Klaus Bresser ist tot: Der Mann hinter dem heute journal wurde 90 Jahre alt

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Symbolfoto

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Der frühere ZDF-Chefredakteur Klaus Bresser ist gestorben. Der Journalist starb am 7. Oktober 2026 im Alter von 90 Jahren in Berlin. Das wurde am Freitag, 9. Oktober, bekannt. Bresser gehörte zu den Persönlichkeiten, die das politische Fernsehen in Deutschland über Jahrzehnte mitgestalteten. Er war am Aufbau des heute journal beteiligt, moderierte die Nachrichtensendung und verantwortete später zwölf Jahre lang die journalistische Arbeit des ZDF als Chefredakteur.

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ZDF-Intendant Norbert Himmler würdigte den Verstorbenen als entschiedenen Vertreter des öffentlich-rechtlichen Informationsauftrags. Bresser habe das journalistische Profil des Senders nachhaltig beeinflusst und für Unabhängigkeit sowie einen fairen Umgang gestanden.

Klaus Bresser prägte das heute journal von Beginn an

Besonders eng verbunden bleibt der Name Klaus Bresser mit dem heute journal. Als das ZDF am 2. Januar 1978 sein neues Nachrichtenmagazin startete, gehörte er zu den Journalisten, die an dessen Konzeption mitgewirkt hatten. Ziel war ein Format, das aktuelle Ereignisse nicht nur zusammenfasste, sondern politische Entwicklungen ausführlicher erklärte und einordnete.

Das heute journal unterschied sich damit von einer klassischen Nachrichtensendung. Berichte, Interviews und Hintergrundinformationen erhielten größeren Raum. Politiker sollten nicht nur mit ihren Positionen zu Wort kommen, sondern diese auch erläutern und sich kritischen Nachfragen stellen.

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Bresser übernahm selbst die Moderation und wurde 1981 Leiter der Redaktion. Bis 1984 stand er an deren Spitze. Mit der Verbindung aus Nachrichten, Analyse und politischen Gesprächen etablierte sich die Sendung als feste Größe im Informationsprogramm des ZDF.

Das Format existiert bis heute. Damit bleibt ein wichtiger Teil von Bressers journalistischer Arbeit auch nach seinem Tod im deutschen Fernsehen sichtbar.

Zwölf Jahre an der Spitze der ZDF-Nachrichten

Am 1. April 1988 übernahm Bresser die Chefredaktion des ZDF. Er folgte auf Reinhard Appel und blieb bis zum Jahr 2000 im Amt. In dieser Funktion trug er die Verantwortung für einen wesentlichen Teil der politischen Berichterstattung des öffentlich-rechtlichen Senders.

Seine Amtszeit fiel in eine Phase grundlegender Veränderungen. Der Zusammenbruch der DDR, die deutsche Wiedervereinigung und die politischen Entwicklungen im wiedervereinigten Deutschland stellten die Nachrichtenredaktionen vor neue Aufgaben. Innenpolitik, internationale Beziehungen und gesellschaftliche Veränderungen mussten für ein großes Fernsehpublikum verständlich aufbereitet werden.

Auch das Informationsangebot des ZDF entwickelte sich in diesen Jahren weiter. Mit Sendungen wie dem ZDF-Morgenmagazin, dem ZDF-Mittagsmagazin und dem politischen Magazin Frontal wurden zusätzliche Möglichkeiten geschaffen, aktuelle Ereignisse zu behandeln und Hintergründe zu vermitteln.

Bresser stand dabei für eine journalistische Arbeit, die Nachrichtenvermittlung und politische Auseinandersetzung miteinander verband. Seine Chefredaktion endete im Frühjahr 2000. Nikolaus Brender übernahm anschließend die Position.

Vom Kölner Stadt-Anzeiger zum politischen Fernsehen

Klaus Bresser wurde am 22. Juli 1936 in Berlin geboren. Seine journalistische Laufbahn begann früh. Bereits während seiner Schulzeit schrieb er für Zeitungen. Nach dem Abitur studierte er in Köln Germanistik, Soziologie und Theaterwissenschaften. Parallel dazu sammelte er praktische Erfahrungen beim Kölner Stadt-Anzeiger, wo er ein Volontariat absolvierte und später als Reporter arbeitete.

1965 wechselte Bresser zum Westdeutschen Rundfunk. Dort beschäftigte er sich intensiv mit politischer Berichterstattung und übernahm unter anderem Verantwortung für das ARD-Politmagazin Monitor. Die Sendung setzte auf kritische Recherchen, politische Analysen und die Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Missständen.

1977 führte ihn sein beruflicher Weg schließlich zum ZDF. Dort sollte er über mehr als zwei Jahrzehnte in unterschiedlichen Positionen tätig sein. Seine Erfahrungen im Zeitungsjournalismus und beim WDR bildeten die Grundlage für seine weitere Arbeit als Fernsehmoderator, Redaktionsleiter und Chefredakteur.

Auch die Interviewreihe Was nun? trägt seine Handschrift

Neben dem heute journal war Klaus Bresser an einem weiteren bekannten ZDF-Format beteiligt. Im August 1985 startete die politische Interviewreihe Was nun?, deren erste Ausgabe er gemeinsam mit Wolfgang Herles moderierte.

Das Konzept setzte auf ausführliche Gespräche mit führenden Persönlichkeiten der deutschen Politik. Statt kurzer Stellungnahmen sollten die Gäste Gelegenheit erhalten, ihre Positionen darzustellen. Gleichzeitig mussten sie sich konkreten Nachfragen stellen.

Bresser führte im Laufe seiner Karriere zahlreiche politische Interviews. Auch nach seinem Wechsel in die Chefredaktion blieb das Gespräch mit politischen Entscheidungsträgern ein wichtiger Teil seiner journalistischen Arbeit.

Die Interviewreihe wird bis heute fortgesetzt. Im Jahr 2026 blickt das Format damit auf mehr als vier Jahrzehnte zurück. Zusammen mit dem heute journal gehört es zu den Sendungen, an deren Entwicklung Bresser maßgeblich beteiligt war.

Ein Berufsleben zwischen Zeitung, Fernsehen und politischer Analyse

Nach seinem Abschied von der ZDF-Chefredaktion blieb Bresser journalistisch tätig. Von 2002 bis 2003 moderierte er beim Nachrichtensender n-tv die Gesprächssendung Talk in Berlin. Darüber hinaus veröffentlichte er Bücher über politische Themen und die Arbeit von Journalisten.

Für seine beruflichen Leistungen erhielt er mehrere Auszeichnungen. Dazu gehörten der Theodor-Wolff-Preis und die Goldene Kamera. Im Jahr 2000 wurde er außerdem mit dem Verdienstorden des Landes Rheinland-Pfalz ausgezeichnet.

Bressers beruflicher Weg spiegelte die Entwicklung des deutschen Nachrichtenjournalismus über mehrere Jahrzehnte wider. Er begann im klassischen Zeitungswesen, arbeitete für politische Fernsehmagazine und übernahm schließlich Verantwortung für das Informationsprogramm eines bundesweiten Fernsehsenders.

Mit seinem Tod verliert das deutsche Fernsehen einen Journalisten, der nicht nur durch seine Moderationen bekannt wurde, sondern auch hinter den Kulissen wichtige Informationsformate mitentwickelte. Besonders das heute journal und die Interviewreihe Was nun? bleiben mit seinem Namen verbunden. Klaus Bresser wurde 90 Jahre alt.

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