
Borussia Dortmund muss einen erneuten verletzungsbedingten Rückschlag bei Konstantinos Karetsas verkraften. Der 18 Jahre alte griechische Nationalspieler verletzte sich am Samstag, 17. Oktober 2026, beim Bundesliga-Auswärtsspiel gegen Union Berlin am Sprunggelenk. Nur wenige Minuten nach seiner Einwechslung konnte der Offensivspieler nicht mehr weitermachen. Eine genaue Diagnose stand zunächst aus. Für den BVB könnte der Vorfall die ohnehin angespannte Personalsituation weiter verschärfen.
Die Verletzung von Konstantinos Karetsas trifft Dortmund in einer Phase, in der Trainer Niko Kovac seinen jungen Neuzugang nach gesundheitlichen Problemen behutsam wieder an die Mannschaft heranführen wollte. Bereits im September hatte Karetsas während eines Champions-League-Spiels gegen den FC Villarreal Kreislaufbeschwerden erlitten. Nun steht erneut ein Fragezeichen hinter seiner Einsatzfähigkeit.
Karetsas war beim 0:0 gegen Union Berlin in der 62. Minute für Ethan Nwaneri eingewechselt worden. Rund acht Minuten später verletzte sich der Offensivspieler am rechten Sprunggelenk. Nach einer Behandlung auf dem Rasen musste er das Spielfeld gestützt von Betreuern verlassen. In der offiziellen Dortmunder Spielstatistik ist seine Auswechslung in der 79. Minute verzeichnet. Für den Griechen kam Mathis Albert in die Partie. Der Klub bestätigte die Verletzung am Sprunggelenk, nannte zunächst aber keine genauere medizinische Diagnose.
Zum unmittelbaren Hergang gab es unterschiedliche Darstellungen. Während Borussia Dortmund in seinem Spielbericht eine Verletzung ohne gegnerischen Einfluss beschrieb, schilderten Sky Sport und die Deutsche Presse-Agentur eine Zweikampfsituation mit Unions Rani Khedira. Beide Medien ordneten die Verletzung dem rechten Knöchel zu. Eine genauere Festlegung auf eine bestimmte Bandverletzung oder eine andere strukturelle Schädigung war damit nicht möglich. Sky Sport erklärte am Samstagnachmittag ausdrücklich, dass eine genaue Diagnose noch ausstehe.
Auch die Dortmunder Verantwortlichen konnten unmittelbar nach dem Spiel keine Entwarnung geben. Trainer Niko Kovac erklärte laut einer von WELT veröffentlichten dpa-Meldung: „Wir müssen schauen, inwieweit das etwas Ernsteres ist.“ Sportdirektor Ole Book sagte über Karetsas: „Er fühlt sich jetzt gerade nicht gut.“ Geschäftsführer Sport Lars Ricken verwies auf weitere Untersuchungen. Damit blieb zunächst offen, ob der Mittelfeldspieler nur kurzfristig pausieren muss oder dem BVB länger fehlen wird. Die dpa brachte eine mehrwöchige Pause ins Gespräch, eine entsprechende Diagnose oder bestätigte Ausfalldauer gab es am Samstagabend jedoch noch nicht.
Für den griechischen Nationalspieler ist es innerhalb weniger Wochen der zweite gesundheitliche Rückschlag. Am 8. September 2026 hatte Karetsas beim Champions-League-Heimspiel gegen den spanischen Erstligisten FC Villarreal plötzlich signalisiert, dass er nicht weiterspielen könne. Der damals ebenfalls 18-Jährige ging ohne erkennbaren Zusammenprall zu Boden, wurde von medizinischem Personal versorgt und anschließend auf einer Trage vom Spielfeld gebracht. In der 27. Minute erfolgte seine Auswechslung. Borussia Dortmund gab Kreislaufbeschwerden als Grund an.
Karetsas wurde anschließend im Krankenhaus untersucht und konnte die Klinik wenige Tage später wieder verlassen. Das folgende Bundesligaspiel gegen den SC Paderborn verpasste er vorsichtshalber. Mitte September berichtete Sportgeschäftsführer Lars Ricken von umfangreichen medizinischen Untersuchungen, bei denen nach seinen Angaben keine Auffälligkeiten festgestellt worden seien. Der Offensivspieler kehrte daraufhin zunächst ins individuelle und anschließend ins Mannschaftstraining zurück.
Vor dem Spiel bei Union Berlin hatte Kovac dennoch deutlich gemacht, dass Karetsas noch nicht wieder vollständig auf seinem vorherigen körperlichen Niveau angekommen sei. Bei Sky Sport verwies der Trainer auf die anhaltende Bedeutung des Vorfalls im September und begründete damit den vorsichtigen Umgang mit seinem Spieler. Noch am Mittwoch hatte Karetsas bei der Champions-League-Niederlage gegen Bodø/Glimt in der Startelf gestanden. Bei der nun erlittenen Sprunggelenksverletzung handelt es sich um einen neuen Vorfall. Ein medizinischer Zusammenhang mit den früheren Kreislaufproblemen ist nicht bekannt.
Die erneute Verletzung betrifft einen Spieler, dem Borussia Dortmund bei der sportlichen Neuausrichtung seiner Offensive eine bedeutende Rolle zugedacht hat. Der BVB verpflichtete Karetsas am 3. August 2026 vom belgischen Erstligisten KRC Genk. Der offensive Mittelfeldspieler unterschrieb einen Fünfjahresvertrag bis zum 30. Juni 2031. Nach Informationen von Sky Sport betrug die feste Ablösesumme 30 Millionen Euro. Weitere zwei Millionen Euro können demnach durch Bonuszahlungen hinzukommen. Zudem soll Genk an einem möglichen Weiterverkauf beteiligt werden. Der BVB selbst veröffentlichte keine detaillierten Ablösemodalitäten.
Karetsas galt bei Dortmund als wichtiger Baustein für die Nachfolge von Julian Brandt. Der technisch starke Spielmacher soll vor allem zwischen Mittelfeld und Angriff kreative Lösungen ermöglichen. In seiner letzten Saison für Genk bestritt er 34 Ligaspiele und bereitete elf Tore vor. Hinzu kamen elf Einsätze in der Europa League mit zwei Treffern und fünf Vorlagen. Bereits im März 2025 hatte er sein Debüt für die griechische A-Nationalmannschaft gefeiert.
Sportdirektor Ole Book hatte bei seiner Verpflichtung insbesondere die Kreativität und Spielintelligenz des Neuzugangs hervorgehoben. Karetsas könne gerade in engen Räumen und im letzten Angriffsdrittel neue Möglichkeiten schaffen. Sein Ausfall würde Dortmund deshalb nicht nur eine zusätzliche Option nehmen, sondern einen Spieler betreffen, für den der Verein langfristig eine tragende offensive Rolle vorgesehen hat.
Die möglichen Folgen der Verletzung reichen über Karetsas selbst hinaus. Borussia Dortmund musste gegen Union Berlin bereits auf mehrere Spieler verzichten. Kapitän Emre Can und der ebenfalls im Sommer verpflichtete Giannis Konstantelias fehlten wegen Kreuzbandrissen. Justin Lerma stand aufgrund einer Muskelverletzung nicht zur Verfügung. Besonders im offensiven Mittelfeld hat Dortmund damit bereits wichtige personelle Einschränkungen zu bewältigen.
Konstantelias und Karetsas waren als zwei junge griechische Offensivspieler mit erheblichem Entwicklungspotenzial nach Dortmund gekommen. Während Konstantelias aufgrund seiner schweren Knieverletzung längerfristig ausfällt, war Karetsas nach der Kreislaufepisode im September schrittweise in den Spielbetrieb zurückgekehrt. Sollte nun auch er länger pausieren müssen, würden Kovac weitere Möglichkeiten für die kreative Gestaltung des Angriffsspiels fehlen. Mit Ethan Nwaneri, Carney Chukwuemeka und anderen Offensivspielern verfügt der Trainer zwar über Alternativen. Die Auswahl für seine Aufstellung und mögliche Wechsel während eines Spiels könnte jedoch weiter eingeschränkt werden.
Bereits am Dienstag, 20. Oktober, steht für Borussia Dortmund das nächste Champions-League-Spiel gegen den aserbaidschanischen Klub Sabah FK an. Ob Karetsas für diese Begegnung zur Verfügung stehen kann, war am Samstagabend noch nicht geklärt. Entscheidend sind die angekündigten medizinischen Untersuchungen des verletzten Sprunggelenks. Erst danach lässt sich die Dauer einer möglichen Pause genauer bestimmen. Für den BVB ist die Verletzung damit ein zusätzlicher personeller Unsicherheitsfaktor in einer Saison, in der mehrere wichtige Spieler bereits ausgefallen sind.
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