von PowerCo in Europa. Volkswagen hatte den offiziellen Baustart 2023 bekanntgegeben. Ursprünglich war eine anfängliche Produktionskapazität von 40 Gigawattstunden pro Jahr vorgesehen. Perspektivisch sollen dort mehrere Tausend Menschen beschäftigt werden.

PowerCo gehört vollständig zum Volkswagen-Konzern und bündelt dessen Aktivitäten rund um die Batteriezelle. Neben dem Standort in Spanien gehören Salzgitter in Deutschland und St. Thomas in Kanada zu den geplanten beziehungsweise im Aufbau befindlichen Zellfabriken des Unternehmens. Volkswagen bezeichnet diese Standorte als Grundlage einer regionalen Batterie-Lieferkette.

Die spanischen Behörden führen PowerCo Battery Spain weiterhin als Betreiber des Projekts in Sagunto. In der Umweltgenehmigung wird die Volkswagen-Tochter ausdrücklich als Projektträgerin der Batteriezellproduktion genannt. Die Anlage soll schrittweise in mehreren Phasen entstehen.

Auch im September suchte PowerCo weiterhin Personal für den Produktionshochlauf in Valencia und Sagunto. Stellenanzeigen des Unternehmens beziehen sich ausdrücklich auf den Aufbau und Betrieb der eigenen Zellfertigung an dem Standort.

Zusammenarbeit reicht über Spanien hinaus

Die nun bekannt gewordenen Pläne gehen offenbar über Sagunto hinaus. Parallel zu einem Einstieg Gotions beim spanischen PowerCo-Werk soll Volkswagen Beteiligungen an Gotion-Projekten in Spanien, Marokko und der Slowakei erwerben. Damit würde die Zusammenarbeit geografisch breiter und könnte mehrere Stufen der europäischen Batterieproduktion umfassen.

Für Volkswagen wäre dies zugleich eine engere Verknüpfung mit einem chinesischen Batteriespezialisten, obwohl der Konzern mit PowerCo eine eigene europäische Zellfertigung aufbaut. Volkswagen betont bislang, mit seinen Batteriefabriken regional verankerte Lieferketten und eine größere strategische Eigenständigkeit schaffen zu wollen.

Wie die Beteiligungsverhältnisse in Sagunto nach einem möglichen Abschluss konkret aussehen würden, blieb zunächst offen. Ebenfalls nicht bekannt war, wann die geplanten Transaktionen abgeschlossen werden könnten und welche regulatorischen Genehmigungen dafür erforderlich wären.

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