Hermès wächst langsamer: China-Schwäche belastet Luxuskonzern

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Der französische Luxusgüterhersteller Hermès hat im dritten Quartal 2026 weniger stark zugelegt als erwartet. Während teure Lederwaren weiterhin gefragt sind, schwächelt das Geschäft mit Mode und Accessoires. Besonders die Nachfrage in China bereitet dem Unternehmen Schwierigkeiten. An der Börse reagieren Anleger mit deutlichen Kursverlusten.

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Hermès verfehlt mit Quartalsumsatz die Erwartungen

Der Hermès-Umsatz im dritten Quartal 2026 erreichte nach Unternehmensangaben 4,096 Milliarden Euro. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht das einem nominalen Anstieg von 5,5 Prozent. Bereinigt um Wechselkurseffekte lag das Wachstum bei 4,3 Prozent und damit unter der von Visible Alpha ermittelten Analystenerwartung von 5,2 Prozent.

Damit hat sich die Geschäftsentwicklung gegenüber dem zweiten Quartal abgeschwächt. Damals waren die Erlöse auf vergleichbarer Währungsbasis noch um 6,7 Prozent gestiegen. Das Wachstum im dritten Quartal fiel laut Reuters so niedrig aus wie seit Anfang 2020 nicht mehr.

Lederwaren bleiben das wichtigste Wachstumsgeschäft

Deutlich besser entwickelte sich das Geschäft mit hochwertigen Lederwaren. Die Sparte, zu der auch die bekannten Birkin- und Kelly-Handtaschen gehören, erzielte im dritten Quartal einen Umsatz von 1,912 Milliarden Euro. Währungsbereinigt entspricht das einem Wachstum von 10,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

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Anders verlief die Entwicklung bei Bekleidung und Accessoires. Hier sank der Umsatz auf vergleichbarer Währungsbasis um 2 Prozent auf nominal 1,141 Milliarden Euro. Zu diesem Geschäftsbereich gehören neben Kleidung unter anderem Schuhe, Gürtel und Modeschmuck.

Nach Angaben von Finanzchef Eric du Halgouet ist die schwächere Nachfrage nach Accessoires in China eine wesentliche Ursache für den Rückgang. In anderen Regionen entwickelte sich das Geschäft dieses Bereichs weiterhin positiv.

Chinesischer Markt bremst das Wachstum von Hermès

China zählt zu den wichtigsten Absatzmärkten für Hermès. Allerdings hat sich das wirtschaftliche Umfeld für Luxusmarken dort deutlich verschlechtert. Du Halgouet bezeichnete die Marktsituation im Gespräch mit Journalisten als sehr schwierig, bekräftigte zugleich aber die langfristigen Investitionspläne des Unternehmens.

In der Region Asien-Pazifik ohne Japan stagnierte der Umsatz im dritten Quartal auf währungsbereinigter Basis. Nominal stieg er um 3,8 Prozent auf 1,65 Milliarden Euro. Für die ersten neun Monate des Jahres meldete Hermès im Großraum China insgesamt eine stabile Geschäftsentwicklung.

In anderen wichtigen Märkten konnte Hermès hingegen stärker wachsen. In Amerika erhöhten sich die Quartalserlöse währungsbereinigt um 8,8 Prozent, in Europa ohne Frankreich um 9,5 Prozent und in Japan um 9,6 Prozent. Damit konnten diese Regionen zumindest einen Teil der schwächeren Dynamik in Asien ausgleichen.

Hermès-Aktie verliert nach Quartalszahlen deutlich

An der Börse fiel die Reaktion auf die Geschäftszahlen negativ aus. Die Hermès-Aktie verlor am Donnerstagvormittag in Paris deutlich an Wert.

Nach Kursdaten von MarketScreener auf Basis der Börse Euronext Paris notierte das Papier am 22. Oktober 2026 gegen 10.27 Uhr bei 1.265,50 Euro. Das entsprach einem Rückgang von 6,71 Prozent gegenüber dem vorherigen Handelsschluss.

Die Entwicklung verdeutlicht die hohen Erwartungen an den Luxuskonzern. Hermès konnte sich mit seinen besonders exklusiven Produkten lange besser behaupten als zahlreiche andere Anbieter der Branche. Das geringere Wachstum stellt diese Sonderstellung aus Sicht der Anleger zunehmend auf die Probe. Auch andere große Luxuskonzerne, darunter LVMH, stehen unter dem Druck einer verhaltenen Nachfrage in China.

Hermès hält trotz schwächerem Quartal am Wachstumskurs fest

Für die ersten neun Monate des Jahres 2026 meldete Hermès einen Gesamtumsatz von 12,26 Milliarden Euro. Das entspricht einem währungsbereinigten Zuwachs von 5,5 Prozent. Zu aktuellen Wechselkursen lag das Plus bei 2,9 Prozent.

Trotz des schwierigen wirtschaftlichen Umfelds hält der Konzern an seinem mittelfristigen Ziel eines ambitionierten Umsatzwachstums fest. Eine konkrete neue Wachstumsrate nannte Hermès in seiner Quartalsmitteilung nicht. Weitere Lederwarenwerkstätten in Frankreich sollen in den kommenden Jahren die Produktionskapazitäten erhöhen.

Die nächsten umfassenden Geschäftszahlen will Hermès am 12. Februar 2027 veröffentlichen. Dann sollen die Ergebnisse für das gesamte Geschäftsjahr 2026 vorliegen.

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