IG Metall weitet Warnstreiks in der Metallindustrie bundesweit aus

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Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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In der deutschen Metall- und Elektroindustrie nehmen die Arbeitsniederlegungen zu. Nach Angaben der IG Metall beteiligten sich am Montag, 2. November 2026, rund 38.000 Beschäftigte an insgesamt 220 betrieblichen Aktionen. Am Dienstag werden die Warnstreiks in der Metallindustrie fortgesetzt. Besonders deutlich wurde der Tarifkonflikt beim Autobauer Audi in Ingolstadt, wo in der Nacht etwa 3.000 Beschäftigte protestierten. Die Gewerkschaft fordert fünf Prozent mehr Geld, während die Arbeitgeber eine dauerhafte Entgelterhöhung von 1,3 Prozent erst ab Juli 2028 anbieten.

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Warnstreiks bei Audi, ZF und zahlreichen weiteren Unternehmen

Die ersten Arbeitsniederlegungen begannen bereits am Sonntag, 1. November, unmittelbar nach dem Ende der Friedenspflicht. Seitdem hat die IG Metall ihre Aktionen auf zahlreiche Industrieunternehmen ausgeweitet. Nach Gewerkschaftsangaben sind allein bis zum Ende dieser Woche Warnstreiks in mehr als 2.000 Betrieben vorgesehen.

Im Mittelpunkt stand in der Nacht zum Dienstag das Audi-Stammwerk in Ingolstadt. Rund 3.000 Beschäftigte beteiligten sich nach Angaben der IG Metall an einem Warnstreik. Neben höheren Einkommen ging es bei der Kundgebung auch um die Zukunft der deutschen Audi-Standorte. Der bayerische IG-Metall-Bezirksleiter Horst Ott kritisierte die Unternehmensführung im Zusammenhang mit den geplanten Investitionen des Autobauers in den USA.

Weitere Aktionen fanden unter anderem bei Mercedes-Benz, Siemens Energy, Schaeffler, Liebherr, Philips und ZF statt. In Koblenz beteiligten sich am Montag nach Gewerkschaftsangaben rund 800 Beschäftigte mehrerer Unternehmen, darunter ZF, Novelis und Stabilus, an einem gemeinsamen Protest.

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Auch bei ZF in Passau sind für Dienstag Arbeitsniederlegungen angekündigt. Im Saarland sollen die Warnstreiks ebenfalls ausgeweitet werden. Ob es am ZF-Standort Saarbrücken bereits zu einer Arbeitsniederlegung im Rahmen dieser Tarifrunde gekommen war, blieb zunächst unbestätigt.

IG Metall fordert fünf Prozent mehr Geld und sichere Arbeitsplätze

Ausgangspunkt des Tarifkonflikts sind die bislang ergebnislosen Verhandlungen über die Einkommen von rund 3,7 Millionen Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie.

Die IG Metall verlangt eine Erhöhung der Entgelte um fünf Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Darüber hinaus will die Gewerkschaft Vereinbarungen zur Sicherung von Arbeitsplätzen und Industriestandorten erreichen.

Ein weiterer Bestandteil ihrer Forderungen ist eine tarifliche Gewinnbeteiligung in wirtschaftlich erfolgreichen Unternehmen. Beschäftigte in unteren Entgeltgruppen sollen zusätzlich berücksichtigt werden. In Bayern fordert die Gewerkschaft außerdem eine Erhöhung der Ausbildungsvergütungen um monatlich 110 Euro.

Die IG Metall begründet ihre Forderungen unter anderem mit den gestiegenen Lebenshaltungskosten. Tarifvorständin Nadine Boguslawski sieht in höheren Einkommen auch eine Möglichkeit, die Kaufkraft und damit die deutsche Binnenwirtschaft zu stärken.

Arbeitgeber bieten 1,3 Prozent mehr Geld ab Juli 2028

Die Arbeitgeberverbände haben in der zweiten Verhandlungsrunde ein bundesweit abgestimmtes Angebot vorgelegt. Dieses sieht zunächst eine Einmalzahlung im Juli 2027 vor. Sie soll ein Prozent des durchschnittlichen tariflichen Jahresbruttoentgelts betragen und nach den Regeln der sogenannten automatischen Differenzierung von der wirtschaftlichen Lage des jeweiligen Unternehmens abhängen können.

Eine dauerhafte Erhöhung der tariflichen Monatsentgelte um 1,3 Prozent ist erst für den 1. Juli 2028 vorgesehen. Die angebotene Laufzeit beträgt insgesamt 26 Monate und reicht bis zum 31. Dezember 2028.

Zusätzlich verlangen die Arbeitgeber mehr Möglichkeiten, tarifliche Leistungen an die wirtschaftliche Situation einzelner Betriebe anzupassen. Gesamtmetall strebt außerdem betriebliche Instrumente zur Sicherung von Investitionen, Innovationen und Beschäftigung an. Gespräche über Krankenstände sowie den beschleunigten Einsatz künstlicher Intelligenz gehören ebenfalls zu den Vorschlägen.

Gesamtmetall-Präsident Udo Dinglreiter begründet die zurückhaltende Lohnentwicklung mit der schwierigen wirtschaftlichen Lage vieler Industrieunternehmen. Aus Sicht des Arbeitgeberverbandes belasten insbesondere hohe Produktionskosten und mangelnde Wettbewerbsfähigkeit den Industriestandort Deutschland.

Die IG Metall lehnt das bisherige Angebot dagegen als unzureichend ab. Sie kritisiert vor allem den späten Zeitpunkt der dauerhaften Entgelterhöhung und die lange Vertragslaufzeit.

Weitere Betriebe sollen am Dienstag die Arbeit niederlegen

Am Dienstag, 3. November, setzt die Gewerkschaft ihre bundesweiten Warnstreiks fort. In Bayern sind Beschäftigte aus 41 Betrieben zu vorübergehenden Arbeitsniederlegungen aufgerufen. Größere Kundgebungen sind unter anderem in Augsburg, Passau und Aschaffenburg vorgesehen.

Auch in Nordrhein-Westfalen wird der Arbeitskampf ausgeweitet. Nach Angaben der IG Metall beteiligten sich am Montag rund 4.000 Beschäftigte aus 33 Betrieben an Warnstreiks der Frühschicht. Für Dienstag richtet sich der Streikaufruf dort an Beschäftigte von rund 240 Unternehmen. Dazu gehören das Mercedes-Werk in Düsseldorf und der Ford-Standort Köln.

Im IG-Metall-Bezirk Mitte, der Hessen, Rheinland-Pfalz, das Saarland und Thüringen umfasst, hatten sich nach Angaben der Gewerkschaft bis Montag bereits rund 5.100 Beschäftigte an Aktionen beteiligt.

Die Zahlen beziehen sich auf unterschiedliche Regionen und Erfassungszeitpunkte. Eine abschließende bundesweite Teilnehmerzahl für Dienstag lag zunächst nicht vor.

Tarifverhandlungen sollen im November fortgesetzt werden

Die Tarifparteien verhandeln in Deutschland in insgesamt 15 regionalen Tarifgebieten. Ein möglicher Abschluss in einer Region kann später als Grundlage für Vereinbarungen in anderen Tarifgebieten dienen.

Für Nordrhein-Westfalen ist nach Angaben der IG Metall eine dritte Verhandlungsrunde am 9. November geplant. Im Tarifgebiet Küste wird der 6. November als voraussichtlicher Termin genannt. Weitere Termine waren zunächst noch nicht abschließend festgelegt.

Der Konflikt trifft eine Industrie, deren Unternehmen sich in wirtschaftlich sehr unterschiedlichen Situationen befinden. Während Teile der Automobilindustrie und des Maschinenbaus unter wirtschaftlichem Druck stehen, verzeichnen andere Industriezweige eine günstigere Auftragslage.

Damit geht es in den Tarifverhandlungen nicht ausschließlich um höhere Einkommen. Auch die künftige Verteilung wirtschaftlicher Belastungen, die Sicherung von Arbeitsplätzen und die Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Industriestandorts stehen zur Debatte.

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