Großbrand in Schwerte: Zerstörte Lagerhalle beschäftigt Feuerwehr tagelang

Ein Schild zeigt Warnung
Symbolbild mit KI erstellt

Teilen:

SCHWERTE. Auch mehrere Tage nach einem verheerenden Hallenbrand in Schwerte sind die Arbeiten an der Brandstelle noch nicht vollständig abgeschlossen. Am Donnerstagmorgen, 15. Oktober 2026, musste die Feuerwehr erneut zu dem zerstörten Gebäude an der Hagener Straße im Stadtteil Westhofen ausrücken. In den Trümmern einer ehemaligen Autowerkstatt waren weiterhin Glutnester aktiv, aus denen Rauch aufstieg. Die einsturzgefährdete Halle erschwert die Nachlöscharbeiten erheblich. Die Ursache des Feuers ist weiterhin ungeklärt.

Anzeige

Großbrand in Schwerte zerstört rund 90 Meter lange Halle

Das Feuer war am Montagnachmittag, 12. Oktober, ausgebrochen. Kurz vor 16 Uhr gingen die ersten Alarmierungen bei der Feuerwehr ein. Innerhalb von etwa einer Stunde erfassten die Flammen eine rund 90 Meter lange und 50 Meter breite Halle vollständig.

Der betroffene Gebäudekomplex bestand aus mehreren miteinander verbundenen Hallen. Die Räumlichkeiten wurden unter anderem als Lager, Werkstatt und Stellfläche für Fahrzeuge genutzt. Neben Autos und Wohnmobilen befanden sich dort auch Reifen und weitere brennbare Materialien.

Die Feuerwehr Schwerte alarmierte wegen der schnellen Brandausbreitung sämtliche verfügbaren Einheiten. Unterstützung kam aus mehreren umliegenden Städten. Zeitweise waren rund 160 Einsatzkräfte mit der Brandbekämpfung beschäftigt.

Anzeige

Nach Angaben der Stadt Schwerte wurde bei dem Großbrand niemand verletzt. Das Gebäude erlitt allerdings massive Schäden. Auch mehrere dort abgestellte Fahrzeuge wurden durch die Flammen zerstört.

Einsturzgefahr verhindert Löscharbeiten im Gebäude

Die Brandbekämpfung erwies sich von Beginn an als schwierig. Besonders problematisch waren die baulichen Verhältnisse innerhalb der Halle. Zwischenwände, Zwischendecken und schwer zugängliche Bereiche behinderten die Löscharbeiten.

Hinzu kam die zunehmende Instabilität des Gebäudes. Wegen der Einsturzgefahr konnten Feuerwehrleute die Halle schließlich nicht mehr betreten. Die Einsatzkräfte mussten das Feuer deshalb ausschließlich von außen bekämpfen.

Zur Unterstützung wurde unter anderem ein spezieller Gelenkmast der Feuerwehr Dortmund eingesetzt. Damit konnten größere Wassermengen gezielt auf schwer erreichbare Bereiche gelenkt werden.

Auch Feuerwehren aus Kamen, Werne, Selm und weiteren Städten beteiligten sich an den umfangreichen Löscharbeiten. Der Einsatz dauerte bis in den Dienstag hinein.

Feuerwehr muss wegen Glutnestern erneut ausrücken

Am Dienstag, 13. Oktober, meldete die Stadt Schwerte zunächst deutliche Fortschritte. Die offene Brandbekämpfung ging weitgehend in Nachlöscharbeiten über. Am Abend konnten die Straßensperrungen im Umfeld der Halle aufgehoben werden.

Vollständig beendet war die Arbeit der Feuerwehr damit jedoch nicht. Am Mittwoch und erneut am Donnerstagmorgen wurde an der Brandstelle wieder Rauch festgestellt. Einsatzkräfte kontrollierten daraufhin das Gelände und löschten verbliebene Glutnester mit Wasser.

Die Ursache dafür liegt in den teilweise schwer zugänglichen Trümmerbereichen. Brennbare Materialien können im Inneren eines stark beschädigten Gebäudes über längere Zeit weiterglimmen, auch wenn von außen zunächst keine offenen Flammen mehr sichtbar sind.

Bei der zerstörten Halle kommt erschwerend hinzu, dass die Feuerwehr wegen der Einsturzgefahr nicht sämtliche Bereiche unmittelbar erreichen kann. Die Kontrolle erfolgt deshalb weiterhin von sicheren Positionen außerhalb des Gebäudes.

Drohnen helfen bei der Suche nach versteckten Brandherden

Eine wichtige Rolle bei dem Einsatz spielte moderne Erkundungstechnik. Die Stadtwerke Schwerte unterstützten die Feuerwehr mit Drohnen, die sowohl normale Luftaufnahmen als auch Wärmebilder erstellen können.

Bereits während des Großbrandes lieferten die Fluggeräte aktuelle Bilder der Einsatzstelle. Die Feuerwehr konnte damit erkennen, welche Gebäudebereiche besonders stark betroffen waren und wo weitere Löschmaßnahmen erforderlich wurden.

Am Dienstag kamen zusätzlich Wärmebildaufnahmen zum Einsatz. Mit ihnen ließen sich verbliebene Glutnester in den Trümmern gezielter lokalisieren.

Die Stadtwerke waren außerdem an der Sicherung der technischen Infrastruktur beteiligt. Das Stromnetz im betroffenen Bereich wurde aus Sicherheitsgründen getrennt. Ein Gasanschluss der Halle war nach Angaben des Unternehmens nicht vorhanden.

Rauchwarnungen für mehrere Städte aufgehoben

Die starke Rauchentwicklung hatte bereits am Montag Auswirkungen weit über den unmittelbaren Brandort hinaus. Die Rauchwolke war über größere Entfernungen sichtbar und zog zeitweise in Richtung benachbarter Städte.

Über die Warn-App NINA wurden Menschen unter anderem in Schwerte, Hagen, Dortmund, Holzwickede, Witten und Herdecke vor möglichen Belastungen durch den Rauch gewarnt. Anwohner sollten Fenster und Türen geschlossen halten und sich möglichst in Gebäuden aufhalten.

Während des Einsatzes führten spezialisierte Messeinheiten aus Hamm und Soest Luftmessungen entlang der Rauchwolke durch. Kontrolliert wurden unter anderem Bereiche bei Unna-Massen und am Flughafen Dortmund.

Nach Angaben der Stadt Schwerte ergaben diese Messungen keine Auffälligkeiten. Auch das Landesamt für Natur, Umwelt und Klima Nordrhein-Westfalen war vor Ort.

Die behördlichen Rauchwarnungen konnten bis zum frühen Dienstagmorgen vollständig aufgehoben werden.

Zusätzlich wurde der Schutz der Ruhr berücksichtigt. Die Stadtentwässerung sperrte einen Kanal ab, damit belastetes Löschwasser nicht unkontrolliert in den Fluss gelangen konnte.

Bahnverkehr zwischen Schwerte und Hagen zeitweise unterbrochen

Der Großbrand beeinträchtigte nicht nur die Anwohner, sondern auch den Straßenverkehr und mehrere Bahnverbindungen.

Die Hagener Straße wurde während der Löscharbeiten gesperrt. Auch eine nahe gelegene Bahnstrecke musste wegen des Feuers und der starken Rauchentwicklung zeitweise stillgelegt werden.

Betroffen waren insbesondere die Regionalexpresslinien RE 7, RE 13 und RE 17. Während der Sperrung konnten auf den betroffenen Streckenabschnitten keine regulären Züge verkehren. Teilweise wurde ein Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet.

Inzwischen wurde die Bahnstrecke wieder freigegeben. Auch die Sperrungen an der Hagener Straße wurden am Dienstagabend aufgehoben. Im unmittelbaren Bereich des beschädigten Gebäudes richtete die Stadt einen provisorischen Gehweg ein.

Brandursache und Schadenshöhe weiterhin ungeklärt

Während die Feuerwehr noch mit den Folgen des Brandes beschäftigt ist, richtet sich der Blick zunehmend auf die Ermittlungen zur Ursache.

Die Kriminalpolizei soll die Brandstelle sichern, damit Fachleute das zerstörte Gebäude untersuchen können. Die Arbeiten werden durch den Zustand der Halle erschwert. Wegen der Einsturzgefahr ist ein unmittelbarer Zugang zum Gebäudeinneren nur eingeschränkt möglich.

Welche Umstände das Feuer ausgelöst haben, war bis Donnerstag nicht geklärt. Auch zur Höhe des entstandenen Sachschadens lagen zunächst keine gesicherten Angaben vor.

Die Ermittlungen zur Brandursache könnten sich über einen längeren Zeitraum erstrecken. Entscheidend wird unter anderem sein, in welchen Bereichen der zerstörten Halle eine Untersuchung trotz der erheblichen Gebäudeschäden möglich ist.

Mit MS-Aktuell immer ohne Paywall lesen
Bei Google bevorzugen

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu