
Ein Güterzug ist in der Nacht zum Dienstag bei Kassel mit einer Schleifmaschine kollidiert und teilweise entgleist. Der Unfall ereignete sich gegen 2 Uhr im Bereich Kassel-Oberzwehren auf einer stark befahrenen Bahnverbindung. Verletzt wurde nach Angaben der Deutschen Bahn niemand. Die Kollision beschädigte jedoch Teile der Leit- und Sicherungstechnik. In der Folge mussten mehrere Streckenabschnitte zeitweise gesperrt werden. Am Morgen fielen Regionalzüge und ICE aus, andere Fernzüge wurden umgeleitet. Im Laufe des Vormittags konnte der Verkehr schrittweise wieder aufgenommen werden, Einschränkungen blieben zunächst bestehen.
Nach Angaben der Deutschen Bahn und Informationen der Bundespolizei kam es gegen 2 Uhr im Kasseler Stadtteil Oberzwehren zu der Kollision. Der Güterzug traf dort auf eine Schleifmaschine. Eine Achse der Lok entgleiste, zugleich wurden Einrichtungen der Leit- und Sicherungstechnik beschädigt. Verletzte gab es nicht. Die Lok konnte später wieder aufgegleist und in einen Rangierbahnhof gebracht werden. Die genauen Umstände, unter denen die Schleifmaschine in den Fahrbereich des Güterzuges geriet, blieben zunächst offen. Die Bundespolizei nahm Ermittlungen zum Hergang auf.
Der Güterzug-Unfall bei Kassel hatte am frühen Dienstagmorgen erhebliche Folgen für den Schienenverkehr. Betroffen war unter anderem die Verbindung zwischen Kassel und Fulda. Zeitweise mussten außerdem Strecken in Richtung Bebra und Wabern gesperrt werden. Kassel liegt an einer wichtigen Nord-Süd-Achse des deutschen Fernverkehrs. Entsprechend wirkten sich die Sperrungen weit über Nordhessen hinaus aus. Fern- und Güterzüge wurden teilweise auf andere Strecken geleitet. Gegen 9 Uhr war der betroffene Abschnitt nach Angaben der Bundespolizei wieder eingleisig befahrbar. Später am Vormittag lief auch der Regionalverkehr schrittweise wieder an.
Im Nahverkehr meldete der Rhein-Main-Verkehrsverbund am Morgen Teilausfälle und Verspätungen auf den Linien RB5, RE5, RE30, RE50 und RE98. Betroffen waren vor allem Verbindungen auf der Achse zwischen Kassel und Fulda. Für den Abschnitt zwischen Kassel und Guntershausen wurde zeitweise ein Ersatzverkehr mit Bussen angekündigt. Auch die RegioTram-Linie RT5 war betroffen. Nach Angaben des Nordhessischen Verkehrsverbunds entfielen Fahrten zwischen Melsungen und Kassel, während auf Teilabschnitten Ersatzangebote bestanden. Im Laufe des Vormittags teilte die Bahn mit, dass der Nahverkehr wieder laufe. An einer Stelle blieb zunächst noch ein Gleis gesperrt.
Im Fernverkehr traf die Störung mehrere überregionale ICE- und IC-Verbindungen. Betroffen waren unter anderem Züge von Norddeutschland und Berlin über Hannover in Richtung Frankfurt sowie Verbindungen zwischen Braunschweig, Kassel, Frankfurt und Karlsruhe. Auch Züge auf der Achse Köln, Kassel, Erfurt und Leipzig fielen zeitweise aus. Weitere ICE wurden zwischen Hannover und Frankfurt beziehungsweise zwischen Hannover und Fulda umgeleitet. Bei einzelnen Verbindungen entfiel der Halt in Kassel-Wilhelmshöhe. Noch gegen Mittag wiesen Fahrgastinformationen auf Einschränkungen im Raum Kassel hin. Je nach Verbindung kam es zu Ausfällen, Umleitungen oder Verspätungen.
Im Laufe des Vormittags entspannte sich die Lage deutlich. Ein Bahnsprecher erklärte, die Strecke sei weitgehend wieder freigegeben und der Nahverkehr laufe erneut. Nur an einer Stelle blieb zunächst ein Gleis gesperrt. Im Fernverkehr waren dagegen weiterhin Verspätungen und Teilausfälle möglich. Fahrgastinformationen wiesen noch am späten Vormittag auf einen nur eingeschränkt befahrbaren Abschnitt im Raum Kassel-Wilhelmshöhe hin. Dadurch konnten einzelne Züge verspätet verkehren, umgeleitet werden oder Halte auslassen. Wann sämtliche Einschränkungen nach den Schäden an der Leit- und Sicherungstechnik beendet sein würden, war zunächst nicht abschließend geklärt.
Die Störung hatte eine vergleichsweise große Reichweite, weil Kassel-Wilhelmshöhe zu den wichtigen Fernverkehrsknoten in der Mitte Deutschlands gehört. Über den Bahnhof laufen Verbindungen zwischen Norddeutschland, dem Rhein-Main-Gebiet, Süddeutschland sowie zwischen West- und Ostdeutschland. Am Dienstagmorgen zeigten sich die Auswirkungen auf Verbindungen von Kiel und Hamburg bis Frankfurt, Basel und Stuttgart sowie auf Relationen in Richtung Leipzig und München. Der Personenverkehr konnte im Laufe des Vormittags schrittweise stabilisiert werden. Für einzelne Reisende blieben aber auch nach der Wiederaufnahme des Nahverkehrs Fahrplanänderungen, ausgelassene Halte und Verspätungen bestehen.
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