81 Minuten, kein Tor: Ittens schwieriger Start bei Werder Bremen

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Vom erfolgreichen Torjäger in der 2. Bundesliga zum Einwechselspieler im Oberhaus: Cedric Itten hat bei Werder Bremen bislang einen schweren Stand. Der Schweizer Nationalspieler kommt unter Trainer Daniel Thioune kaum zum Einsatz. Vor allem die starke Form von Niclas Füllkrug erschwert seine Situation. Der Bremer Trainer hat inzwischen erklärt, weshalb er auf den Rückkehrer setzt und was er von Itten erwartet.

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Cedric Itten bei Werder Bremen nur in der Jokerrolle

Sechs Bundesliga-Spieltage sind absolviert, doch Cedric Itten wartet weiterhin auf seinen ersten Startelfeinsatz für Werder Bremen. Der 29-jährige Mittelstürmer wurde bislang viermal eingewechselt und sammelte insgesamt 81 Spielminuten. Ein Tor oder eine Vorlage gelang ihm dabei nicht. Auch im DFB-Pokal blieb er bei seinem bisherigen Einsatz ohne Treffer.

Zuletzt hatte sich die Situation zunächst weiter verschärft. In zwei aufeinanderfolgenden Bundesligaspielen blieb Itten über die gesamte Spielzeit auf der Ersatzbank. Gegen den SC Paderborn am 17. Oktober erhielt er anschließend wieder eine Gelegenheit und spielte rund 27 Minuten.

Die geringe Einsatzzeit fällt besonders auf, weil Bremen den Schweizer erst im Sommer verpflichtet hatte. Nach seinem erfolgreichen Jahr bei Fortuna Düsseldorf sollte er dem Bundesligisten zusätzliche Möglichkeiten im Angriff eröffnen.

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Stattdessen hat sich inzwischen eine klare Rollenverteilung entwickelt. Im Zentrum der Bremer Offensive steht Niclas Füllkrug, während Itten überwiegend auf Einwechslungen angewiesen ist.

Trainer Thioune erklärt die Konkurrenz durch Füllkrug

Daniel Thioune hat die sportliche Situation seines Stürmers deutlich eingeordnet. Ausschlaggebend ist aus Sicht des Trainers vor allem die Leistung von Füllkrug. Der 33-Jährige erzielte in den ersten sechs Bundesligaspielen sechs Treffer und hat sich damit einen festen Platz in der Anfangsformation erarbeitet.

Nach Angaben der DeichStube vom 20. und 21. Oktober sieht Thioune derzeit keinen Anlass, die Besetzung im Sturmzentrum zu verändern. Itten müsse akzeptieren, dass sein Konkurrent aktuell den Vorzug erhalte.

Zugleich formulierte der Trainer konkrete Erwartungen an seinen Neuzugang. Nach dem Einsatz gegen Paderborn bemängelte er, dass Itten im gegnerischen Strafraum zu wenig Präsenz entwickelt und kaum Abschlüsse gesucht habe. Bei begrenzter Spielzeit müsse der Angreifer seine Möglichkeiten konsequenter nutzen.

Allerdings zeigte Thioune auch Verständnis für die Schwierigkeiten des Schweizers. Itten verfüge derzeit nicht über den gewohnten Spielrhythmus. In Düsseldorf habe er regelmäßig lange auf dem Platz gestanden. An die veränderten Bedingungen in Bremen müsse er sich erst gewöhnen.

Eine grundsätzlich negative Beurteilung des Stürmers ist damit nicht verbunden. Thioune äußerte sich auch positiv über dessen Trainingsarbeit und Verhalten innerhalb der Mannschaft.

15 Tore bei Fortuna Düsseldorf machten Itten interessant

Der Wechsel nach Bremen war mit hohen sportlichen Erwartungen verbunden. In der Saison 2025/26 erzielte Itten für Fortuna Düsseldorf 15 Treffer in 30 Zweitligaspielen und bereitete drei weitere Tore vor. Im DFB-Pokal kam ein weiterer Treffer hinzu.

Trotz seiner persönlichen Leistungen stieg Düsseldorf aus der 2. Bundesliga ab. Weil Ittens bisheriger Vertrag für die 3. Liga keine Gültigkeit mehr besaß, konnte er den Verein ablösefrei verlassen.

Werder bestätigte seine Verpflichtung am 21. Juni 2026. Seit dem 1. Juli gehört Itten offiziell zum Bremer Kader.

Über die genaue Vertragslaufzeit machte der Bundesligist bei der Bekanntgabe keine Angaben. Nach Informationen der DeichStube unterschrieb der Schweizer einen Vertrag bis zum 30. Juni 2029. Eine entsprechende offizielle Bestätigung der Laufzeit wurde nicht veröffentlicht.

Für Itten war der Wechsel zugleich die Rückkehr in die Bundesliga. Bereits in der Saison 2021/22 hatte er während einer Leihe an die SpVgg Greuther Fürth zwölf Bundesligaspiele bestritten und dabei zwei Tore erzielt.

Itten hatte sich bewusst für Thioune entschieden

Eine wichtige Rolle bei Ittens Wechsel spielte ausgerechnet der Trainer, unter dem er inzwischen nur wenig Einsatzzeit erhält.

Beide kannten sich bereits aus Düsseldorf, wo Thioune den Schweizer während der Anfangsphase der Saison 2025/26 trainiert hatte. Nach Saisonende nahmen Spieler und Trainer erneut Kontakt auf.

In einer Medienrunde am 5. August 2026 erklärte Itten, dass Thioune ein wesentlicher Grund für seine Entscheidung zugunsten Bremens gewesen sei. Die Gespräche mit dem Trainer und den Vereinsverantwortlichen hätten ihn überzeugt. Die Aussagen veröffentlichte Werder auf seiner Vereinswebsite.

Auch gegenüber Radio Bremen äußerte sich Itten Anfang August zu seinen sportlichen Zielen. Er wolle mit guten Leistungen auf sich aufmerksam machen und Tore sowie Vorlagen erzielen. Von möglicher zusätzlicher Konkurrenz im Angriff wollte er seine eigene Arbeit nicht abhängig machen.

Diese Äußerungen stammen aus der Zeit vor dem Bundesliga-Saisonstart. Eine damit vergleichbare, eindeutig belegte öffentliche Stellungnahme Ittens zu seiner gegenwärtigen Reservistenrolle lag zunächst nicht vor.

Werders Sportverantwortliche halten an Itten fest

Trotz der bislang geringen Spielanteile steht der Angreifer innerhalb des Vereins nicht grundsätzlich infrage.

Peter Niemeyer, Leiter Profifußball bei Werder Bremen, hob im Gespräch mit der DeichStube vom Oktober besonders Ittens Verhalten außerhalb des Spielfelds hervor. Der Schweizer unterstütze seine Mitspieler auch von der Ersatzbank aus und bringe sich weiterhin in die Mannschaft ein.

Niemeyer erklärte zudem, dass Werder dem Stürmer künftig wieder größere Spielanteile zutraue. Anlass zu besonderer Sorge sehe er aufgrund von Ittens Einsatzbereitschaft im Training nicht.

Schon bei der Verpflichtung hatte Werder auf dessen Erfahrung und körperliche Qualitäten verwiesen. Itten ist ein klassischer Mittelstürmer, der seine Stärken insbesondere im Strafraum, bei hohen Bällen und im direkten Zweikampf besitzt.

Der Schweizer durchlief unter anderem den Nachwuchs des FC Basel. Anschließend spielte er für den FC Luzern, den FC St. Gallen, die Glasgow Rangers und die Young Boys Bern. Hinzu kamen seine Stationen in Fürth und Düsseldorf.

Auch international sammelte er Erfahrung. Itten gehört zum Kreis der Schweizer Nationalspieler und nahm an der Weltmeisterschaft 2026 teil.

Kownacki ist inzwischen nicht mehr Teil des Werder-Kaders

Parallelen gibt es zur Entwicklung von Dawid Kownacki. Auch der polnische Stürmer wechselte einst von Fortuna Düsseldorf nach Bremen, konnte sich dort aber nicht dauerhaft durchsetzen.

Kownacki kam seit seinem Wechsel 2023 auf insgesamt 22 Pflichtspiele für Werder. Zwischenzeitlich spielte er auf Leihbasis erneut für Düsseldorf und anschließend für Hertha BSC.

Nach seiner Rückkehr im Sommer 2026 blieb er ohne Pflichtspieleinsatz für die Bremer. Am 30. September verständigten sich Verein und Spieler schließlich auf eine sofortige einvernehmliche Auflösung seines Vertrags.

Geschäftsführer Fußball Clemens Fritz begründete die Entscheidung mit den sportlichen Perspektiven des Angreifers. Beide Seiten hätten sich nach gemeinsamen Gesprächen für eine Trennung entschieden.

Damit gehört Kownacki inzwischen nicht mehr zur unmittelbaren Konkurrenz von Itten.

Füllkrugs Form bestimmt vorerst Werders Sturmplanung

Neben Itten und Füllkrug stehen Werder weitere Offensivspieler zur Verfügung. Dazu zählen unter anderem Salim Musah, Justin Njinmah, Marco Grüll und Keke Topp, wobei Verletzungen die personellen Möglichkeiten zuletzt eingeschränkt haben.

Vor Saisonbeginn hatte Thioune auch eine Formation mit zwei Mittelstürmern als mögliche taktische Variante genannt. Bislang setzte sich jedoch überwiegend eine Spielweise mit Füllkrug als zentralem Angreifer durch.

Damit ist Ittens derzeitige Rolle vor allem eine Folge der sportlichen Konkurrenz und der taktischen Entscheidungen seines Trainers. Ein dauerhafter Ausschluss aus den Planungen ist damit nicht verbunden.

Für den Schweizer bedeutet die Situation dennoch eine erhebliche Umstellung. Während er in Düsseldorf über weite Strecken der Saison Stammspieler und erfolgreichster Torschütze war, muss er sich in Bremen seine Einsatzmöglichkeiten bislang von der Bank aus erarbeiten.

Am Samstag, 24. Oktober, steht für Werder das Auswärtsspiel beim FSV Mainz 05 an. Ob Itten dort erneut Spielzeit erhält, ist zunächst offen. An der grundsätzlichen Hierarchie im Angriff hat Thioune zuletzt jedoch keinen Zweifel gelassen.

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