
Berlin. Halloween wird für den deutschen Einzelhandel auch 2026 voraussichtlich ein Geschäft mit mehreren Hundert Millionen Euro. Zum Gruselfest am Samstag, 31. Oktober, erwartet der Handelsverband Deutschland (HDE) zusätzliche Umsätze von rund 537 Millionen Euro. Das wären etwa 3,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Gleichzeitig planen etwas weniger Menschen, eigens für Halloween Geld auszugeben. Besonders Dekorationsartikel, Lebensmittel und Getränke gewinnen bei den geplanten Einkäufen an Bedeutung.
Nach der aktuellen Prognose des Handelsverbands dürfte das Halloween-Geschäft trotz der verhaltenen Konsumstimmung wachsen. Für 2025 hatte der HDE noch mit rund 520 Millionen Euro Umsatz gerechnet. Die diesjährige Schätzung liegt damit etwa 17 Millionen Euro höher.
Im längerfristigen Vergleich fällt die Entwicklung deutlicher aus. Gegenüber 2019 erwartet der Verband für 2026 ein Umsatzplus von rund 69 Prozent. Dabei handelt es sich um nominale Umsätze. Preissteigerungen sind in diesem Vergleich nicht herausgerechnet.
Die Zahlen verdeutlichen die gewachsene wirtschaftliche Bedeutung des ursprünglich vor allem durch amerikanische Bräuche geprägten Festes. Halloween ist inzwischen ein eigenständiger saisonaler Verkaufsanlass für zahlreiche Branchen des deutschen Einzelhandels.
Trotz der steigenden Umsatzprognose geht die Kaufbereitschaft leicht zurück. Laut HDE wollen 2026 rund 14,9 Prozent der Befragten besondere Ausgaben zu Halloween tätigen. Im vergangenen Jahr waren es noch 15,2 Prozent.
Zum Vergleich: 2019 lag dieser Anteil bei 8,3 Prozent. Damit ist der Kreis der Menschen, die gezielt Halloween-Produkte kaufen möchten, innerhalb weniger Jahre deutlich gewachsen.
Der aktuelle Rückgang um 0,3 Prozentpunkte fällt zwar gering aus, steht aber im Gegensatz zum erwarteten Umsatzanstieg. Wie hoch die tatsächlichen Ausgaben am Ende ausfallen, ist noch offen. Die Prognose beruht auf einer Befragung und nicht auf bereits abgeschlossenen Verkäufen.
Welche Produkte besonders gefragt sind, zeigt die aktuelle HDE-Erhebung. Unter den Befragten, die Halloween-Einkäufe planen, stehen Süßwaren weiterhin an erster Stelle.
Die wichtigsten geplanten Produktkäufe im Überblick:
| Produktgruppe | Anteil der kaufwilligen Befragten |
|---|---|
| Süßwaren | 51,2 % |
| Dekorationsartikel | 45,1 % |
| Kostüme | 39,6 % |
| Sonstige Lebensmittel und Getränke | 34,1 % |
| Schmuck und Accessoires | 29,9 % |
| Schminke und Make-up | 28,7 % |
Quelle: HDE/IFH Köln, Halloween-Umfrage Oktober 2026. Mehrfachnennungen möglich.
Besonders auffällig ist die Entwicklung bei Dekorationsartikeln. Während 2025 noch 36,2 Prozent der Halloween-Kaufwilligen entsprechende Anschaffungen planten, sind es in diesem Jahr 45,1 Prozent.
Auch Kostüme und Lebensmittel außerhalb des klassischen Süßwarensortiments stehen häufiger auf den Einkaufslisten. Bei Süßwaren ist der Anteil dagegen von 55,6 auf 51,2 Prozent gesunken. Schminkprodukte verzeichnen ebenfalls einen leichten Rückgang.
Die Entwicklung zeigt, dass sich das Halloween-Geschäft längst nicht mehr auf Süßigkeiten für Kinder und einfache Verkleidungen beschränkt. Auch Artikel für private Feiern, Dekorationen und Getränke gehören zum saisonalen Sortiment.
Für Handelsunternehmen bietet der 31. Oktober damit eine zusätzliche Umsatzmöglichkeit im Herbst. HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth bewertet die erwartete Steigerung angesichts des schwierigen Konsumumfelds als positives Signal für den Handel.
Die Prognose basiert auf einer bevölkerungsrepräsentativen Befragung des IFH Köln im Auftrag des Handelsverbands. Dafür wurden im Oktober 2026 mehr als 1.000 Menschen zwischen 18 und 69 Jahren befragt.
Ob der Einzelhandel die erwarteten 537 Millionen Euro tatsächlich erreicht, lässt sich erst anhand der abgeschlossenen Geschäfte beurteilen.
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